Pro & Contra – wie Knife-Blog wertet

legal-450202_640Bei Aussagen über Messer, deren Qualität oder Praxistauglichkeit kann man sich noch so sehr um Objektivität bemühen, der subjektive Eindruck des Rezensenten wird unweigerlich in die Beurteilung mit einfließen. Fakten und Meinung sind dadurch immer in einer gewissen Weise verbunden, trotzdem soll ein Höchstmaß an Transparenz und Objektivität gewährleistet werden. Um diesem Ziel näherzukommen hat Knife-Blog für sich und seine Leser ein paar Kriterien und Eckpunkte definiert…

Jeder Messerfreund hat seine Erfahrungen, Affinitäten und Abneigungen und der Faktor Mensch spielt selbstverständlich auch bei Knife-Blog eine Rolle. Dennoch sollen die Reviews fair und die Ergebnisse nachvollziehbar sein. Deshalb sollen die Bewertungskriterien öffentlich bekannt und transparent sein. Der Grundgedanke hinter dem Knife-Blog Bewertungssystem ist, dass ein perfektes Messer 100 Punkte oder 100 Prozent erreicht. Von diesem Maximalwert werden bei konstruktiven, technischen oder praktischen Mängeln mehr oder weniger deutliche Abzüge vorgenommen.

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Die angesprochene Objektivität ist ein schwieriger Punkt. Jeder kennt das Problem: der Wein, der einem im Urlaub wie ein Vorgeschmack auf das Paradies vorkam schmeckt Zuhause wie ein Gewächs vom örtlichen Rangierbahnhof. Kein Tag ist wie der Andere und daher ist eine subjektive Komponente immer mit im Spiel. Bewusste Verfälschungen gibt es hingegen nicht! Bei Knife-Blog gibt es keine Gefälligkeitsgutachten, keine gekauften Meinungen, keine Rücksicht auf große Namen und keine Kompromisse, wenn das zu begutachtende Messer Mängel aufweist.

Jede Bewertung eines Messers auf Knife-Blog setzt sich aus sechs Einzelwertungen zusammen:

  1. Materialqualität von Klinge und Griff
  2. Verarbeitungsqualität des Messers
  3. Qualität des Zubehörs
  4. Handlage, Ergonomie und Sicherheit
  5. Praxistauglichkeit
  6.  Preis-Leistungs-Verhältnis

Materialqualität von Klinge und Griff

Die Bewertung eines Messers erfolgt auf Knife-Blog immer im Kontext seines Preises. Was für ein preiswertes Modell als akzeptabel gewertet werden kann würde bei einem Messer der Mittel- oder Oberklasse zu Abzügen führen. Sehr häufig ist dies beim verwendeten Klingenstahl der Fall. Ein gutes Beispiel sind Klingenstähle der unteren Mittelklasse, also zum Beispiel AUS-8 oder 8Cr13Mov. Die Verwendung eines solchen Stahls für ein Messer unter 60 Euro kann im Review zwar kritisch kommentiert werden, führt aber beim Gesamtergebnis nur zu einer geringfügigen Abwertung. Ganz anders bei einem Messer, für das der Käufer 150 Euro oder mehr ausgeben muss. In dieser Preiskategorie würde ein unterklassiger Stahl zu einer sehr deutlichen Abwertung führen.

Verarbeitungsqualität

Messer decken einen Preisbereich von zehn bis zu mehreren Tausend Euro ab und der Anspruch nach perfekter Verarbeitung steigt parallel zum Preis. Wie beim Material gilt auch bei der Verarbeitungsqualität, dass außer bei preiswerten „Budget“ Knives jeder Fehler oder Verarbeitungsmangel zur Abwertung führt. Dabei kann es sich um Werkzeugspuren, lockere Griffschalen, schief angesetzte Schrauben, ungleichmäßige Bearbeitung der Oberflächen, schlechten Klingengang, geringe Passgenauigkeit der verbauten Komponenten oder ähnliche Mängel handeln. Auch in diesem Punkt gilt: je teurer das Messer und desto schwerwiegender der Mangel desto höher der Punktabzug.

Zur Verarbeitungsqualität gehört der Klingenschliff. Optimalerweise weist eine Klinge entlang der gesamten Schneide und auf beiden Seiten einen konstanten Schleifwinkel auf. Die Spitze muss sauber zugeschliffen und von perfekter Symmetrie sein. Die Qualität der Klinge wird anhand einer zehn Punkte Skala beurteilt:

  • 10/10 = In jeder Hinsicht perfekter Schliff und extreme Schärfe entlang der gesamten Schneide.
  • 9/10 = Überdurchschnittlich scharf entlang der gesamten Schneide, absolut winkelstabiler Schliff, perfekte Spitze.
  • 8/10 = Sehr scharf entlang der gesamten Schneide, weitgehend winkelstabiler Schliff, perfekte Spitze.
  • 7/10 = Klinge ungleichmäßig scharf und/oder Schliff nicht winkelstabil und/oder Spitze unsymmetrisch.
  • 6/10 = Schärfe der Klinge ist gerade noch ausreichend und/oder deutliche Fehler im Schliff.
  • 5/10  bis 1/10: Klingenschliff ist mangelhaft oder ungenügende Schärfe.

Qualität des Zubehörs

Der Klassiker in diesem Bereich sind schlecht verarbeitete Kydex-Scheiden, die zudem oft auch noch aus zu dünnem Material gefertigt werden. Selbst bei Messern der gehobenen Preiskategorien findet man diesen Mangel häufig und wenn ein Hersteller meint, dass für den Käufer seines 500 Euro teuren Outdoormessers eine lausig angepasste „Karo-Einfach“ Scheide ausreichend ist, wird das Messer im Review deutliche Abwertung hinnehmen müssen.

Auch bei Lederscheiden liegt der besondere Augenmerk auf Passgenauigkeit und Verarbeitungsqualität. Die Sauberkeit und der gerade Verlauf aller Nähte, das verwendete Garn und die Materialqualität des Leders  spielen wichtige Rollen. Sonstiges Zubehör (Schleifstäbe, Fire Starter etc.) wird nach Qualität und Funktionalität beurteilt.

 Handlage, Ergonomie und Sicherheit

monument-1027541_600Die ersten beiden Kriterien, Handlage und Ergonomie, sind bei einem Messer am schwersten zu beurteilen. Zu verschieden sind die physischen Eigenschaften der Messerfans und ihre Erwartungen an die Handhabung, als dass man allgemeingültige Regeln definieren könnte. Obwohl letztlich die Ergonomie eines Messers über seine Gebrauchsfähigkeit entscheidet, werden Abzüge nur bei eindeutigen Einschränkungen bei der Handhabung oder bei konstruktiven Fehlern vorgenommen. Die Einschätzung der Handlage orientiert sich an Empfinden und Erfahrung des Autors und fließt in das Review ein.

Ganz anders liegt der Fall, wenn die sichere Handhabung des Messers durch das Design oder konstruktive Mängel beeinträchtigt wird. Droht ein Verletzungsrisiko durch scharfe Kanten, schlechte Verarbeitung oder eines schlecht konstruierten oder eingestellten Lock wird die Abwertung entsprechend deutlich ausfallen.

Praxistauglichkeit

In diesem Punkt wird der Frage nachgegangen, ob das Messer für die Aufgaben geeignet ist, die sein Hersteller oder Designer dem Messer zugedacht hat. Da die Einsatzmöglichkeiten für das Werkzeug Messer nicht zählbar sind, orientiert sich die Bewertung ausschließlich an den Werbeaussagen der Hersteller und nicht an denkbaren Verwendungsmöglichkeiten. Bewirbt also der Hersteller ein 425 Gramm schweres Messer als Neck Knife, wird das Gewicht bei der Praxistauglichkeit zu einer negativen Bewertung führen. Ähnliches gilt, wenn Klingen zu lang, zu kurz, zu dick, zu dünn, zu breit oder zu schmal sind, um gute Dienste beim empfohlenen Einsatzzweck zu leisten.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Qualität von Material und Verarbeitung müssen in einem gesunden Verhältnis zum Preis stehen. Je höher der vom Hersteller oder Händler verlangte Preist ist, desto höher dürfen und müssen die Anforderungen an die Qualität sein. Das Preis-Leistungs-Verhältnis fließt daher immer in die abschließende Bewertung ein. Auch hier gilt wieder: ein und der gleiche Mangel für bei einem hochpreisigen Messer zu einer stärkeren Abwertung als bei einem billigen Arbeitsmesser.

Werkzeugspuren sind ein gutes Beispiel. Hässlich und vermeidbar ärgern sie den Messerfreund aber die negative Wirkung oberflächlicher Kratzer hat über den optischen Mangel hinaus keine Konsequenzen für die Gebrauchsfähigkeit oder Sicherheit. Ein Messer der Budget-Klasse muss in solchen Fällen eine moderate Abwertung hinnehmen, ein Messer der Mittelklasse wird spürbar abgewertet und ein Messer der preislichen Oberliga wird bei mangelnder Sorgfalt seines Herstellers massive Abwertungen hinnehmen müssen.

Grundsätzlich wird Handarbeit als positive Eigenschaft gewürdigt, sofern der Hersteller die Arbeiten nicht in Billiglohnländern vornehmen lässt. Produktionsstandorte in Billiglohnländern werden beim Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigt. Das niedrige Lohnniveau in vielen Ländern muss zwangsläufig zu niedrigeren Verkaufspreisen führen als bei Messern, die in Westeuropa oder den Vereinigten Staaten produziert werden.

Dass es jemals ein Messer mit 100 Punkten geben wird, ist unwahrscheinlich, denn Perfektion kann man nur anstreben aber nie erreichen. Erhält ein Messer also eine 95 Prozent Wertung, liegt es qualitativ nicht nur weit über dem Durchschnitt seiner Klasse, es bietet zusätzlich auch ein gutes bis sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Durch eine Grafik wird die Gesamtbewertung auf einen Blick sichtbar gemacht:

Das Gesamtergebnis wird grafisch dargestellt, in die Gesamtwertung fließen alle Einzelwertungen ein.

In früheren Reviews haben Messer eine Kaufempfehlung oder nur eine Empfehlung mit Fragezeichen erhalten, diese Wertung wird zukünftig deutlich präziser ausfallen. Wenn im Review bei Sonderfällen keine individuelle Empfehlung gegeben wird, gilt für alle Ergebnisse von 70 Prozent und aufwärts eine automatische Kaufempfehlung. Im Mittelfeld zwischen 40 und 65 Prozent hängt der Kauf wesentlich davon ab, ob ein Messerfreund die festgestellten Abwertungsgründe für den geplanten Einsatz des Messer als entscheidend ansieht oder nicht. Bei Gesamtergebnissen unterhalb von 40 Prozent werden die Abwertungsgründe in der Regel so offensichtlich sein, dass sich die Frage der Kaufempfehlung von selbst beantwortet.


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Bildnachweis:
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