Knife-Blog ist böse…

penguin-161356_640Kontakt zu und Austausch mit meinen Lesern ist für mich einer der interessantesten und spannendsten Aspekte meines Blogs. Im Gegensatz zu Monatszeitschriften gibt es keine Distanz zwischen Autor und Lesern und neben E-Mails sorgen vor allem die sozialen Netzwerke für engen Kontakt. Einige der vielen tausend  Leser geben gelegentlich Feedback zu den vorgestellten Messern, oft verbunden mit Lob und Anregungen oder konstruktiver Kritik. In letzter Zeit ist eine neue Art von E-Mails aufgetaucht – Kritik an einer angeblichen Verherrlichung von Waffen, zum Teil bereichert um Diffamierungen und persönliche Beleidigungen. Zeit für ein paar klare Worte…

Das Geschwätz, Waffen im Allgemeinen und Messer im Besonderen seien verdammenswerte weil menschenmordende Gegenstände, kann ich mittlerweile nicht mehr hören. Die eindimensionale Betrachtung, dass Waffen pauschal verboten gehören, da sie für Menschen gefährlich seien, ist sachlich falsch und zeugt von einem emotionalen, beinahe militanten (sic!) Pseudo-Pazifismus. Fast jeder Gegenstand, egal ob er nach der derzeitigen Gesetzgebung als Waffe oder Werkzeug gilt, beinhaltet das Potential, Menschen zu Schaden zu bringen. Eine Einteilung in gefährliche und weniger gefährliche Gegenstände ist daher höchst problematisch, wie der vor kurzem Angriff eines Asylbewerbers auf Polizisten in Frankreich mithilfe einer Fleischeraxt gezeigt hat.

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Mehr als Aufbau oder Gebrauchseigenschaften entscheidet die Handhabung über die Gefährlichkeit eines beliebigen Gegenstandes. Daher fordert und überprüft der Gesetzgeber persönliche Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein von Polizisten, Jägern, Sportschützen und allen anderen Personen, die Waffen legal besitzen dürfen. Von diesem Personenkreis geht nachweislich keine Gefährdung der Öffentlichkeit aus. Terroristen, Straftäter oder kriminelle Organisationen decken sich seit jeher mit illegalen Waffen ein. Ein Zusammenhang zwischen bei Straftaten oder Terrorangriffen verwendete Waffen zu Personen, die Waffen legal besitzen dürfen, existiert nicht und muss als böswillige Unterstellung betrachtet werden. In der Hand von politischen Extremisten oder religiösen Fanatikern hingegen, werden selbst Alltagsgegenstände zu gefährlichen Waffen. Das entscheidende Fragewort lautet also nicht was, sondern wer!

Waffen, namentlich Schusswaffen, die vom internationalen Terrorismus bisher bei Angriffen benutzt wurden, waren keine Waffen aus legalem Besitz. Es handelt sich vielmehr um eine Zweitverwertung der Waffen, die neben Russland und China auch westliche Länder – ganz legal und im Rahmen demokratischer Beschlüsse – zuvor in die Krisenregionen dieser Welt exportiert haben.

Meine „Verherrlichung von Mordinstrumenten“ im Rahmen der Reviews auf dem Knife-Blog „wären Gift für die Seelen unserer Kinder“ schrieb mir vor einigen Tagen ein Lehrer aus dem Fränkischen. Wie immer bei solchen Gelegenheiten wird die Tragödie von Winnenden missbraucht, um völlig unzusammenhängende Einzelargumente in einen scheinbar logischen Kontext zu setzen. Tatsächlich kann niemand vorhersagen, zu welchen Mitteln ein bösartiger oder verwirrter Mensch am Ende einer emotionalen Eskalation greifen wird. Sicher ist, er wird die Methode wählen, die seinen „Zielen“ bestmöglich zu dienen verspricht – das kann eine (selbstgebaute) Schusswaffe, (selbsthergestellter) Sprengstoff, frei erhältliches Gift, ein Kraftfahrzeug oder eben ein Haushaltsgegenstand und sogar ein Werkzeug sein. Die Behauptung, ein Täter hätte seine Tat nur deshalb begangen, weil es diese Gegenstände gibt oder über sie berichtet wird, ist nichts weiter als durchsichtige, ideologisch motivierte geistige Brandstiftung. Spekulationen dieser Art werden als vermeintliche Sachzusammenhänge geäußert und an diesem Punkt muss sich der Sprecher vorwerfen lassen, dass er die Grenze zur Demagogie längst überschritten hat.

Ein Klassiker, mit dem ich bei Diskussionen in regelmäßigen Abständen konfrontiert sehe, ist die Behauptung, in unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung dürfe nur der Staat Gewalt ausüben. Dieser rhetorische Schachzug ist leicht durchschaubar, denn der Sprecher fordert scheinheilig etwas, worüber längst Konsens besteht und was niemand zuvor bestritten hat. Dadurch möchte er sich in eine Position bringen, in der er sich ohne Sachargumente als Verteidiger von Recht und Ordnung aufspielen kann. Dass jemand eine Waffe oder einen Gegenstand mit Waffeneigenschaften besitzt oder besitzen möchte, gibt keinen Hinweis darauf, dass er das staatliche Privileg der Gewaltausübung in Frage stellen könnte. Auch wenn die Ausübung von Gewalt allein dem Staat obliegt und der Bürger dies ohne Einschränkung anerkennt, hat er sein Recht auf Selbstverteidigung weder relativiert noch verwirkt. Im Gegenteil, mit dem §227 BGB gesteht der Gesetzgeber jedem Menschen ausdrücklich das Recht zu, einen gegen ihn gerichteten rechtswidrigen Angriff mit allen Mitteln zu beenden. Wörtlich heißt es:

§227 BGB:
(1) Eine durch Notwehr gebotene Handlung ist nicht widerrechtlich.

(2) Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Interessant ist, dass der Gesetzgeber ganz bewusst auf jede Eingrenzung oder Beschränkung der Mittel verzichtet, die der Angegriffene einsetzen darf. Unter Notwehr ist man nur gehalten, nach Möglichkeit das Mittel mit der geringsten Einwirkung zu wählen. Auch tödliche Gewalt darf eingesetzt werden wenn kein geringeres Mittel zur Verfügung steht und dazu kann jeder geeignete Gegenstand benutzt werden. In solchen Fällen wäre also nicht die Waffe böse, sondern der Mensch, der den Gebrauch der Waffe durch sein rechtswidriges Verhalten erzwungen hat! Der Unterschied zwischen Opfern und Tätern ist in den letzten Jahren durch zahllose scheinheilige Debatten und politische Profilierungsversuche zunehmend unscharf geworden.

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Heute hielt ich die E-Mail einer „besorgten Mutter“, die nach eigenen Angaben bei der Suche nach einem Küchenmesser auf meine „von Waffenbesessenheit geprägte Webseite“ geraten war. „Der Gedanke, dass Tausende mit Klappmessern und Dolchen in der Öffentlichkeit herumlaufen“, ängstige sie und „gefährde die Sicherheit ihrer Kinder“ schrieb sie mir im Brustton der Empörung. Der dieser Argumentation zugrundeliegende Gedankengang sagt mehr über die Sprecherin als über die Angesprochenen aus. Nicht konkrete Gefahren, wie der internationale Terrorismus, organisierte Kriminalität oder die gegen Frauen gerichteten sexuellen Übergriffe in deutschen Großstädten im Silvestertag 2015 ängstigen die Mutter, sondern die Möglichkeit, dass unbescholtene Bürger/innen ein Messer in ihrer Hosen- oder Handtasche tragen.

Klares Statement: wer seine diffusen Ängste mit Gewaltphantasien verknüpft, um Vorurteile erweitert und diesen Gedankenbrei über die real existieren Gefahren erhebt, benötigt keine Antwort in Form einer E-Mail, sondern einen Psychiater. Deshalb bleiben Zuschriften mit solchen Inhalten zukünftig unbeantwortet und ich bitte im Vorfeld darum, von solchen Zuschriften Abstand zu nehmen.

Eines ist sicher, Knife-Blog wird auch zukünftig in der bekannten Form existieren. Messer und Blankwaffen werden das Thema sein und auch die allmonatlichen Ankündigungen irgendwelcher Wirrköpfe, gegen mich rechtlich vorzugehen und mich zum Schweigen zu bringen, werden daran nichts ändern!

Tom

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