Knife News Juli/2015 – Zero Tolerance, Spyderco, Kershaw

Von Sommerloch keine Spur, die Messerbranche dreht vier Wochen nach der Blade Show unverändert hochtourig. Im Juli besteht also noch keine Notwendigkeit, weiße Flecken mit den neuesten Sichtungen von Nessie zu füllen. Neuvorstellungen kommen in kurzer Folge, ältere Modelle werden durch Sonder-Editionen aufgewertet. In den Juli News also viermal Zero Tolerance, zweimal Spyderco dazu eine Neuvorstellung und eine Preis-Leistungsoffensive von Kershaw Knives.

Auch bei den Herstellern von Customs in den USA läuft das Geschäft offenbar hervorragend. Einer nach dem anderen schließt sein Bestellformular oder erklärt in Fettschrift, das man bis auf weiteres keine Bestellungen annehmen könne (u.a. Jarosz Knives, J. Gonzales Dervish Knives). Darrel Ralph ist bis auf eine Handvoll Level 2++ Messer ausverkauft. Die Branche boomt, die Preise steigen und Serienhersteller versuchen in die Midtech-Lücken der Custom Maker hineinzustossen.

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Zero Tolerance bietet eine „Limited Edition“ nach der anderen und treibt die Preisspirale von Messer zu Messer nach oben.

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Bild 1: Zero Tolerance 0392WC

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Bild 2: Zero Tolerance 0392BWBRZ

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Bild 3: Zero Tolerance 0606CF

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Bild4: Zero Tolerance 0999

Vergleichsweise volkstümliche 400 Euro sind für das ganz in Schwarz gehaltene 0392BWBRZ und 450 Dollar für eine Variante des 0392 mit American Tanto Klinge zu bezahlen. Dafür liegt jedem 0392WC ein Zertifikat von Rick Hinderer bei, der das Messer für ZT entworfen hat. Für das Sondermodell des 0606 mit Carbon-Griff werden nochmals 50 Dollar mehr fällig und in dieser Preisklasse mengt sich ZT bereits in den unteren Beeich für Custom Knives.

Spitzenreiter mit  750 Dollar ist das futuristische 0999 mit dem Zero Tolerance die Blade Show gerockt hat. Für den Dreiviertel-Tausender bringt das 0999 allerdings eine ganze Armada von avantgardistischen technischen Lösungen mit und der Materialmix ist über jeden Zweifel erhaben. Das 0999 besitzt eine Hybridklinge: der Klingenrücken wird aus CPM-D2-Stahl gefertigt, die Schneide aus Carpenter CTS-204P. In den Klingenrücken ist zudem als optisches Highlight und möglicherweise zur Gewichtsreduktion ein Carbon-Element eingearbeitet.

So spannend die Hybrid-Klinge aus drei Materialien auch sein mag, Praxistauglichkeit und Haltbarkeit dieser Konstruktion werden sich erst noch beweisen müssen. Die Klinge des Zero Tolerance 0999 wird  mittels eines KVT Kugellagers geführt und der futuristische Rahmen besteht aus Titan und Carbon. Messerfreunde dürfen sich den Kauf allerdings noch eine Weile durch den Kopf gehen lassen, bis jetzt gibt es weder ein Datum für den Produktionsstart noch ein Hinweis auf die mögliche Stückzahl. Der auf der Blade Show gezeigte Prototyp gewann den Titel „American-Made Knife Of The Year®“ obwohl das Messer keinesfalls vor 2016 hergestellt werden soll.


Spyderco Logo 2005Bei Spyderco setzt sich der Trend zu kleinen Messern fort. Nach dem ARK (vorgestellt Mai 2015) kommt im Juli der „C193TIP Squarehead Folder“ auf den Markt. Beim C193TIP handelt es sich jedoch nicht um einen Folder im klassischen Sinn, sondern eher um eine Variante des Scheckkartenmessers.

Bild 5: Spyderco C193TIP

Bild 5: Spyderco C193TIP

Ein 2 Zoll langes Gehäuse aus Titan beherbergt eine 33 mm lange Klinge aus CPM-S30V. Mittels des Spyderhole lässt sich die Klinge wie bei einem „richtigen“ Messer mit einer Drehbewegung öffnen. Ein kleiner Titan-Arm verriegelt die Klinge im geöffneten Zustand nach dem Prinzip des Liner-Locks. Der Squarehead Folder geht auf eine Kooperation von Spyderco mit Darriel Caston, einem Elektro-Ingenieur und Erfinder zurück.

Das Griffstück – das Wort „Messergriff“ kommt einem nur schwerlich über die Lippen – wird aus einem Stück Titan gefräst. Mit einem Gewicht von nur 31 Gramm und der Gesamtlänge von rund fünf Zentimetern findet der Squarehead Folder in jeder Tasche Platz. Der Name Squarehead gibt zunächst Rätsel auf: In der amerikanischen Umgangssprache ist der Begriff „Squarehead“ eine nicht ganz freundliche Bezeichnung für deutsche Einwanderer. In der Technik bezeichnet das Wort einen Vierkantschlüssel oder -bolzen und natürlich bezieht sich der Name auf die rechteckige Form der Konstruktion.

Kershaw Logo

Schon wieder KAI USA. Nein, dieser Bericht wurde nicht aus Oregon gesponsert, offenbar ist man an der Westküste aber im Moment rühriger als anderswo. Kershaw hat vor einiger Zeit  das Modell 1776 vorgestellt und das Messer hat bei US Händlern inzwischen einen Pricedrop erfahren. Die üblichen Verdächtigen (Internethändler) bieten dieses Messer mittlerweile für deutlich unter 40 Dollar an. Das besondere am Modell 1776 ist, dass es komplett in den USA gefertigt wird, was für ein „Budget-Knife“ heutzutage recht ungewöhnlich ist.

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Bild 6: Kershaw 1776

Dass man in dieser Preisklasse keine Hightech-Materialien erwarten kann, versteht sich von selbst. Die Zutaten für das Kershaw 1776 sind 420HC als Klingenstahl und Griffschalen aus GFN. Die Klinge besitzt Stonewashed Finish und wird mittels Liner-Lock verriegelt. Der Flipper ist mit dem SpeedSafe System von Kershaw ausgerüstet, besitzt also eine Öffnungshilfe (Assisted Opener). Erster Eindruck: Mäßiges Material, gut verarbeitet, preisgünstig und robust.

Ganz neu ist das Kershaw „Blur“  in Navy Blue, Modellnummer 1670NBSW . Der Assisted Opener wird in den USA hergestellt und ist die zehnte Variante des Blur. Die 8,6cm lange Klinge besteht aus Sandvik 14C28N Stahl und ist mit einem Stonewashed Finish versehen. Das Messer verriegelt über einen Liner-Lock und besitzt anodisierte Aluminium Griffschalen (6061-T6). In die Griffschalen sind zur Verbesserung der Rutschsicherheit und der Handlage schwarze Trac-Tec Inserts eingelassen. Der Taschenclip kann links und rechts montiert werden.

Bild 8: Kershaw Blur Navy Blue

Bild 8: Kershaw Blur Navy Blue

Der Listenpreis von 114,95 Dollar legt einen Marktpreis von etwa 75 Dollar nahe, das klingt nach einem fairen Angebot und das blaue Blur wird fraglos eine breite Käuferschicht ansprechen.

Nochmal Spyderco! Soeben hat Spyderco bekannt gegeben, eine neue Version des Balisong Kugelschreibers „Bali-Yo“ herausbringen zu wollen. Der alte Bali-Yo war ein kleines Gadget aus Plastik, dessen Konstruktion einem Balisong nachempfunden ist. Dabei wurde die Klinge durch einen Kugelschreiber ersetzt. Ursprünglich hatte Spyderco den Bali-Yo entwickelt, um seinerzeit Werbung für sein erstes Balisong Modell (B01) zu machen. Der kleine und immer etwas klapperige Kugelschreiber wurde anschließend ein Kultobjekt.

Bild 7: Spyderco Bali-Yo in einer Heavy Duty Variante

Bild 7: Spyderco Bali-Yo in einer Heavy Duty Variante

Nun soll es eine „Heavy-duty“ Variante des Kugelschreibers mit stabilen Lagern und mit präzise ausbalancierten  und deutlich schweren Griffstücken geben. Die Fangemeinde wird es freuen, selbstverständlich schreibt der neue Bali-Yo auch unter Wasser. Vorsicht: das Flippen des kleinen Kugelschreibers kann schnell zur Sucht werden. Suchtberatung unter: http://www.baliyo.com/


Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Die Fotos 1,2,3,4,6,8 sind Eigentum von KAI USA Ltd., Oregon.
Die Fotos 5 und 7 sind Eigentum von Spyderco Inc., USA.