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Folder von Strider Knives – Übersicht, Bezeichnungen, Abkürzungen

Messer von Strider Knives haben seit Jahren eine große und ständig wachsende Fangemeinde. Obwohl die kalifornische Firma eine vergleichsweise kleine Modellpalette hat, ist die Verwirrung um Modellbezeichnungen und Messertypen groß. Die „Strider Welt“ ist voller Abkürzungen und kryptischer Akronyme und kein Tag vergeht, ohne dass nach der Bedeutung von „SnG“, „BOS“ oder „CRT“ gefragt wird. Knife-Blog hat die wichtigsten Abkürzungen und Informationen rund um die Folder von Strider zusammengefasst.

Die Messerwelt ist gut gefüllt mit klangvollen Namen und global agierenden Herstellern. Viele Firmen haben Fans auf allen Kontinenten. Trotzdem ist der Konkurrenzdruck gewaltig und jeder Hersteller muss sich die Wertschätzung mit jedem Entwurf aufs Neue verdienen. Jeder Hersteller? Nein! Eine kleine Firma aus Kalifornien läuft seit Jahren gegen den Trend und kann auf eine Fangemeinde blicken, von deren Geduld, Wohlwollen und Markentreue jeder andere Messerhersteller nur träumen kann.

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Die Rede ist von Strider Knives. Was ist das Besondere an der Firma aus San Marcos nahe der amerikanischen Metropole San Diego? Diese Frage beschäftigt Messerfans und Konkurrenten gleichermaßen. Strider hat eine überschaubare Menge von Serienmodellen im Angebot, die Preise sind deftig, wenn auch nicht überteuert und die Qualität der Serienware lag nicht immer auf einem konstant hohen Niveau. Dafür fährt Firmenchef Mick Strider eine interessante Strategie: den relativ „einfachen“ Serienmessern steht eine Vielzahl von soliden Midtech Messern („Performance)“ und aufwändig verarbeiteten und kreativ gestalteten Customs gegenüber.

Bild 1: Custom von Duane Dwyer mit einer Klinge aus San-Mai Damast

Kontroversen

An Strider scheiden sich die Geister. Schon immer. Strider Knives polarisiert und spaltet die Messergemeinde in zwei mehr oder weniger unversöhnliche Lager. Auf der einen Seite stehen Messerfans, die Messer von Strider als teuren Edelschrott bezeichnen und meist eine lange Liste tatsächlicher oder vermeintlicher Fehlleistungen zitieren können. Auf der anderen Seite stehen glühende Verfechter der Marke, deren Überzeugung beinahe religiöse Züge annimmt. Der Raum dazwischen ist schmal; nur wenige Messerfans haben keine oder eine differenzierte Meinung zu Strider Knives.

Striders Erfolg hat viele Gründe. Ein Grund ist die klare Modellpolitik, ein weiterer die künstliche Verknappung der Messer durch den Verzicht auf galoppierende Massenproduktion. Letzteres gibt der Firma die Möglichkeit, starken Einfluss auf Preise und Händlerverhalten zu nehmen. Preis- und Rabattschlachten wie bei Spyderco gab und gibt es bei Strider nicht. Dafür sind die Messer ausgesprochen wertstabil und erzielen beim Wiederverkauf, selbst mit leichten Gebrauchsspuren, fast immer ihren Katalogpreis.

Ein weiterer Grund ist das Image, mit dem Mick Strider seine Firma und seine Messer umgibt. Die Mixtur der Nähe zu verschiedenen US-Spezialeinheiten und deren „harte Kerle“ Image verbindet Strider geschickt mit seiner eigenen Geschichte als  „Böser Bube“. Damit punktet er länderübergreifend. Während ein deutscher Konkurrent, der über keinerlei nennenswerte militärische Meriten verfügt, im schwarzen Kampfanzug durch Messehallen stolziert, steht Mick Strider mit einer alten aber echten Camouflage Hose am Stand. Diese un­prä­ten­ti­öse Authentizität kommt in der Messerwelt an auch wenn Strider selbst bezüglich seiner militärischen Laufbahn einige Einlassungen korrigieren musste.

Marketing und Präsentation handhabt Strider ausgesprochen geschickt. Strider ist kompromisslos, macht Kunden und Händlern klare Ansagen, zieht erkennbar „sein Ding“ durch und setzt damit einen Kontrapunkt zur anschmiegsamen Beliebigkeit vieler anderer Hersteller. Alles zusammen macht Strider Knives cool und aus welchen Grund auch immer, die Messer umgibt eine lässige Verruchtheit und ein Hauch Pulverdampf. Eine rationale Erklärung gibt es nicht. Messer haben immer eine ausgeprägte emotionale Komponente und die wird von Strider perfekt bedient. Der letzte Erfolgsgrund ist so augenfällig wie unwiderlegbar: die Messer sind praxistauglich und (heute) qualitativ deutlich besser als ihr Ruf!

Bild 2: Ohne optischen Schnickschnack dafür leicht und funktionell: Strider SnG CC

Abkürzungen und Strider Vokabeln

Die Listen der Abkürzungen, Fachausdrücke und des „Strider Slangs“ sind zahlreich und begründen immer wieder Fragen und Missverständnisse. Die komplexe Materie steht jedem Anspruch auf Vollständigkeit entgegen; möglicherweise können Fakten noch ergänzt oder präzisiert werden. Über Hinweise, Ergänzungen oder eventuelle Korrekturen wäre ich dankbar und werde sie in diesen Artikel einbauen.

  • BC – Battleship Camouflage (Muster im Stil tarnender Schiffslackierungen, Dazzle)
  • BBN – (Bobcat Tail) Variante der Griffform bei Customs von Duane Dwyer
  • BO – Black Oxide (schwarze Klingenbeschichtung)
  • BOS (BOS Stempel) Paul Bos härtete die Klingen aller Strider Messer bis September 2005
  • Bull Pivot – Verstärkte Achsschraube ab SnG Gen. 4
  • CC – (Concealed Carry) abgerundete, glatte und etwas dünnere Griffschale
  • Chisel Grind – Meißelschliff, einseitig angeschliffene Klinge, oft bei Duane Dwyer Customs
  • Colab – Abkürzung Collaboration, also Kooperation, „colab Marfione“ bedeutet Design / Herstellung gemeinsam mit der Firma Marfione Custom Knives
  • CRT – Chemical Rot Treatment (Ursache früher für den „Strider Geruch”)
  • DDC – Duane Dwyer Custom
  • Digi – auch Digicamo – Klingenbeschichtung mit militärischem Tarnmuster (Digital Camouflage)
  • DGG – Double Gunner Grip, beide Griffschalen besitzen die GG↑ Oberflächenstruktur
  • DOC – Messermodell aus einer Colab↑ mit Marfione Custom Knives
  • Double Digi – Klinge und Lockside eines Folders mit optisch abgestimmten, militärischem Tarnmuster (Digital Camouflage)
  • Dauntless – Messermodell aus einer Colab↑ mit TAD Gear
  • DP – Drop Point Klinge
  • Flamed Ti – Streifenartige Anodisierung der Titan-Grundplatte
  • Flat Grind – Flachschliff über etwa 2/3 der Klingenhöhe, z. B. bei SnG Gen. 5
  • Frag – fragmented pattern, eine rautenförmig eingefräste Struktur auf Titan-Griffschalen, abgeleitet von der Erscheinung einer bestimmten Bauform von Handgranaten (fragmentation grenade, Mills Bomb)
  • Full Bevel Grind – Flachschliff über die gesamte Fläche der Klinge
  • FWP – Flying War Penis (Strider Logo), ein Blick auf das Logo erklärt den Nicknamen…
  • GD – Ghost Digicam (Eine besondere Farbvariante beim Digital Camouflage Design)
  • GG – Stark strukturierte Griffschale ohne abgerundete Ecken (Gunner Grip); 1911er Griffschalen!
  • GS – Ghoststripes, Stonewash mit gestrahltem Streifenmuster
  • Hollow Grind – Hohlschliff. Findet sich bei verschiedenen Klingenformen an Customs und Serienmessern.
  • Jibble Grind – Variante des Nightmare Grind an Customs von Mick Strider. Unterscheidet sich durch einen langgestreckten Bogen im vorderen Teil der Schneide. Benannt nach einem Horrorclown in einem Stephen King Roman.
  • LBS – Lock Bar Stabilizer (Überdehnschutz der Lockbar nach Rick Hinderer)
  • Lefty – Messer in Linkshänderausführung
  • Lego – Flache Griffschalen, griffige Oberfläche mit gerundeter Kante. Häufigste Griffvariante bei Strider Foldern.
  • Lockrock – Klingenspiel durch rutschende Lockbar (Meistens bei altem Lock Face)
  • MSC – Mick Strider Custom
  • Nightmare Grind – komplexer Klingenschliff bei Mick Strider Customs, der zwei oder drei Anschliffe kombiniert

Bild 3: Mick Strider Custom

  • NM – Nightmare Folder (SnG in XL Format; hauptsächlich bei Customs vom Mick Strider)
  • NSN – National Stock Number (Mehrere Fixed von Strider und das SMF besitzen eine NSN, z.B.  hat das SMF die NSN 1095-01-531-5015)
  • Performance – Midtech Messer; Standardmodelle mit einem hohen Anteil Handarbeit und oft hochwertigen Materialien
  • R – Recurve (Klingenform mit bogenförmig ausgeschliffener Schneide oder leichter Wellenform
  • S – Spear Point (Klingenform Speer)
  • SLCC – Slim Line Concealed Carry (Neck Knife Modell von Mick Strider mit unterschiedlichen Klingenlängen)
  • SBMF – SMF aus der Kooperation mit Buck (Strider/Buck Military Folder)
  • SMF – (Strider Military Folder) großer Folder mit 4 Zoll Klinge
  • SMD – Custom von Sheila Dwyer, der Ehefrau von Duane
  • SnG – siehe ausf. Erklärung am Ende dieser Liste
  • ST – Spanner Tool oder Strider Tool (meist zylindrisches Werkzeug zum einstellen und lösen der Achsschraube)
  • SW – Stonewashed
  • T – Tanto Klinge
  • Ti – Titanium
  • Tiger Stripes – Klingenbeschichtung hell mit dunklen Streifen
  • VC – Velcro Case (Nylon Tasche für Strider Custom Knives)
  • XL – (Xtra Large) vom Modell SMF erscheinen kleine Midtech Serien oder Customs in „Übergröße“ und werden mit XL gekennzeichnet
  • Yeti – Customs mit besonders aufwändig gestalteter Klingengeometrie und (oft) kunstvoll anodisierten Titangriffschalen und Damaststählen. Yeti Modelle liegen im mittleren vierstelligen Dollarbereich
  • ZC – Zippered case (Messertasche mit Reißverschluss)
  • 3/4 Grind – Flach- und Hohlschliff mit Gratlinie

Die Bedeutung der Abkürzung SnG ist seit langem im Strider Universum bekannt, wird aber oft wie ein Geheimnis gehütet. Der Modellname SnG (sprich: „S“ and „G“) ist eine Würdigung für zwei gefallene Soldaten der Spezialeinheit „Delta Force“, SFC Randy David Shughart und MSG Gary Ivan Gordon. Beide Männer verloren 1993 bei der Verteidigung der Besatzung eines abgeschossenen Black Hawk Hubschrauber in Somalia ihr Leben. Im Jahr 2001 wurde im Film „Black Hawk Down“ die Geschichte dieses Einsatzes erzählt.

Geschichte und Entwicklung

Die Firma wurde 1997 von Mick Strider, Duane Dwyer und Josh Lee gegründet. In den ersten Jahren wurden ausschließlich Messer mit feststehender Klinge hergestellt. Viele dieser Messer wurden an Angehörige der US Army, Navy, Coast Guard und Marines verkauft. Bald kam der Wunsch nach einem klappbaren Messer auf, das es in Sachen Stabilität und Belastbarkeit mit einem Fixed Blade aufnehmen konnte. Das war der Startschuss für die Entwicklung zweier großer Linerlock Folder mit den Bezeichnungen „AR“ und „GB“.

Beide Messer waren Vorläufer der ersten SMF und SnG Modell. Der „Strider Military Folder“ wurde 2003 für eine Spezialeinheit der SOCOM (United States Special Operations Command) entwickelt. Diese Spezialeinheiten setzen sich aus Mitgliedern verschiedener Teilstreitkräfte, unter anderem Army, Luftwaffe, Navy und Marine Corps zusammen. Vor allem die Einheiten „Delta Force“ und „Seal Team 6“ haben es durch spektakuläre Einsätze zu mythischer Popularität gebracht. Viele Mitglieder dieser Spezialeinheiten werden bei bestimmten Anlässen mit Messern von Strider Knives ausgerüstet.

Bild 4: Vorgänger der heutigen Modelle. Das Strider AR ist heute eine Rarität

Messermodelle Folder

Strider Knives produziert nur wenige Grundmodelle, diese aber in einer Vielzahl von Varianten und davon wiederum eine große Zahl von Customs. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Kooperationen mit anderen Herstellern (z. B. TAD oder Pro-Tech). Dadurch ist das Gesamtangebot deutlich unübersichtlicher als bei vielen anderen Herstellern.

  • PT – kleiner Folder mit 2.75 Zoll Klinge
  • SJ75 – kleiner Folder
  • SnG – Folder mit 3.5 Zoll Klinge, größenmäßig zwischen PT und SMF
  • SMF – großer Folder mit 4 Zoll Klinge (XL – SMF Variante mit 4.25 Zoll Klinge)

Strider bewirbt seine Messer als „Problemlöser“ was weiten Spielraum für Interpretationen lässt. Die Grundkonstruktion ist bei allen heutigen Modellen gleich: es sind Framelock Folder mit einer Grundplatte aus Titan. Die Serienmodelle werden auf der Vorderseite („Presentation Side“) mit einer Griffschale aus G-10 ausgestattet. Messer der Performance Klasse werden häufig komplett aus Titan gefertigt. Der Rahmen von Customs besteht aus Titan oder einer Kombination aus Titan und einer Griffschale aus Carbon.

Bild 5: Die Zahl unterschiedlicher Klingenformen und Schliffvarianten ist bei Strider Customs kaum überschaubar

Das Grundkonzept eines Strider Folders ist simpel, beinahe spartanisch. In der Beschränkung auf das Wesentliche liegt einer der Gründe für Solidität und Zuverlässigkeit dieser Messer. Klinge, Grundplatte und Griffschale werden mit einer stabilen Achsschraube und drei (SnG) oder vier (SMF) Schrauben kombiniert – fertig ist ein Strider Messer.

Die stabile, wenn auch nach heutigem Verständnis „einfache Aufbau“ bedingt zwei häufig geäußerte Kritikpunkte: die Klinge steht beim geschlossenen Messer nicht perfekt zentriert zwischen den Griffschalen oder die Lockbar des Framelocks „klebt“ an der Klinge, so dass sich die Klinge nur mit etwas Widerstand entriegeln lässt. Dieses Phänomen wird als „Sticky Lock“ bezeichnet und gilt vielen Messerfans bei einem Folder dieser Preisklasse als No-Go.

Mick Strider hat einmal auf die Kritik in seiner typischen Art geantwortet:

If it turns out that the knife functions better when the blade is not perfectly centered … then we don’t make it perfectly centered. Centered doesn’t mean good. Good means good. If the person that gets the knife isn’t happy with how the blade centering looks, they can send it in and we’ll make them happy. Even if in the end, the knife looks better than it works.

Wenn sich herausstellt, dass das Messer besser funktioniert, wenn die Klinge nicht perfekt zentriert ist … dann machen wir es nicht perfekt zentriert. Zentriert bedeutet nicht gut. Gut bedeutet gut. Wenn die Person, die das Messer bekommt, nicht glücklich ist, weil die Klinge minimal neben der Mittelposition steht, können sie es einschicken und wir machen sie glücklich. Selbst wenn am Ende das Messer besser aussieht als es funktioniert.

Bei anderer Gelegenheit führt er aus:

Die Leute sind nicht alle gleich. Manche mögen eine lockeren Detent, dann steht die Klinge leicht außerhalb der Mittelposition, andere bevorzugen einen festen Detent mit angezogener Achsschraube. Wir versuchen jeden glücklich zu machen aber es gibt keine Werkseinstellung, die jeden Käufer glücklich macht.

Das „Sticky Lock“ ist ein thematischer Dauerbrenner bei vielen Messerfreuden. Titan auf Stahl wird früher oder später immer kleben, daher montieren einige Hersteller inzwischen Keramikkugeln oder Stahlplättchen am Ende der Lockbar. Ansonsten hilft Graphit oder ein Spezialist, der eine entsprechende Modifikation an der Lock Bar vornimmt. Da diese Spezialisten extrem rar sind und die meisten Bastler ein Messer eher ruinieren als verbessern, sollte man auf die Reputation des Betreffenden achten!

Strider Folder Sizes AR / GB SMF SnG (Gen. 1-3) SnG (Gen 4-6) PT
Gesamtlänge 23,98 22,86 20,64 20,64 16,50
Stärke Titan 2,54 3,81 3,18 3,81 0,297
Klingenstärke 4,74 4,74 4,19 4,19 3,048
Breite 16,76 13,46 11,1 11,7 10,12
Klingenlänge 11,76 11,18 10,16 10,16 8,26
Schneide 88,9 95,25 74,61 74,61 57,15
Gewicht 256,6 170,0 130,4 130,4 70,8

Achtung: Die Klingenlängen in dieser Tabelle sind von der Spitze bis zur Mitte der Achsschraube gemessen, nicht bis zum Griffansatz! Von 2005 bis 2009 wurde der RC Folder gebaut, der sich leicht an einem integrierten Bolster erkennbar ist.

Bild 6: MSC in Full Titan Ausführung mit einer Variante der CC Form

SnG Modellentwicklung

  • Bei fast allen Messern gibt es die Bezeichnung “Generation“ (abgekürzt: „Gen.“) für eine bestimmte Bauphase. Generation 1 ist also die älteste Version, je höher die Nummer desto später folgt es in der Timeline.
  • Gen 1: Drop Point und Tanto Klingen, Tiger Stripes, Flamed Ti, Bohrungen in Griffschale und Titan („Grübchen“), nummeriert.
  • Gen 2: Drop Point und Tanto Klingen, Stonewash, schwarze G-10 Griffschalen, nummeriert.
  • Gen 3: Drop Point und Tanto Klingen, All-Black (Klinge, G-10, Titan), nummeriert.
  • Gen 4: Dickere Titan Grundplatte, verstärkte Achsschraube („Bull Pivot“), Drop Point Klinge mit veränderter Geometrie („SnG Droppoint“), Tiger Stripes und G-10 Griffschalen. Das ovale Daumenloch ist jetzt etwas größer. Ab jetzt nicht mehr nummeriert.
  • Gen 5: Kontur der Fingermulde an der Lock Bar verändert („Lock Bar Scallop“), vorher gerade, jetzt schräge Fase. Tanto / Droppoint, Tiger Stripes , Flamed Ti, Griffschalen grünes oder schwarzes G-10, etwas längere Schrauben. Der Flachschliff bei den Tanto-Klingen der fünften Generation geht über das ganze Klingenblatt, vorher Full Bevel Grind.
  • Gen 6: Einführung des Lock Bar Stabilizer nach Rick Hinderer. Die ersten Digicamo Klingen tauchen auf, außerdem Tiger Stripes. Grundplatte Flamed Ti. Griffschalen in grün (Ranger green), Schwarz und Braun (Coyote Brown).

Bild 7: Die Digicamo Beschichtung von Klingen und Ttan ist ein Alleinstellungsmerkmal von Strider Knives

SMF Modellentwicklung

  • Civilian SMF:  Droppoint, Seriennummern von 1 bis 150, Tiger Striped Blade, Flamed Ti, Griffschalen schwarzes G10.
  • Gen 1 SMF :  Droppoint, Tiger Striped Blade, Flamed Ti, Black G10.
  • Gen 2 SMF:  Droppoint, Tiger Striped oder Digicam Blade, Flamed Ti, Black, Coyote Brown, or Ranger Green G10, mit Lock Bar Scallop und Lock Bar Stabilizer (LBS) nach Rick Hinderer.
  • SMF R = Recurved Blade, ansonsten Gen II SMF, Black G10 Griffschalen in Coyote Brown G10 oder Ranger Green, Lock Bar Scallop und LBS.
  • SMF T = Tanto mit Seriennummern 1 bis 100, wie Gen II SMF, Black G10, Verkauf nur über Blue Line Gear
  • SMF T SW = Tanto, wie Gen II SMF, Stone Wash blade, G10 Griffschale Schwarz, Verkauf nur über Blue Line Gear
  • SMF T Digi = Tanto, wie Gen II SMF, Digi Cam Klinge, G10 Griffschale Schwarz oder Ranger Green, Verkauf nur über Blue Line Gear
  • NSN SMF = Droppoint Klinge Seriennummer von 1 bis 100, wie Gen II SMF, NSN in der Titan Grundplatte eingraviert, Verkauf nur über Strider Knives.

Klingenstahl bei Strider Foldern

Die Aufzählung ist garantiert nicht vollzählig. Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen, die sich auf zwei, drei Stahlsorten beschränken, wurde bei Strider fast jeder namhafte Klingenstahl irgendwann einmal eingesetzt. In der Messerszene werden Qualitäten, Eigenschaften und Belastbarkeit von Klingenstählen oft erbittert diskutiert. Deshalb beginnt die Liste mit einem Zitat von Mick Strider in freier Übersetzung:

99,8 Prozent der Messerbesitzer belasten den Klingenstahl nicht bis an seine Grenze, deshalb ist völlig egal, für welchen Stahl sie sich entscheiden…

CPM-3V – Ultrazäher PM-Stahl mit 0,8 % Kohlenstoff, 7,5 % Chrom, 2,75 % Vanadium (daher das „V” im Namen) und 1,3 % Molybdän. Der Stahl lässt sich auf extreme Schärfe schleifen und neigt trotz einer Härte jenseits 61 HRC nicht zu Ausbrüchen, dafür nur mäßig korrosionsträge. Hergestellt von Crucible Steel und zurzeit schwer in Mode…

CPM S110V – Hochlegierter PM-Stahl mit über 15 % Chrom, 9 % Vanadium sowie Niob, Molybdän und Kobalt. Der Anteil aller Legierungselemente liegt mit rund 35 Prozent deutlich höher als bei den meisten Messerstählen. S110V besitzt feine Carbide und ist sehr korrosionsbeständig. Der Stahl lässt sich sehr fein ausschleifen, ohne dass die Klinge zu Ausbrüchen neigt.

ATS-34 – Der große Klassiker der 1990er Jahre. Nachdem PM-Stähle Serienreife erlangten, sank der Stern von ATS-34. Die pulvermetallurgische Variante RWL-34 konnte sich nie durchsetzen. Durch neue Legierungselemente und den Fortschritt bei der Produktionstechnik kann ATS-34 heute nur noch als Mittelklassestahl angesehen werden.

BG-42 – Nicht der bekannteste aber vermutlich der beste Allrounder aus der 14-4er Familie. 14 % Prozent Chrom, 4 % Molybdän gaben diesen Stählen den Namen. Auch ATS-34 gehört zu dieser Familie. BG-42 besitzt zusätzlich 1,2 % Vanadium. BG-42 ist legendär für extrem schärfbare Schneiden und punktet mit sehr guter Verschleißfestigkeit.

Carpenter PD-1 – Weiterentwicklung des VascoWear Stahl von Teledyne Vasco, der auch unter dem Namen „CruWear“ bekannt ist. Carpenter entwickelte daraus den PD-1, Crucible den CPM 3v. Laut Duane Dwyer besitzen beide Stähle sehr ähnliche Eigenschaften, wobei PD-1 etwas schnitthaltiger ist.

CD1 – „Coin die“, Neuentwicklung von Carpenter, durch 8,25% Chromanteil einigermaßen rostträge. Bei der Herstellung setzt Carpenter den Micro-Melt-Pulvermetall-Prozess ein, der zu einer sehr gleichmäßigen Karbidverteilung führt. Dem Stahl werden Bestwerte in Sache Härte, Schnitthaltigkeit und Zähigkeit nachgesagt. Duane Dwyer verwendet den Stahl aktuell für manche Customs.

CPM154 – die pulvermetallurgische Variante des „All-American-Hero“ 154CM. Die Zusammensetzung entspricht ATS-34. Mittelklassestahl ohne große Stärken und Schwächen, beide Varianten 154CM und CPM-154 werden noch eingesetzt.

CTS-204P – Hochlegierter PM-Stahl mit 20 % Chromanteil und 4 % Vanadium von CarTech (Carpenter Technology) mit kleinen Anteilen von Molybdän und Wolfram. Er ist eine Weiterentwicklung der 14-4er Familie und ist ein sehr rostträger Allroundstahl.

CPM S30V – Klassiker, der im Gegensatz zu den meisten anderen Stählen von vornherein als Messerstahl entwickelt wurde. Wurde durch S35VN abgelöst, der sich allerdings nur marginal unterscheidet. S30V ist daher nur noch selten im Einsatz. Bei Strider wird er fast ausschließlich für Serienmodelle verwendet.

CTS-40P – Eine pulvermetallurgische Version des traditionellen rostfreien 440C, dessen Korrosionsträgheit er teilt, ihn aber in allen anderen Kriterien übertrifft.

Damast Stähle von Chad Nichols

Elmax – Pulvermetallurgischer Stahl von Böhler-Uddeholm. Allrounder mit guten Eigenschaften, ohne nennenswerte Stärken und Schwächen.

M390 – Ebenfalls ein PM-Stahl von Böhler-Uddeholm. M390 lässt sich – voll ausgereizt – bis auf 64 HRC härten. Er ist korrosionsbeständig und verschleißfest. Obwohl nicht speziell für Messer, sondern als Industriestahl für Formwerkzeuge entwickelt, gehört er zur qualitativen Oberklasse.

M4 – legendärer Stahl aus der „Vor-PM” Zeit. Hart, zäh, gut schärfbar, schnitthaltig.  Wird heute noch häufig beim Timbersport eingesetzt, da der Stahl ungewöhnlich bruchsicher und resistent gegen Ausbrüche aus der Schneidkante ist.

PSF27 – Nicht pulvermetallurgisch, sondern vaporisiert. Der Stahl wird ultrahocherhitzt, unter Hochdruck durch eine Düse gejagt woraufhin der Sprühnebel kondensiert (Peak Spray Forming). Dadurch sehr feines und gleichmäßiges Gefüge, größere Carbide als bei PM-Stählen aber weniger porös. Der Anteil der Legierungselemente entspricht weitgehend D2, Zähigkeit und Verschleißfestigkeit übertreffen D2 bei weitem.

Z-Wear wird von Zapp hergestellt. Zusammensetzung und Eigenschaften sind nahezu identisch mit CPM-3V. Der Stahl ist mäßig rostträge, daher werden Z-Wear Klingen üblicherweise beschichtet.

Bild 8: Strider Custom aus einer Colab mit Monkeyedge. Griff in CC Stil mit Frag Pattern

Abkürzung XY ungelöst

Das Strider Universum ist voll von weiteren Mysterien, deren Bedeutungen nicht eindeutig geklärt oder mir nicht bekannt sind. Dazu gehören die fünfstelligen Nummern, die bei einigen neueren SnG Modellen in die Klinge oberhalb der Achsschraube eingraviert sind. Häufig treten auf: 13032, 13033, 13049 und 15019. Klar ist nur, es handelt sich nicht um Seriennummern und die so gekennzeichneten Messer sind keine Fälschungen. Ein gängiger Erklärungsansatz ist, dass die 13 beziehungsweise 15 das „verschlüsselte“ Herstellungsjahr angeben und die letzten drei Ziffern für den Klingenschliff stehen.

  • 13033 = 3/4 Tanto
  • 13032 = 3/4 Flat Grind
  • 13049 = Full Flat Grind
  • 15019 = Full Flat Grind mit anderer Klingenform als #13049

Diese Interpretation ist hochspekulativ. Über gesicherte Erkenntnisse zu diesem Punkt würde ich mich freuen!

Links

Strider Knives Homepage
Film und Story Black Hawk Down


Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Die Bilder 2,5,6,7 wurden von Jürgen Buß zur Verfügung gestellt, alle Bilder und Grafiken sind Eigentum des Autors oder Public Domain.

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