Knife-Blog

Vergleichstest 2015 – Zwölf Neck Knives – Teil 1

Spätestens seit der Novellierung des WaffG sind Neck Knives in Deutschland auf dem Vormarsch. Kleine legale Fixed, die man bei jeder Gelegenheit als Erst- Zweit- oder Drittmesser mit sich führen kann haben eine große Fangemeinde. Zwölf Messer von elf verschiedenen Herstellern müssen sich im Test beweisen, wo liegen die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Philosophien? Die Preisspanne reicht von etwa 30 Euro bis 185 Euro und sehr spannend ist die Frage, ob sich die preiswerten Modelle mit der Preisoberklasse messen können.

Neck Knives vereinen viele Vorteile, sie sind klein, leicht, unauffällig und trotzdem effektive Schneidwerkzeuge. Viele lassen sich an einer Kugelkette um den Hals tragen aber auch am Gürtel, im Stiefel oder am Bein befestigen. Kein Messer lässt sich während der Sommermonate unter leichter Kleidung besser tragen als ein Neck Knife. Grund genug, diesem Messertyp ein „Summer-Special“ zu widmen und Neckies mit sehr unterschiedlicher Konzeption und Preisgestaltung zu vergleichen.

Slipjoints Messerkontor Wacholder
Aktion im Dezember!
       5% Rabatt auf alle Taschenmesser
              mit Angebotscode XMAS2017
Jetzt shoppen!
Messerkunst Schanz - Messerkunst
Damastringe
für Sie und Ihn
Handgefertigte Küchen-
und Taschenmesser
PW-Shopwerbung1
Alles andere ist nur bunter Gummi!
Das Original!
patch-werk.com patch-werk.com
Tools For Gents

– Werbung –

Der erste Teil des Vergleichstests widmet sich den kleinen Modellen bis zu einer Gesamtlänge von 145 mm. Mit dabei sind Neck Knives von 5.11 Tactical, Black Field, Böker, Extrema RatioReal Steel und Tops. Im zweiten Teil folgen sechs größere Neck Knives von Cold SteelEickhorn, Hogue Knives, Krypteia, Real Steel und Spartan Blades. Ganz gezielt habe ich für diesen Vergleichstest neben Klassikern auch einige Messer ausgewählt, die entweder noch nicht lange auf dem Markt sind oder nur einen geringen Bekanntheitsgrad besitzen.

Bei kleinen Messern mit kurzen Griffen besteht immer die Gefahr, dass das Messer durch die Hand nach hinten rutscht wenn man mit der Spitze auf einen Widerstand trifft. Zwar ist ein Neck Knife keine Stichwaffe aber gerade für ein Backup-Messer sind mögliche Einsatzsituationen nicht planbar. Ein gutes Neckie muss jeder Notfallsituation gewachsen und für seinen Besitzer stets sicher zu führen sein. Daher widme ich der Handlage, der Griffsicherheit und der Rutschfestigkeit große Aufmerksamkeit; Schwächen in diesem Bereich führen zu deutlicher Abwertung. Die Einschätzungen von Handlage und Handlichkeit der Messer orientieren sich an  Handschuhgröße 10 und beinhalten zwangsläufig eine subjektive Komponente.

Neckie_Porn

Alle Maße und Gewichte der Messer habe ich selbst ermittelt, die Hersteller geben auf ihren Webseiten zum Teil leicht abweichende Werte an. Abweichungen können sich aber auch durch Lanyards oder Griffwicklungen mit Paracord ergeben. Alle Gewichte wurden mit einer exakt kalibrierten Waage ermittelt, Längen ganz altertümlich mit einem Lineal gemessen und Klingenstärken mit einer digitalen Schieblehre ermittelt.

Messer unterschiedlicher Preiskategorien zu vergleichen ist nicht einfach. Logischerweise sind an Messer aus der Preisoberklasse höhere Anforderungen zu stellen als an „Budget Knives“. Daher verbietet sich eine reine Leistungs- und Qualitätsrangliste, auch der Preis muss in die Wertung einfließen. Daher gibt es für jedes Messer einen Preis-Leistungs-Index nach dem Schulnotensystem.

Jedem Messer werde ich meine persönliche und höchst subjektive Bewertung mit auf den Weg geben aber anschließend kann jeder Leser seinen Favoriten wählen. Als Novum wird es in der Facebook-Gruppe „Messerfreunde“ eine Abstimmung geben, bei der jeder Leser seinen persönlichen Testsieger wählen kann. Drei Tage lang wird die Umfrage nach Erscheinen des zweiten Teils zur Stimmenabgabe bereit stehen.

Wer noch kein Mitglied dieser Gruppe ist, kann sich in Facebook noch rechtzeitig bei „Messerfreunde international“ anmelden.


 1. Tops Baghdad Box Cutter

Zum Pfeifen im Wald besteht keine Veranlassung, wenn man den „Bagdad-Karton-Schneider“ am Gürtel trägt aber Tops spendiert trotzdem eine Signalpfeife als Zugabe.

Neckie_Tops_Baghdad_Box_Cutter_01

Tops Bagdad Box Cutter ist als Neck Knife sicherlich an der Gewichtsgrenze…

Gesamtlänge mit Scheide: 140 mm
Gesamtlänge Messer: 122 mm
Klingentyp: Drop-Point, Flachschliff, Plain Edge
Länge der Klinge: 58 mm, Schneide: 58 mm
Klingenstärke: 6,5 mm,
Gewicht gesamt: 180 g, Gewicht Messer: 123 g
Klingenstahl: 1095, Beschichtung: Black Traction Coating
Grifflänge: 67 mm, Griffmaterial: ohne
Material der Scheide: Kydex, Messer rastet mit vernehmlichen Klack ein, sitzt sicher, schwer zu ziehen
Tragemöglichkeiten: Gürtel, Stiefel (mit zusätzlicher Befestigung)
Website des Herstellers: Tops – Baghdad Box Cutter

Mit 180 Gramm Lebendgewicht (Messer mit Scheide und Signalpfeife) ist das Tops Baghdad Box Cutter („Bagdad Kartonschneider“) auf der Waage klarer Sieger. Auch wenn man Signalpfeife und Gürtelhalterung entfernt, bleibt das Tops mit Abstand das schwerste Messer im Test. Das Gewicht zieht nachdrücklich an der Kugelkette und wird mit der Zeit lästig. Dafür bekommt man ein Messer, dass mit 6,5 mm Klingenstärke sehr massiv wirkt und die Anmutung eines Faustkeils hat.

Neckie_Tops_Baghdad_Box_Cutter_03          Neckie_Tops_Baghdad_Box_Cutter_02

In Sachen Stabilität kann das „Baghdad Box Cutter“ punkten, die Schärfe „Out-Of-The-Box“ ist gut, der Schliff gleichmäßig und auf beiden Seiten symmetrisch. Die Fingermulde für den Zeigefinger ist sehr groß, das Jimping auf dem Klingenrücken ist zu kurz und reicht nicht weit genug in Richtung Klingenspitze. Am unteren Ende des Griffes ist ein weiteres Jimping für den Ringfinder eingefräst. Das Messer besitzt Volumen, der hohe Griff liegt gut in der Hand. Beim Schneiden stützt sich der Griff gut am Handrücken ab. Die Handlage ist angenehm aber das im Verhältnis zur Größe hohe Gewicht muss man mögen.

Fazit: Das Tops Baghdad Box Cutter ist ergonomisch gut gemacht und ungemein stabil. Auch die Kydex-Scheide ist von guter Qualität. Die Handlage überzeugt und ist besser, als die Form des Griffs vermuten lässt. Als Neckie wäre mir das Tops zu schwer, die mitgelieferte Gürtelhalterung zeigt, dieses Messer gehört an den Gürtel. Der Straßenpreis liegt bei rund 70€;

Kaufempfehlung: Ja
Preis-Leistungs-Index: 2 („gut“)


Black Field Defense Unlimited Undercover Neck Knife

Da ist der Name definitiv länger als das Messer, denn normalerweise wäre der Name noch durch den Zusatz „by Haller Stahlwaren“ zu ergänzen.

Neckie_Black_Field_02

Mit „Black Field“ Produkten bedient Haller Stahlwaren den unteren Qualitäts- und Preisbereich

Gesamtlänge mit Scheide: 161 mm
Gesamtlänge Messer: 152 mm
Klingentyp: Clip-Point, Flachschliff, Plain Edge
Länge der Klinge: 56 mm, Schneide: 60 mm
Klingenstärke: 3,2 mm,
Gewicht gesamt: 77 g, Gewicht Messer: 51 g
Klingenstahl: 420 , Beschichtung: schwarz, ohne Spezifikation
Grifflänge: 95 mm, Griffmaterial: ohne
Material der Scheide: Plastik, das Messer wird in der Scheide mechanisch verriegelt
Tragemöglichkeit: Neckie
Handlage: Griff zu schmal, ineffektives falsch platziertes Jimping, Messer neigt in der Hand zum verkanten
Website des Herstellers: Haller Stahlwaren

Bereits auf den ersten Blick wirkt das Messer von Haller Stahlwaren billig. Die Scheide ist aus undefinierbaren Plastik obwohl im Katalog von Kydex gesprochen wird. Insgesamt sind die recherchierbaren Informationen gering, der Hersteller spricht von rostfreien 420er Stahl und schwarzer Beschichtung ohne Details oder eine Spezifikation anzugeben. Der Schliff ist nicht völlig gleichmäßig, die Klinge besitzt mittlere Schärfe.

Neckie_Black_Field_01      Neckie_Black_Field_04

Der gebogene Griff mit Fingerloch für den Zeigefinger lässt keine brauchbare Handlage zu, das Messer neigt in der Hand zum verkanten, das Griffgefühl ist unangenehm. Die Plastikscheide verriegelt das „Undercover“ durch einen Knopf, der sich in das Fingerloch schiebt. Um das Messer zu ziehen, muss der Knopf zurück gedrückt werden. In der Praxis zeigt sich der Knopf schwergängig und hakelig, als Backup-Messer ist das Black Field Neck Knife daher unbrauchbar. Bereits nach kurzer Zeit zeigt die schwarze Beschichtung Kratzer und Abriebspuren.

Fazit: Insgesamt wenig vertrauenerweckende Qualität, sehr schlechte Handlage, fummelige Plastikscheide. Den Preis von rund 35 Euro für dieses Messer würde ich lieber in eine Flasche Wein und ein paar Kauknochen für den Hund investieren.

Kaufempfehlung: Nein
Preis-Leistungs-Index: 5 („mangelhaft“)


Extrema Ratio N.K. 1

Die italienische Firma Extrema Ratio ist seit Jahren für Kampfmesser in Massivbauweise bekannt. Das Neckie mit der Bezeichnung N.K.1 besitzt dagegen beinahe filigrane Züge.

Neckie_Extrema_Ratio_NK1_04

Kurze Klinge – langer Griff. Mit dem N.K.1 geht Extrema Ratio einen eigenen Weg

Gesamtlänge mit Scheide: 149 mm
Gesamtlänge Messer: 127 mm
Klingentyp: mod. Drop-Point, Flachschliff, Plain Edge
Länge der Klinge: 44 mm, Schneide: 44 mm
Klingenstärke: 3,0 mm,
Gewicht gesamt: 87 g, Gewicht Messer: 56 g
Klingenstahl:  Böhler N690, stonewashed
Grifflänge: 86 mm, Griffmaterial: ohne
Material der Scheide: Kydex
Tragemöglichkeiten: Neckie, Gürtel, Stiefel (mit zusätzlicher Befestigung)
Website des Herstellers: Extrema Ratio N.K.1

Die Optik des N.K.1 verblüfft! Der niedrige Griff mit einer Breite von 6,2 mm und der deutlichen Aussparung für Zeige- und Mittelfinger lässt keine gute Handlage vermuten. Um so größer ist die Überraschung, das ER Neckie liegt erstaunlich gut und sicher in der Hand. Eine Mulde auf dem Klingenrücken dient als Ablage und Druckpunkt für den Daumen, das Messer zeigt nur wenig Tendenz in der Hand zu verrutschen.

Neckie_Extrema_Ratio_NK1_01     Neckie_Extrema_Ratio_NK1_03

Die Kydex-Scheide ist von guter Qualität. Das Messer rastet mit einem vernehmlichen Klicken ein, sitzt sicher und spielfrei in der Scheide und lässt sich trotzdem ohne Kraftaufwand ziehen. Der pulvermetallurgische N690 Klingenstahl von Böhler gehört in die Oberklasse und ist von der Klingenspitze bis ans Griffende mit einem gleichmäßigen Stonewash-Finish versehen. Das Extrema Ratio „Neck Knife One“ ist schlicht, wirkt aber dennoch wertig und verführt zum Spielen. Die  Klingenform ist ungewöhnlich und erhöht den Reiz.

In drei Farbvarianten bietet Extrema Ratio sein Neckie an, neben dem hier gezeigten Stonewash-Finish ist das Messer auch in schwarz und als „Desert-Warfare“ Version erhältlich.

Das N.K. 1 ist über die gesamte Länge der Schneide rasiermesserscharf geschliffen aber die Schleifkanten sind unregelmäßig. Zweifellos ein Tribut an die Klingenform, die einen winkelgenauen Schliff erschwert. Bei einem Messer dieser Größe für rund 120,- Euro ist Perfektion Pflicht, daher eine halbe Note Abzug!

Fazit: Ein ordentlicher Klingenstahl, gutes Finish und eine perfekte Kydex-Scheide rechtfertigen den Preis. Mit der Form ist Extrema Ratio ein praxistaugliches Messer mit hohem Wiedererkennungswert gelungen.

Kaufempfehlung: Ja
Preis-Leistungs-Index: 2- („noch gut“)

Cheburkov-Russki Russki 01 1600
Messer,
Tools,
Zubehör
und
mehr ...
Slipjoints Messerkontor Wacholder
Exklusiv bei Messerkontor - made by Jürgen Schanz
Lucidus Outdoor
Thin Cut &

Lucidus Outdoor
Heavy Duty
Mehr zum Lucidus ->
Knife-Blog T-Shirt Drunter und drüber bild 1
Cool drüber
Cool drunter
Das Knife-Blog T-Shirt ist da!
Deutsche Messermacher Gilde - Thomas Hauschild

– Werbung –

Real Steel  Mini 127 / 2

Real Steel hat in seiner kurzen Firmengeschichten schon einige interessante und gut gemachte Messer vorgestellt und um es vorweg zu nehmen, das Mini 127 gehört dazu.

Neckie_Real_Steel_127_02

Handlicher und schneidfreudiger als es aussieht: das Mini 127 II von RSK

Gesamtlänge mit Scheide: 137 mm
Gesamtlänge Messer: 125 mm
Klingentyp: Drop-Point, Flachschliff, Plain Edge
Länge der Klinge: 63 mm, Schneide: 68 mm
Klingenstärke: 3,8 mm
Gewicht gesamt: 73 g, Gewicht Messer: 59 g
Klingenstahl:  D2, satiniert
Grifflänge: 62 mm, Griffmaterial: G-10
Material der Scheide: Kydex
Tragemöglichkeiten: Neckie, Gürtel, Stiefel (mit zusätzlicher Befestigung)
Website des Herstellers: RSK Mini 127

Das RSK Mini 127 V2 wird mit einer Kydex-Scheide, Kugelkette und einem Lanyard aus Paracord geliefert. Von der Größe her ein Neck Knife par excellence lässt es sich aber auch an ein TekLok montieren oder als Stiefelmesser tragen, Die Kydex-Scheide ist von guter Qualität, das Messer sitzt fest, sicher und lässt sich ohne Kraftaufwand ziehen. Die 2015er Version des Real Steel Mini 127 unterscheidet sich vom Vorgänger durch eine Klinge mit Flachschliff und einem abgerundeten Klingenrücken.

Das Mini 127/2 gehört zu den kleinsten Messern im Test aber überrascht bei der Handlage positiv. Noch während das Messer in der Scheide sitzt, kann der Zeigefinger durch das Fingerloch geschoben werden, dadurch hat man das Messer sofort fest und sicher in der Hand. Mittel- und Ringfinger finden Platz am Griff und der kleine Finger kann sich am Lanyard abstützen. Auch wenn das Neck Knife von Real Steel auf  den ersten Blick ein wenig unproportional wirken mag, in der Handhabung kann es restlos überzeugen.

Neckie_Real_Steel_127_01      Neckie_Real_Steel_127_03

Durch das geringe Gewicht von nur 73 Gramm einschließlich Scheide und Lanyard lässt das Real Steel Neckie bequem und unauffällig tragen. Der Klingenschliff ist gleichmäßig und symmetrisch, die Schärfe „Out-Of-The-Box“ ist sehr gut.

Fazit: Für einen Preis unter 40 Euro erhält man ein Neckie aus D2 Stahl und einer echten Kydex-Scheide. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel; Handlage und Handhabung ebenfalls.

Kaufempfehlung: Ja
Preis-Leistungs-Index: 1 („sehr gut“)


5.11 Tactical – Side Kick Boot Knife

Das Side Kick von 5.11 Tactical nennt sich zwar Stiefelmesser, besitzt aber die typischen Eigenschaften eines Neck Knife und wird mit einer Kugelkette als Zubehör ausgeliefert. 5.11 Tactical ist ein Mischkonzern, der neben Messern vor allem Kleidung, Schuhe und Ausrüstung für Militär und Polizei anbietet. Der Firmenname hat keinen militärischen Bezug wie man vermuten könnte, sondern leitet sich aus dem Klettersport ab. 5.11 ist der höchste Schwierigkeitsgrad einer Kletterwand, der im Yosemite Nationalpark in Kalifornien zu finden ist. Dort kam dem Firmengründer die Idee besonders strapazierfähige Kleidung herzustellen, nachdem er sich bei einer Klettertour seine Hosen ruiniert hatte.

5.11 Tactical vertreibt nicht nur Messer sondern auch Kleidung, Ausrüstung und Schuhe

Gesamtlänge mit Scheide: 143 mm
Gesamtlänge Messer: 140 mm
Klingentyp: mod. Drop-Point, Flachschliff, Combination Edge
Länge der Klinge: 48 mm, Schneide: 58 mm
Klingenstärke: 4,1 mm
Gewicht gesamt: 103 g, Gewicht Messer: 75 g
Klingenstahl:  AUS-8, schwarz beschichtet
Grifflänge: 87 mm, Griffmaterial: ohne
Material der Scheide: Kydex mit spezieller Vorrichtung zur Montage am Stiefel
Tragemöglichkeiten: Stiefel, Gürtel, Neckie
Website des Herstellers: 5.11 Tactical Side Kick

Der Klingenstahl AUS-8 gehört zur unteren Mittelklasse und lässt vermuten, dass die Messer von 5.11 Tactical  in China gefertigt werden. Hinsichtlich der schwarzen Beschichtung macht 5.11 keine Angaben, nach Augenschein dürfte die Beschichtung zwar nicht hochwertig ausfallen aber sie ist dem Black Field Messer deutlich überlegen. Mit dem Boot Knife von 5.11 Tactical bewegen wir uns im Preisbereich um 50 Euro, dafür kann man schon eine ordentliche Gegenleistung erwarten.

Das Side Kick ist eine Entwicklung von Mike Vellekamp für 5.11 Tactical aber die Konstruktion kann nicht wirklich überzeugen. Das Fingerloch des Side Kick fällt sehr groß aus und wirkt optisch und praktisch überdimensioniert. Der Griff ist hoch aber mit 4,1 mm sehr schmal; in Kombination mit dem großen Fingerloch ergibt sich eine etwas instabile Handlage. Besonders unangenehm macht sich die scharfkantige Skelettierung des Griffs bemerkbar, daher hält man das Messer unwillkürlich ein wenig zu locker.

Neckie_511_Side_Kick_01      

Die Scheide ist passgenau, das Messer rastet regelrecht in der Scheide ein und sitzt ein wenig zu straff.

Fazit: Das Side Kick bietet zwar die Option es als Neckie zu tragen, besser aufgehoben ist es aber am Gürtel oder im Stiefel. Weder bei der Materialwahl noch bei der Verarbeitungsqualität kann das Messer von 5.11 Tactical überzeugen, dem gegenüber steht ein moderater Anschaffungspreis. Die T-Shirts von 5.11 sind besser als deren Messer.

Kaufempfehlung: Nein
Preis-Leistungs-Index: 3 („befriedigend“)

Böker Plus Gnome

Der Gnome ist mit seiner Lederscheide natürlich kein echtes Neckie aber Böker bietet es als Neck Knife an und wer möchte, kann sich eine spezielle Scheide für das kleine Messer anfertigen lassen. Interessanterweise bezeichnet der Name „Gnome“ in der deutschen Sprache nicht das kleinwüchsige Fabelwesen, das von Paracelsius „Gnom“ oder Berggeist genannt wurde. Ein „Gnome“ ist ein kurzer Sinnspruch, der eine Lebensweisheit oder einen Leitsatz beinhaltet. Natürlich verdanken wird die Namensgebung nicht einem Ausflug in die griechische Spruchdichtung sondern einem unnützen Anglizismus: Böker verwendet das Wort Gnom in der englischen Schreibweise.

Necki_Boeker_Plus_Gnome_02

Kleiner Schönling: Das Gnome in der „Decade Edition“ ist ein echter Hingucker

Das Gnome gibt es in einer einfach gehaltenen Version und in einer „Decade Edition“ genannten Sonderauflage unter dem Handelsnamen Böker Plus. Beide unterscheiden sich sowohl durch die Klingenstähle wie auch durch die Griffmaterialien. Entwurf und Design des Messers entstammt der Feder von Jesper Voxnæs und auf der Klinge des Gnome ist sein Signet und sein Künstlername „Vox“ gelasert. Alle Fotos zeigen ein Messer aus der auf 600 Stück limitierten Sonderserie mit Kohlefaser Griff und roten Liner.

Gesamtlänge mit Scheide: 115 mm
Gesamtlänge Messer: 98 mm
Klingentyp: mod. Clip-Point, Hohlschliff, Plain Edge
Länge der Klinge: 56 mm, Schneide: 51 mm
Klingenstärke: 3,8 mm
Gewicht gesamt: 71 g, Gewicht Messer: 54 g
Klingenstahl:  VG-10, Two-Tone Finish mit teilw. Spiegelpolitur
Grifflänge: 39 mm, Griffmaterial: Kohlefaser
Material der Scheide: Leder mit Gürtelschlaufe
Tragemöglichkeiten: Gürtel
Website des Herstellers: Böker Gnome Decade Edition

Optisch ist das Böker Plus Gnome ein Hingucker, die Klinge aus VG-10 Stahl besitzt ein Two-Tone-Finish mit Spiegelpolitur auf dem Klingenblatt. Optisch und haptisch wirkt das Messer edel und eine hervorragend verarbeitete Lederscheide rundet diesen Eindruck ab. Das Messer ist wirklich klein, vor allem der knapp 4 cm lange Griff bewegt sich hart an der Grenze des Machbaren. Für den Zeigefinger gibt es eine Tiefe Mulde, der Daumen stützt sich ohne Jimping auf dem breiten Klingenrücken ab. Um das Gnome sicher zu halten, müssen Ringfinger und Kleiner Finger den dicken Lanyard aus Leder greifen.

Necki_Boeker_Plus_Gnome_03      Necki_Boeker_Plus_Gnome_01

Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet, die Materialien ordentlich und das Design von Jesper Voxnæs ist gelungen. Am Gürtel oder an einer kleinen Kydex-Scheide um den Hals lässt sich das Gnome mit seinen lediglich 54 Gramm gut tragen. Der Listenpreis für die „Decade Edition“ beträgt knapp 80 Euro.

Fazit: Als Backup würde ich das Gnome nicht einstecken aber vielleicht als cooles Drittmesser als Ergänzung zu Gürtelmachete und Titan-Folder.

Kaufempfehlung: Ja
Preis-Leistungs-Index: 2 („gut“)


Fast alle Messer dieses Vergleichstests wurden von Joe’s Messershop zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Joe für die freundliche und unbürokratische Unterstützung!

Joes_Messershop_statisches_Banner


Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Alle in diesem Artikel abgebildeten Fotos und Grafiken sind Eigentum des Autors.