IWA Outdoor Classics 2016 – Der Freitag

IWA-2016-Logo-300dpiDie IWA Outdoor Classics 2016 findet vom 4. bis 7. März im Messezentrum Nürnberg statt. Seit über 40 Jahren bringt die intenational ausgerichtete Messe Unternehmen und Fachbesucher aus aller Welt zusammen. Als führende Fachmesse in Europa für Jagd, Schießsport, Messer und  Outdoor Equipment gehört sie zu den wichtigsten Waffenmessen außerhalb der USA. Pünktlich um 09:00 Uhr hob sich am Freitagmorgen der Vorhang. Trotz der frühen Stunde und der Tatsache, dass viele Besucher erst im Laufe des Tages anreisen, war der Andrang zum Messestart beträchtlich. Erstmals gibt es auf der IWA eine (fast) reinrassige Messerhalle, wo alle namhaften Hersteller unter einem Dach vereint und über kurze Wege erreichbar sind.

Bevor sich jemand voller Begeisterung auf den Weg nach Nürnberg macht: die IWA Outdoor Classics ist eine reine Fachbesuchermesse. Für das breite Publikum bleiben die Tore verschlossen und die Zulassungskontrollen sind in diesem Jahr schärfer als je zuvor.

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Selbst für Firmen, die als Aussteller oder Kunden auftreten, erhält nicht jeder Mitarbeiter eine Zutrittsgenehmigung. Ausdrücklich weist die Messeleitung darauf hin, dass diese Beschränkung auch für Mitglieder der jeweiligen Geschäftsleitungen und Aufsichtsratsmitglieder glit. Kein Vergleich also zu vergleichbaren Messen in den USA, wo sich zehntausende Endkunden über die neuesten Produkte aus erster Hand informieren können.

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Daher wollen wir alle Messerfans jeden Tag auf einen Rundgang durch die Hallen mitnehmen. Viele Aussteller werden wir besuchen und über deren neue Produkte berichten. Daneben werden wir Interviews machen und uns über die Messertrends 2016 informieren.

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Eine Stunde vor Einlass sind die Parkplätze vor der Messe Ost bereits überfüllt. Punkt 9:00 Uhr ergießt sich ein Strom von Besuchern ins Foyer und unwillkürlich kommt bei dieser großen Zahl von Fachbesucher die Frage auf, wer alles als Fachbesucher durchgeht. Egal, nach einer Tasse Kaffee stürzen wir uns todesmutig ins Getümmel und unternehmen einen ersten Erkundungsrundgang durch die Messehalle 5. Die gestrige Hektik ist einem gepflegten und auf Hochglanz polierten Ambiente gewichen. Innerhalb von fünfzehn Minuten ist die Messerhalle soll voll, als würden heute alle Messer verschenkt. Trotzdem gibt es an manchen Ständen lange Gesichter. Bei Benchmade herrscht gähnende Leere in den Vitrinen. Die gesamte Messeausstattung liegt beim Zoll und wird nicht freigegeben, weil Benchmade einige Balisong im Gepäck hat.

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Wir überbrücken die Zeit mit einem Besuch bei Claude Dozorme, einem Familienbetrieb aus Thiers mit einer mehr als hundert Jahre langen Tradition im Messerbau. In Deutschland verbindet man mit diesem Hersteller aus der Auvergne üblicherweise Laguiole Messer der gehobenen Kategorie aber schon hält die IWA 2016 die erste richtig fette Überraschung parat. Neben klassischen und absolut sehenswerten Laguiole Messern liegen hochmoderne Taschenmesser mit einem ganz eigenen Charakter. Hier ist die Transformation klassischer regionaler Modelle in eine zeitgemäße, fast futuristische Übersetzung gelungen. Die Messer vereinen Herkunft und Charakter harmonisch mit modernster Fertigungstechnik und aktuellen Materialien. Über die Manufaktur Claude Dozorme, ihre Geschichte, die Familie hinter dem Unternehmen und ihre bemerkenswerten Messer werdet ihr in Zukunft noch einiges auf dem Blog lesen.

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Wir betrachten die Präsentationen einiger asiatischer Hersteller von LED-Taschenlampen. In einem Stand sitzen drei asiatische Schönheiten mit dem Rücken zur Kundschaft und diskutieren eifrig. Bei einem anderen Anbieter ist das Englisch der Hostessen – das Wort Fachberaterinnen verbietet sich in dem Zusammenhang – so dürftig, dass keine sinnvolle Kommunikation zustande kommen will. Bei Benchmade ist zu dieser Zeit immer noch Flaute und wir bieten unsere mitgebrachten EDC’s selbstlos zum Kauf an… Die Mundwinkel gehen nach unten: German Customs – wunderbar!

Unser nächster Besuch gilt Chris Reeve Knives. Am Stand werden werden wir von Anne Reeve und ihrem Sohn Tim begrüßt. Das Hauptinteresse gilt dem neuen Modell „Inkosi“. Tradtionell hat Chris einen Namen aus der Zulu-Sprache gewählt, der Begriff lässt sich mit „Chief“ oder Häuptling übersetzen. Unwillkürlich stellt man sich einen soliden Folder mit den Abmessungen des Umunmzaan vor doch das Inkosi überrascht. Es ist sogar ein wenig kleiner als das Small Sebenza, besitzt aber eine deutlich stabilere Klinge mit einem eher voluminösen Klingenblatt. Trotzdem ist das Inkosi schmaler als das kleine Sebenza, Reeve hat extra dünne aber dafür größere Washer entwickelt. Auch dem Inkosi werde ich demnächst ein detailliertes Review widmen.

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Tag1_12 Tag1_11 Sechs neue Designs der CGG Grafics, also die künstlerisch gestalteten Oberflächen der Sebenza Modelle runden die Neuerungen für das Jahr 2016 ab. Bei dieser Gelegenheit können wir mit einem Dauergerücht der Messerszene aufräumen: Die Firma Chris Reeve Knives ist weder verkauft noch gibt es Überlegungen in diese Richtung.  Vor einiger Zeit hat Tim Reeve die Leitung der Marketingabteilung übernommen und gehört der Geschäftsführung an. Vater Chris hat nach wie vor ein wachsames Auge auf Produktion und Qualität. Tims Freundin Marissa gehört inzwischen ebenfalls zum Familienbetrieb.  In nicht allzu ferner Zukunft wird der Generationswechsel erfolgen und Tim Reeve wird in die Fußstapfen seines Vaters treten.

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Im Stand neben Chris Reeve steht Greg Medford mit einem Mitarbeiter und lässt mit Engelsgeduld die immer gleichen Fragen der Besucher über sich ergehen. Entsprechend verspannt ist Greg zu Beginn unseres Treffens und wir beginnen ein Gespräch über dies und das. Greg taut nach und nach auf und der Besuch nimmt Zusehens Fahrt auf. Nach einer halben Stunde ist das Eis gebrochen und der begnadete Showman Greg Medford ballert uns ein unglaubliches Video in die Kamera (Veröffentlichung folgt).

Greg gehört zu den Leuten, mit denen man sich stundenlang unterhalten kann, ohne dass Langeweile aufkommt. Die Messer tun ein übriges! Greg hat nicht nur seine bekannten Praetorian „bad-ass“ Big-Knives mitgebracht, sondern mit dem Infraction auch einen Folder, der ein universelles EDC abgibt, ohne die Hose in Richtung Knöchel zu ziehen. Über Greg werde ich Euch in den kommenden Wochen in Wort und Bild berichten und ich verspreche Euch nicht nur eine gradlinige Persönlichkeit, sondern auch jede Menge richtig geiler Messer.

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Inzwischen muss die deutsche Obrigkeit ein Einsehen mit Benchmade gehabt haben und am Stand wird heftig gewerkelt. Wir verschieben unseren Termin auf Samstag Mittag. Anders als gedacht verläuft mein Besuch bei Todd Begg. Ich hatte mit aufsehen erregenden Customs des genialen Designers gerechnet und finde… in China bei Reate und in Maniago produzierte Serienmesser. Alle durchaus in sehr netten Design und der gewohnt guten Verarbeitung aber eben keine Customs aus US Produktion.

Aufschlussreicher ist ein Besuch bei Wicked Edge. Firmengründer Clay Allison bittet mich in seinen Stand und wir beginnen ungezwungen zu fachsimpeln. Clay erzählt ausführlich, wie er seinerzeit die erste Version seines Schärfgerätes entwickelt hat. Offen konfrontiere ich Clay mit meinem im Review geäußerten Lob und auch mit meiner Kritik, wobei ich mich gleichzeitig frage, ob ich gleich acht kantig aus dem Stand fliege. Dann passiert Erstaunliches: Clay gibt mir recht und präsentiert die Evolutionsstufe 3 des Wicked Edge Knife Sharpeners. Bei diesem Nachfolgemodell sind die von mir seinerzeit kritisierten Schwachpunkte vollständig behoben und die Arbeit mit dem Gerät gestaltet sich erheblich einfacher und nahezu narrensicher. Wermutstropfen ist wieder einmal der Preis: schlapp 800 Euro muss der Messerfreund für ein komplettes WEKS3 aus dem Geldbeutel holen.

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Gerber Fiskars ist eine weitere Überraschung der IWA 2016. Da liegen eine ganze Reihe sehr interessante Messer zu Preisen, die sich auch ein nicht Messerjunkie leisten kann. Die Qualität der Messer überrascht mich, gute Klingenstähle (S30V, 154CM) und eine auf den ersten Blick sehr ordentliche Verarbeitung und Handhabung machen Appetit auf mehr. Bisher haben weder Gerber noch Fiskars auf dem Blog Erwähnung gefunden aber ich bin sicher, dass in Kürze das eine oder andere Modell von Gerber präsentieren werden. Seid auf Überraschungen gefasst!

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Eigentlich hätte ich heute noch Nightcore auf dem Zettel gehabt aber es zieht mich zum anderen Ende der Halle und im Gespräch mit Greg Medford vergeht eine weitere Stunde wie im Flug. Unter anderem weiß ich jetzt, an welchen mikroskopisch kleinen Details man die verschiedenen Schleifer bei MKT unterscheiden kann. Ich kenne die Eigenheiten des „grinds“ von Joe und habe Spaß daran, mein neu erworbenes Wissen an der Auslage zu testen. Unbezahlbare Einblicke, die für den vom vielen Reden wunden Hals und die Plattfüße mehr als entschädigen.

Mehr von der IWA Outdoor Classics 2016 lest ihr morgen Abend auf Knife-Blog. Seid gewarnt 😉


Text und Redaktion: Thomas, Fotos: Andreas
Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.
Alle Bilder und Grafiken in diesem Artikel sind Eigentum der Autoren.

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