Blade Show 2015 – Vor der Show und hinter den Kulissen

Bild 1: Blade Show 2015

Alle Jahre wieder… In wenigen Tagen öffnet die wichtigste Ausstellung der internationalen Messerszene in der Cobb Galleria in Atlanta ihre Tore. Die Zahl der Aussteller ist gegenüber 2014 gestiegen, die Zahl der gezeigten Messer  ebenso. Wie in jedem Jahr kocht die Gerüchteküche um so heißer, je näher der Beginn der Blade Show rückt. Die Blade Show ist richtungweisend für das kommende Jahr und bestimmt maßgeblich den europäischen Messermarkt. Ein Ausblick auf Fakten und Fiktionen für die Daheimgebliebenen.

Auf der Blade Show trifft sich die Messerwelt. Bist du als Messermacher oder Hersteller nicht auf der Blade Show bist du nicht nur tot sondern mausetot! Was für Schauspieler und Regisseure das Filmfestival in Cannes und für den Formel 1 Zirkus das Rennen in Monaco ist, ist die Blade Show für die Messer Szene. Dort werden Helden geboren und Verlierer begraben. Die Blade Show ist ein Muss, ein dreitägiger hektischer Hexenkessel, der über Erfolg und Misserfolg der Aussteller im laufenden Geschäftsjahr entscheidet. Eine Auflistung der Hersteller, Messermacher und Aussteller ist völlig überflüssig, sie sind alle da. Wirklich alle! Rund 540 Einträge umfasst die Ausstellerliste der Blade Show 2015.


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Schon Wochen vor der Blade Show merkt man, dass die Branche von Hektik erfüllt ist. Die Antworten der Presseabteilungen und PR Mitarbeiter werden immer kürzer, kommen später oder bleiben ganz aus. Die Zahl der Neuvorstellungen geht gegen Null und Twitter ist messermäßig im Leerlauf während die Marketing Abteilungen Überstunden schieben. Nach außen wirkt es wie die Ruhe vor dem Sturm aber hinter den Kulissen dreht eine ganze Branche im roten Bereich.

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Bild 4: Blade Show 2015 vom 5. – 7. Juni

Seit Wochen fiebern Messerfans in aller Welt dem 5. Juni 2015 entgegen. Wenn sich am „Crazy Friday“, dem verrückten Freitag, die Türen der Cobb Galleria öffnen, wird sich die Flut der „Early Birds“ in die Hallen ergießen. Innerhalb von Minuten werden die Stände vieler amerikanischer Custom Knife Maker von kaufwilligen Sammlern umlagert sein.

Wer oder was sind die „Early Birds“, also die „frühen Vögel“, die bekanntlich den Wurm fangen. „Early Bird“ ist eine aufpreispflichtige Ticket Option, die dem Erwerber gestattet, am „Crazy Friday“ schon um 12:00 Uhr, zwei Stunden vor dem offiziellen Einlass, die Ausstellungshallen zu betreten. Insider sagen, die Blade Show findet genau während dieser zwei Stunden statt. In dieser Zeit sind die Stände der Custom Knife Maker von Sammlern umlagert und deren Exponate innerhalb von Minuten verkauft. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Interessenten an einige Ständen so hoch, dass die Käufer für die wenigen zum Kauf stehenden Messer ausgelost werden mussten um Tumulte zu vermeiden. Nicht selten liegen bei einigen Messermachern nur noch Fotos ihrer Exponate auf dem Tisch, weil die Messer bereits nach wenigen Minuten komplett ausverkauft waren.

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Bild 2: Die Spitzenstücke der Messermacher sind auf der Blade Show innerhalb der ersten Minuten ausverkauft.

Dieser Hype treibt die Preisspirale im Custom Markt nachhaltig an. Betrachtet man die Entwicklung des Messermarktes in den letzten fünf Jahren, haben sich die Preise bei vielen Custom Makern mehr als verdoppelt. Vor einigen Jahren ließ die Forderung von eintausend Dollar für ein Custom vielen Messerfreunden den Atem stocken und führte in den Foren zu hitzigen Diskussionen um Sinn und Unsinn solcher Investments. Inzwischen sind Preise von dreitausend und mehr Dollar für einen Folder an der Tagesordnung. Dabei haben sich die Messer in den letzten Jahren nicht verändert. Titan ist immer noch Titan und perfekte Handwerkskunst ist nicht steigerungsfähig. Verändert haben sich nur die Käufer, die durch immer höhere Gebote die Goldgräberstimmung der Hersteller von Jahr zu Jahr anheizen.


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Natürlich hat diese Entwicklung auch spürbaren Einfluss auf die Preisgestaltung bei Serienmessern gehabt und auch in diesem Marktsegment sind deutliche Preissteigerungen unübersehbar. Lagen die Top-Produkte großer Hersteller vor fünf Jahren noch im Preissegment bis 250 Dollar, erreichen heutige Neuvorstellungen oft schon das Doppelte. Die Messerbranche boomt weltweit und die Blade Show 2015 wird zweifellos dafür sorgen, dass sich das Rad zukünftig noch etwas schneller dreht.

Alljährlich im Mai beginnt die Gerüchteküche zu kochen: Wer räumt in diesem Jahr die begehrten Awards ab, welche neuen Kooperationen werden bekannt gegeben, wer wird der Shooting Star auf der Messe und wer steigt aus der Topliga ab. Die alljährlich auf der Blade Show vergebenen Awards sind die Oscars der Messerwelt. Wer eine dieser Auszeichnungen verliehen bekommt ist nicht nur in aller Munde, der Award ist für den Gewinner nicht mehr oder weniger wie eine Lizenz zum Geld drucken.

Hier ein kleiner Wegweiser durch den Award-Dschungel:

  • Publisher’s Award: Wird optional von den Redakteuren des Blade Magazine für besondere Leistungen im abgelaufenen Jahr vergeben.
  • Industry Achievement Award: Wird optional von den Redakteuren des Blade Magazine für besondere Leistungen über einen längeren Zeitraum vergeben.
  • Accessory of the Year: Zubehör des Jahres
  • Kitchen Knife Of The Year: Küchenmesser des Jahres
  • Investor/Collector Knife Of The Year: Bestes Sammlermesser
  • Collaboration Knife Of The Year: Bestes Messer als Produkt einer Zusammenarbeit (i.d.R. zwischen einer Firma und einem Designer bzw. Messermacher)
  • Best Buy Knife Of The Year: Best Buy sagt alles, oder?
  • Manufacturing Quality Award: Auszeichnung für hohe Produktionsqualität bei Serienmessern
  • Hall of Fame Inductee: Berufung in die Hall of Fame
  • Most Innovative Imported Knife Of The Year: Innovativstes Import Messer
  • Most Innovative American Knife Of The Year: Innovativstes US Messer
  • Imported Knife Of The Year: Messer des Jahres (Import, nicht USA)
  • American Made Knife Of The Year: Messer des Jahres (US Produkt)
  • People’s Choice Knife Of The Year:Publikumspreis
  • Overall Knife Of The Year: Messer des Jahres
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Bild 3: Messer des Jahres wurde auf der Blade Show 2014 das Hi-Jinx aus der Kooperation von Ken Onion mit CRKT

Warum sind die Gewinner der Blade Show Awards auch für uns Messerfans in Deutschland wichtig? Weil diese Ergebnisse Tendenzen und Entwicklungen fördern oder beenden können, weil sie Bauweisen und technische Eigenschaften von Messern zu einem Trend machen und weil sie Messermacher zu Göttern werden lassen. Die Auszeichnung „Messer des Jahres“ beflügelt das Geschäftsergebnis jedes großen Herstellers, die Wahl zum „Collaboration Knife of the year“ ist der Ritterschlag für jeden Designer. Einige Monate später liegen die Ergebnisse der Trends, die auf der Blade Show gemacht werden, auch bei uns im Regal der Händler.


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Wer Appetit bekommen hat und schnell noch zur Blade Show 2015 reisen will, sollte seine Eintrittskarten noch bis 31. Mai online buchen. Danach gibt es nur noch die Möglichkeit, sich in endlose Schlangen vor den Ticket-Schaltern einzureihen. Das Drei-Tages Ticket einschließlich „Early Bird“ kostet 110 Dollar, gemessen an den Übernachtungs- und Mietwagenpreisen in Atlanta während der Blade Show geradezu ein Schnäppchen.

Wer lieber zuhause bleibt und trotzdem nichts verpassen will liest Knife-Blog. Ab dem 05. Juni wird das Augenmerk auf den Highlights der Atlanta Blade Show 2015 liegen!

-tom


Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Bild 1,4: Offizielle Pressefreigabe der Bladeshow
Bild 2: Copyright Stefan Bremer
Bild 3: Copyright CRKT,