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Hightech Messergriffe im 21. Jahrhundert

Die Anforderungen an Materialien für Messergriffe sind hoch, denn sie müssen mehrere teils gegensätzliche Eigenschaften in Einklang bringen. Glatt aber keinesfalls rutschig mit perfekter Ergonomie sollen Messergriffe sein, sie müssen gut zu bearbeiten, formstabil, haut- und umweltfreundlich und witterungsbeständig sein. Das Gewicht spielt ebenfalls eine Rolle, denn die Balance des Messers darf nicht leiden und schlussendlich muss der Griff auch noch gut aussehen. Viele Materialien erfüllen einige dieser Forderungen aber nur ein moderner Hightech Kunststoff besitzt alle geforderten Eigenschaften.

Es gibt kaum ein Material auf der Welt, das nicht irgendwann einmal als Messergriff verwendet wurde. Seit frühester Zeit benutzte der Mensch Knochen, Horn und einfache Hölzer als Griffmaterial für seine Klingen. Egal ob Waffe oder Werkzeug, ein gut geformter, stabiler Griff erhöht sowohl die Sicherheit eines Messers wie auch seine Gebrauchseigenschaften. Auf das Grundsätzliche heruntergebrochen besteht ein Messer nur aus Klinge und Griff – alles andere ist verzichtbares Beiwerk.

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Horn und Knochen gehören in der Messerszene längst der Vergangenheit an obwohl Horn bei Jagdmessern immer noch populär ist und so in der Szene immerhin eine Nischenrolle spielt. Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Zahl der für Messergriffe verwendeten Materialien stark gestiegen, wobei sich mehrere Kunststoffe als besonders geeignet erwiesen haben. Einige Kunststoffe findet man fast ausschließlich im unteren Preissegment, dabei handelt es sich hauptsächlich um Polyvinylchlorid (PVC) oder glasfaserverstärktes Nylon (FRN). Beides sind Massenkunststoffe und besitzen in der Messerwelt keine hohe Reputation, daher werden sie unter verschiedenen Handels- oder Fantasienamen auf den Markt gebracht.

In der Praxis können die Massenkunststoffe nicht überzeugen, in höheren Preisklassen dominieren daher Titan, Carbon und Micarta. Letzteres ist allerdings mit dem Makel behaftet, dass Stäube, die durch Bohren, Fräsen oder Sägen entstehen, nicht eingeatmet werden dürfen und gesundheitsgefährdend sind. Zudem müssen Materialreste aufwändig entsorgt werden. Der zur Zeit bekannteste und am weitesten verbreitete Kunststoff für Messergriffe ist G-10, bei dessen Herstellung dünne Glasfasermatten mit Epoxydharzen getränkt und mittels Druck und Hitze untrennbar miteinander verbunden werden.

Juma®, „Woodland“ macht auch auf der Jagd eine gute Figur

Zählt man die Materialien für Messergriffe, die aktuell verwendet werden zusammen, scheinen alle denkbaren Anforderungen abgedeckt zu sein. Tatsächlich konnte von den reinen Kunststoffen nur G-10 überzeugen aber hinsichtlich Farbgebung und künstlicher Maserung gab es noch deutlich Luft nach oben. In diese Marktlücke ist die deutsche Firma Bachmann Kunststoff Technologien GmbH aus Rödermark im hessischen Landkreis Offenbach gestoßen. Mit dem Werkstoff Juma® wurde ein Hightech Kunststoff präsentiert, der alle Anforderungen an ein Material für Messergriffe erfüllt.

Interessanterweise ist der neue Werkstoff nicht entstanden, weil die Entwicklungsingenieure bei Bachmann darauf aus waren, einen speziellen Kunststoff für Messergriffe zu entwickeln. Dass Juma® die vielfältigen Anforderungen für Messergriffe perfekt erfüllen kann, wurde erst bei nachträglichen Testreihen bestätigt. Trotzdem ist Juma® natürlich kein Zufallsprodukt. Wir verdanken diesen Werkstoff letztlich engagierten Tierschützern und einer Konferenz im amerikanischen Washington.

Seit Jahrhunderten wurden Elefanten getötet, um die Stoßzähne aus Elfenbein zu erbeuten. Angehörige des Adels schmücken sich mit Elfenbein, Gläubige verwendeten das seltene Material um ihren Gott zu ehren und Wilderer verdienten Unsummen durch das Abschlachten der Tiere. In den 1980er Jahre wurde der Bestand von Elefanten auf der Erde durch Wilderei halbiert und die Gefahr des Aussterbens dieser Tierart wurde real. Nach jahrelangem Geschacher um Geld, Gewinne und Tierrechte wurde endlich am 17. Oktober 1989 das Washingtoner Artenschutzabkommen verabschiedet. Der Handel mit Elfenbein wird darin streng reglementiert und der Wilderei sollte ein Ende gemacht werden (Kurzinfo:  ARD Mediathek).

Nach Verabschiedung des Washingtoner Artenabkommens war durch Zertifikate legalisiertes Elfenbein nur noch in geringen Mengen verfügbar und der Preis stieg ins Astronomische. Dadurch entstand eine Marktlücke für einen Kunststoff, der in Aussehen und Eigenschaften Elfenbein bestmöglich entsprach. Das war der Startschuss für die Entwicklung von Elforyn® bei Bachmann Kunststoff Technologien. Eine Weiterentwicklung stellt Juma® dar, das außer in Elfenbeintönen auch in vielen anderen Farben und Mustern hergestellt wird.

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Ein besonderer Hingucker ist Juma® in der Farbvariante „Golden Dragon“.

Während Elforyn® als Elfenbeinersatz vor allen in der Schmuckindustrie, dem Kunsthandwerk und Instrumentenbau Verwendung findet erfüllt Juma® alle Voraussetzungen als Werkstoff für Messergriffe.

Die wesentlichen Eigenschaften von Juma® sind:

Ausgezeichnete mechanische Bearbeitbarkeit wie bohren, fräsen schleifen und polieren.
Geringe Bruchgefahr durch hohen E-Modul und homogenen Gefügeaufbau.
Hochwertige Oberfläche durch hohe Oberflächenhärte und geringe Abriebverluste.
Beständig gegen alle üblichen Stoffe wie Reinigungsmittel, Öle, Fette, schwache bis
mittlere Säuren und Laugen.
Sehr geringe Wasseraufnahme (hydrolysestabil).
Thermische Formgebung in siedendem Wasser ist möglich.
Polier- und lackierbar zur Herstellung glänzender oder matter Oberflächen.
Angenehme Haptik durch gute thermische Eigenschaften.
Es besteht die Möglichkeit der Lieferung von Vorformlingen zur Abfallreduzierung.

Viele Messermacher und auch große Hersteller sind bereits auf Juma® aufmerksam geworden. Immer auf der Suche nach Innovationen wurde die Heinrich Böker Baumwerk GmbH sehr schnell auf Juma® aufmerksam und stattet bereits zahlreiche Messer mit Griffen aus diesem Werkstoff aus. Die Auswahl an Farben und Mustern ist durch die Herstellungstechnik von Juma® nur durch die Fantasie der Designer begrenzt; aus technischer Sicht sind auch komplizierten Mustern und feinsten Farbnuancen keine Grenzen gesetzt.

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So deckt das Angebot neben zwei elfenbeinfarbenen Variationen nahezu die gesamte Farbskala ab. Von leuchtend Orange, Zitronengelb oder Giftgrün reicht das Angebot über „taktisches“ Schwarz bis zu einer Palette von vier militärischen Camouflage Mustern.

Die Military Camouflage Serie waren die ersten Griffmaterialien mit farbigen Mustern aus Juma, inzwischen sind mehrere Muster in verschiedenen Farben erhältlich. Ein optischer Leckerbissen ist das „Snake pattern“, eine realistische Imitation der Oberfläche von Schlangenhaut. Dabei orientieren sich die Farbgebung nicht an echten Schlangenarten sondern ist im edlen Elfenbeinton oder in poppigen Farben erhältlich.

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Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bachmann Kunststoff Technologien GmbH.

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