Spezielles Kugellager für Messerklingen – IKBS

innovation_IKBS-Close-Up_lgBei fast allen Klappmessern ist die Klinge drehbar auf einer Achse montiert. Dadurch kann die Klinge beim Schließen des Messers im Griff verborgen werden. Das Prinzip scheint zunächst banal, in der Praxis müssen aber höchst gegensätzliche Anforderungen unter einen Hut gebracht werden. Einerseits soll die Klinge leichtgängig um die Klingenachse rotieren, anderseits darf weder axiales noch radiales Spiel auftreten und die Klinge muss sich präzise Zentrieren lassen. Achse und Lager dürfen nur wenig Platz beanspruchen, müssen aber stabil genug sein, um unzählige Öffnungs- und Schließvorgänge verschleißfrei zu überstehen. Schließlich und endlich werden Kräfte von der Klinge über die Achse auf den Griff übertragen. Ein neues System, dass alle Anforderungen möglichst optimal vereinen will ist das IKBSIkoma Korth Bearing System.

Das IKBS System ist eine gemeinsame Entwicklung zweier brasilianischer Messermacher: Flavio Ikoma und Rick Lala. Korth oder Korth Knives ist ein Trademark von Rick Lala, unter dem er seit 1991 Messer herstellt.Zunächst waren es einfache Fixed vor allem für den brasilianischen Markt, 1999 entwickelte Rick Lala seinen ersten taktischen Folder, vier Jahre später sein erstes Balisong.


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Korth Knives wurde in den USA schnell mit seinen Balisong bekannt; die Schmetterlingsmesser von Korth Knives gehören optisch und qualitativ zur absoluten Topklasse. Flavio Ikoma ist Brasilianer asiatischer Abstammung und stieg 1993 als Mitarbeiter bei Korth Knives ein. Schon viele Jahre vorher hatte er mit der Herstellung von Messern begonnen und eine technische Ausbildung absolviert. Auf der Blade Show 2000 stellten Rick Lala und Flavio Ikoma erstmals ihre Messer in den USA vor und ihre Kreationen erregten auf Anhieb viel Aufmerksamkeit.

ikbs-photoAb 2003 begann Rick Lala mit der Herstellung hochwertiger Balisong und wer sich mit diesem Messertyp befasst hat weiß, dass die Lager zwischen Klinge und den Griffstücken die Achillesferse der Schmetterlingsmesser darstellt. Bei keinem anderen Messertyp ist die radiale Belastung höher, kein anderer Messertyp stellt in diesem Bereich weniger Platz zur Verfügung und kaum ein Klappmesser wird so häufig geöffnet und geschlossen wie ein Balisong. Die Anforderungen an die Lager eines Balisong entsprechen der Aufzählung im einleitenden Text: extrem leichtgängig, absolut spielfrei, verschleißarm und dabei auch noch möglichst klein. Mit diesem Anforderungsprofil schlugen sich Flavio Ikoma und Rick Lala jahrelang herum und entwickelten schließlich ein Kugellager, dass speziell auf die Anforderungen und technischen Rahmenbedingungen von Messern eingeht: das Ikoma-Korth-Bearing-System.

Rillenkugellager sind die am weitesten verbreitete Bauform von Wälzlagern. Die Konstruktion ist gleichermaßen einfach wie wirkungsvoll und lässt sich preisgünstig in Großserie produzieren.


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Aufgebaut sind Rillenkugellager durch einen Außen- und einen Innenring. Kugeln zwischen beiden Ringen haben Kontakt zu den Innenflächen beider Ringe und liegen mit der kleinstmöglichen Fläche auf. Durch einen Käfig wird die seitliche (axiale) Bewegung der Kugeln verhindert, so dass das Kugellager nur radiale Bewegungen zulässt (axial = Bewegung entlang einer Achse, radial = Bewegung die im 90° Winkel zu Achse also entlang des Radius stattfindet).

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Rillenkugellager können große radiale Kräfte aber nur kleine axiale Kräfte aufnehmen. Letzteres ist bei der Konstruktion von Klappmessern kein Nachteil, da man die Klinge normalerweise nicht als Hebel einsetzt. Der Nachteil von Rillenkugellagern ist ihre durch die Bauart bedingte Größe, bei Klappmessern und vor allem bei Balisong fehlt schlicht und einfach der Platz ein ausreichend stabiles Kugellager neben der Klinge im Griff zu platzieren. Diesem Dilemma entgingen Ikoma und Lala durch einen Trick. Der Käfig eines Rillenkugellagers wird beim IKBS durch die Klinge und die Griffschalen oder Liner des Messers gebildet. Dabei laufen die Kugeln in Rillen, die in die Griffschale bzw. den Liner gefräst werden. Ein Teflonring umgibt die Kugeln, um sie vor Verschmutzung zu schützen. Wie so oft, sind praktikable technische Lösungen von Einfachheit geprägt und beim IKBS ist es nicht anders.


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Das IKBS war der erste Kugellagertyp, der schmal und stabil genug war, um für Balisong eingesetzt zu werden. Zahlreiche Hersteller und Erfinder hatten sich zuvor an so einem praktikablen System die Zähne ausgebissen. Schnell wurde klar, dass dieses System auch für alle anderen Klappmesser einsetzbar sein würde und heute haben zahlreiche Hersteller Lizenzen für den Einsatz des IKBS erworben. Das Lionsteel T.R.E., als „Knife of the Year 2015“ auf der Blade Show ausgezeichnet ist genauso mit dem IKBS ausgerüstet wie Folder von Korth, das „Bodega Beggatti“ von Todd Begg  oder verschiedene Modelle von CRKT.


Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Alle in diesem Artikel abgebildeten Fotos sind Eigentum von Korth Knives.

 

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