Spartan Blades Harsey Difensa

Spartan Blades Harsey Defensa

Spartan Blades Harsey Defensa

Das Spartan Blades Harsey Difensa vereinigt den Namen seines Entwicklers, William Harsey mit einer Schlacht im 2. Weltkrieg, die kanadische und amerikanische Truppen 1943 in Italien um den Berg „Monte La Difensa“ führten. Der Name des Messers von Spartan Blades mit seiner knapp 16cm langen Klinge aus S35VN lässt keinen Zweifel offen, welche Intention hinter der Konstruktion des Messer steht. Spartan Blades stellt traditionell Messer mit feststehender Klinge her und hat sich in den letzten Jahren bis in die Top-Liga dieser Sparte vorgearbeitet. Ob sich das Kampfmesser Harsey Difensa auch im Alltag bewährt, wird der Praxistest von Raoul Sous klären.

Der Hersteller Spartan Blades ist in Europa hauptsächlich Insidern bekannt, in den USA ist Spartan Blades inzwischen eine feste Größe.

Spartan Blades LLC hat seinen Firmensitz in Aberdeen, North Carolina, USA. Die kleine Firma befindet sich in der Nähe des großen Armeestützpunkts Fort Bragg. Curtis Iovito und Mark Carey haben Spartan Blades nach Beendigung ihrer aktiven Militärlaufbahnen gegründet. Iovito und Carey blicken auf eine lange aktive Zeit bei Spezialeinheiten der US Armee zurück. Während ihrer Dienstzeit haben Curtis Iovito und Mark Carey bei vielen Sondereinsatzkommandos und Spezialkräften gedient. Über Erfahrungen mit Messern und deren Anwendung dürften also beide zur Genüge verfügen.


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Schon im aktiven Dienst stellte Curtis Iovito Einsatzmesser für Mitglieder seiner Einheit in Handarbeit her. Nach ihrer Dienstzeit gründeten beide eine Firma für Entwicklung und Vertrieb von militärischen Ausrüstungsgegenständen und Schutzwesten. Ihre Liebe zu hochwertigen Einsatzmessern ließ die Firmengründer niemals los und sie beschlossen, sich der Entwicklung und Herstellung von hochwertigen Messern zu widmen. Der Leitspruch von Spartan Blades ist genauso simpel wie anspruchsvoll: “Spartan Blades wurde gegründet um die bestmöglichen Einsatzmesser herzustellen“.

Spartan Blades Harsey Difensa 02

Die technischen Daten des Spartan Blades Harsey Difensa im Überblick:

Messertyp: Kampfmesser mit feststehender Klinge, nicht WaffG §42a konform
Klingenform: Spear Point mit Flachschliff und verjüngter Topline
Beschichtung: wahlweise Tungsten DLC (Black) or ZrN (Flat Dark Earth)
Klingenlänge: 159 mm,
Länge der Schneide: 165 mm
Klingenstärke: 4,75 mm an der Klingenwurzel
Klingenstahl: CPM S35VN von Crucible Steel Corp.
Gesamtlänge: 298 mm
Griffmaterial: Canvas Micarta
Gewicht: 322 Gramm

Das Spartan Blades Harsey Difensa wird mit zwei unterschiedlichen Klingenbeschichtungen und zwei Varianten bei der Farbe der Griffschalen angeboten. Im Test ist ein Messer mit ZrN beschichteter Klinge und grünen Micarta Griffschalen.

Spartan Blades Harsey Difensa 01

Sicher verwahrt in der Molle Scheide ist das Spartan Blades Harsey Difensa für den Einsatz bereit

 

Praxistest von Raoul Sous:

Schon immer gefielen mir die Chris Reeve Modelle, die William Harsey entwickelt hat. Das Green Beret, das Pacific oder das Neil Roberts Knife. Alle liegen wunderbar in der Hand und doch haben sie für meinen Geschmack einen immensen Nachteil: einen Wellenschliff vor dem Parierelement, genau dort, wo der Druckschnitt mit dem Daumen angesetzt wird. Bei Neil Roberts Modell ist es der Recurve der Klinge, den ich nicht mag. Dazu kommt, dass ich eine hohe Schnitthaltigkeit der guten Nachschärfbarkeit vorziehe. Mit dem Spartan Blades Harsey Difensa ergab sich nun die Möglichkeit ein „Harsey Messer“ zu bekommen, das meine Anforderungen exakt erfüllt.

Spartan Blades Harsey Difensa 03Die Handlage des Griffes ist der Hammer. Ich hatte mittlerweile wirklich eine Menge Messer in der Hand. Aber nach wie vor halte ich die Griffe von William Harsey für die größten Handschmeichler. Dazu kommt die Funktionalität. Das Griffende ist so ausgeprägt, dass man das Messer mit nur drei oder zwei Fingern und dem Daumen sicher halten kann.
Auch das Hacken mit verlängerter Klinge ist ohne Gefahr möglich ist. Ein Fangriemen macht diese Arbeit natürlich noch sicherer. Am Griff stehen keine Kanten hervor, die Druckstellen erzeugen könnten. Das untere Parierelement ist so gut ausgeprägt, dass ein Abrutschen in die Klinge unmöglich ist. Die obere Daumenrampe ist sehr flach und bietet aufgrund der Riffelung eine sichere Auflage. Die angerauten aber oberflächenversiegelten Micarta Griffschalen geben der Hand guten Halt. Die Handlage des Harsey Difensa ist perfekt.

Spartan Blades Harsey Difensa 06

Das Harsey Difensa mit Molle Scheide

Die Spear Point Klinge ist in einem dreiviertel Flachschliff ausgeführt. Der obere Anschliff ist jedoch nicht scharf. Die Spitze ist von der Unterseite her nach vorne auf Null geschliffen.
Anfänglich hatte ich Zweifel, ob das Spartan Blades Harsey Difensa für meine Zwecke taugt. Hebelarbeiten in Holz kommen immer wieder vor. Auch Stiche durch harte Materialien wie Dosen sind keine Seltenheit Da wir in unseren Seminaren fast jedes Wochenende diesen eigentlich seltenen Ernstfall mit den Leuten durchspielen, wird das Messer auf diese Art und Weise untypisch oft belastet. Wenn man schon die ein oder andere Spitze (auch an hochwertigen Messern) hat abbrechen sehen, wird man vorsichtig. Aufgrund des Finish und der Schönheit des Messers hatte ich es von Anfang an ins Herz geschlossen und hoffte, dass es nach dem ersten Praxiswochenende nicht als Garantiefall enden würde.

Spartan Blades Harsey Difensa 05

Mit seiner fast 16 cm langen Klinge ist das Spartan Blades Harsey Difensa eine beeindruckende Erscheinung.

 

Der verwendete S35VN Klingenstahl erfordert viel Know-how beim Härten. Hier und da findet man im Netz unzufriedene Stimmen von Messerkäufern. Im „Beipackzettel“ des Messers beschreibt Spartan Blades den Härteprozess. Da wird nicht nur erhitzt und abgekühlt, sondern auch mit Kryotechnik gearbeitet. Dieser Aufwand scheint einer der Gründe für den recht hohen Preis des Messers zu sein.


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Bei einem Outdoor-Wochenende musste sich das Spartan Blades Harsey Difensa der rauhen Praxis stellen. Am Freitagabend wurde gleich eine Dose Ravioli geöffnet. Keine schwierige Aufgabe für das Messer. Wie zu erwarten pflügte die Klinge das Weißblech wie durch Butter. Bei manchen – auch teuren – Messern reicht dies um Kratzer oder Abnutzungserscheinung an der Klinge zu erzeugen, am Difensa ging die Aktion spurlos vorbei. Am folgenden Tag mussten viele Hanfseile geschnitten werden um das Tipi zu stabilisieren. Schnüre und Seile kappen war auch bei den kalten Temperaturen im Februar kein Problem. Feuerholz und Birkenrinde zerlegt das Spartan Blades Harsey Difensa wie Streichhölzer, das Hacken von Holz geht mit der langen Klinge gut von statten. Da das Messer nicht kopflastig ist, lässt sich die Klingenspitze zielsicher führen.

Spartan Blades Harsey Difensa 06Bereits vor dem Seminar hatte ich die Decke eines Damhirsch im Garten für die Trockengerbung vorbereitet. Es war sehr beeindruckend, wie das Messer trotz vieler Schnitte durch das Fell seine Schärfe hielt. Die Jäger unter euch wissen, wie Schwachte und Haare an der Schärfe eines Messers nagen können. Nun musste wieder Feuerholz gemacht werden und frisches Holz diente als Material für den Grill. Sowohl für den kraftvollen Einsatz wie auch für feine Schnitte ist das Spartan Blades sehr gut geeignet. Den härtesten Teil der Prüfung musste das Messer am folgenden Tag absolvieren. Beim Aufbau eines bestimmen Fallentyps wird das Messer mit einem Schlagholz in einen Baumstamm getrieben, zur Seite gehebelt und dicht neben dem ersten Stichkanal ein zweites Mal eingeschlagen, um einen Spalt zu schaffen. Das ist Hardcore aber ein Outdoor-Messer muss diese Aufgabe erfüllen können.

Spartan Blades Harsey Difensa 07Der Griff besitzt am Ende eine Aufnahme für einen Fangriemen. Dieser Bereich besitzt eine Schräge, so dass das Schlagholz nur auf eine relativ kleine Fläche trifft. Das Schlagholz hat dadurch mehr gelitten als bei Messern mit geradem Griffende. Beim Hebeln mit hohem Kraftaufwand zeigt sich eine leichte Verwindung bzw. Biegung der Klinge. Das ist der Moment, von dem ab man die Kraft nur noch minimal erhöht. Das Messer gibt also gutes Feedback – ein Indiz für eine gelungene Konstruktion. Letztlich hat das Messer die Tortur ohne Schäden überstanden, sogar die Beschichtung der Klinge zeigt keinen Abrieb. Die Schärfe des Messers hat nicht merklich gelitten, auch nach diesem Wochenende taugt es noch zum Rasieren.

Spartan Blades Harsey Difensa 08

Das Spartan Blades Harsey Difensa hat den Praxistest mit Bravour gemeistert!


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Fazit:

In einem Satz: Das Messer hat sich voll und ganz bewährt, selbst für schwere Aufgaben ist das  Harsey Difensa uneingeschränkt zu empfehlen. Was mich an dem Messer wirklich überrascht hat ist die Qualität des Stahls, bzw. die gelungene Wärmebehandlung. Schnitthaltigkeit, Flexibilität und Stabilität vereinen sich in absoluter Perfektion. Meine anfängliche Skepsis hat sich gelegt und das Spartan Blades Harsey Difensa ist meine neue Nummer 1!



Praxistest: Raoul Sous, (Instructor für Survival und Buscraft bei Anton Lennartz )
Intro und Editing: -tom



Alle genannten Marken, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.


Bildnachweis:

Alle in diesem Artikel abgebildeten Fotos und Grafiken sind Eigentum von Raoul Sous..