IWA 2017 – Fundstücke und Highlights am Samstag

Erfahrungsgemäß ist der Samstag der härteste Tag auf der IWA mit dem höchsten Besucheraufkommen. Ein Ellenbogentag für die Hartgesottenen. Gefühlt war die Besucherzahl geringer als am Samstag im vorigen Jahr und es dauerte am Morgen erstaunlich lange, bis die Messehallen gut gefüllt waren. Die drückende Enge mit Geschiebe in allen Gängen war nur ansatzweise zu beobachten. So ergab sich die Möglichkeit, auch bei eher unbekannten Ausstellern auf die Suche nach interessanten Produkten zu gehen und so viel kann ich vorwegnehmen: die Suche hat sich gelohnt.

Die wirklichen Highlights der Messe findet man nicht an riesengroßen, in gleißendes Licht getauchten Ständen, sondern eher versteckt in Ecken und Winkeln. Wenn man sich von Namen und Schildern durch die Ausstellung leiten lässt, hat man am Ende des Tages zwar viele schöne Messer aber wenig Neues gesehen. Daher habe ich mich, am „Hardcore-Samstag“ nur kurzfristig in den Hochglanzbereichen der Messe aufgehalten, und den größten Teil des Tages nach Innovationen, Trends und neuen Gesichtern Ausschau gehalten. Nach dem „chinesischen Freitag“ wird der Samstag deutlich internationaler.

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Frankreich

Der Markt traditioneller französischer Taschenmesser ist erstaunlich hart umkämpft, ein gutes halbes Dutzend Aussteller aus diesem Bereich sind auf der IWA 2017 präsent. Ich war bereits im vergangenen Jahr erstaunt, dass dieser Teil des Messermarkts eine so hohe Ausstellerdichte besitzt aber die Erklärung ist einfach: keiner der Familienbetriebe und keine der kleinen Manufakturen in Frankreich lässt sich ausschließlich von einem Großhändler vertreten. Bei allen liegt das Hauptaugenmerk auf Bewahrung von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit durch eigene Vermarktung der Produkte.

Thiers-Issards ist ein kleines Familienunternehmen, das traditionelle französische Taschenmesser aus vielen Regionen und Rasiermesser herstellt. Rasiermesser erleben zur Zeit eine regelrechte Renaissance in Frankreich und so ist nicht erstaunlich, dass über zweihundert verschiedene Rasiermesser zur Begutachtung ausliegen. Zwischen „L’Alpin“, „L’Aveyronnais“ und „Laguiole“ fällt mir das Modell „Le St. Rémy“ mit seinen kantigen Formen ins Auge. Holzgriffe mit lebhafter Maserung und die feine Guillochierung machen das Messer zu einem optischen Leckerbissen. Wer einmal abseits des berühmten Laguiole nach einem formschönen und praktischen EDC sucht, sollte dem „Le St. Rémy“ auf jeden Fall Beachtung schenken. (http://www.thiers-issard.fr/en/)

Italien zum Ersten

Messerkunst vom feinsten blüht oft im Verborgenen. So ist es nicht nur in der deutschen Messermacherszene, sondern auch in Italien. „Max“ ist bislang ein unbeschriebenes Blatt aber Liebhaber feinster Customs sollten sich diesen Namen merken. Max steht fast etwas verloren hinter einer schmalen Vitrine am Stand des „Consorzio Coltellinai Maniago“, der Vereinigung von Messermachern und -firmen aus der italienischen Messermetropole. Auch ich wäre beinahe achtlos an Max und seinen Werken vorbeigegangen, wenn nicht ein kleiner Damastfolder mit American Tanto Klinge meinen Blick magisch angezogen hätte.

Die kleine Vitrine hat es in sich! Etwa 15 handgearbeitete Messer hat Max mit nach Nürnberg gebracht. Einen bestimmten Stil kann man nicht ausmachen, die Spanne reicht vom Gentleman Folder mit taktischer Note im feinen Damastgewand über einen überbauten Folder im Rasiermesserstil bis zu verspielten Kreationen, bei deren Griffen Holz und Damaststahl kombiniert werden. Bis zu 60 Arbeitsstunden stecken in den aufwändigen Messern von Max, dessen Handwerkskunst keine Schwäche offenbart. Geheimtipp! (http://max-knives.com)

USA

Greg Medford goes artwork! Was einmal mit überbauten Tortenhebern und großen, ebenen Titanflächen anfing, hat sich im Lauf der letzten Jahre auf ungeahnte Weise weiterentwickelt. Inzwischen besitzen viele Medford Knives eine künstlerische Komponente und vereinen brachiale Abmessungen mit filigranen Lasergravuren. Diese Lasergravuren werden von einem extra eingestellten „Art-Designer“ vorbereitet und anschließend gemeinsam mit Greg an das jeweilige Messer angepasst. Nicht wenige Konkurrenten, die selbst einen klangvollen Namen in der Messerszene haben, kommen am Stand von Medford K&T kaum aus dem Staunen heraus.

Der Griff dieses Arktika ist mit Motiven passend zum Standort der Messe verziert.

Nach typisch amerikanischen Motiven hat Greg nun auch spezielle Motive mit einem Bezug zu Deutschland in seinem Programm. Nicht billig, nicht sofort zu haben und wie ich dem Disput mit einem Händler entnehmen kann, auch nicht immer pünktlich geliefert. Greg schäumt noch eine Stunde später bei unserem Gespräch: „Ich will den Kontakt zu meinen Kunden auf Messen und Ausstellungen halten“, sagt er, „in dieser Zeit kann ich <XXXXX> keine Messer machen…“. Den Rest des Satzes und die abschließende Bewertung des Gesprächs durch Greg verschweigt des Sängers Höflichkeit…

Von Lasergravuren zu sprechen ist allerdings eine ernsthafte Untertreibung. Viele Flächen werden erst graviert und anschließend in mehreren Arbeitsschritten anodisiert, wodurch sich farbige, dreidimensionale Abbildungen ergeben. Wer über viel Geld, Gelassenheit und noch mehr Geduld verfügt, kann sich sein Wunschmotiv auf ein Messer seiner Wahl lasern lassen.

Zwei Messer und ein gemeinsamen Motiv, das sich über beide Griffe erstreckt.

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Deutschland

Tools for Gents“ heißt ein Startup-Unternehmen im Messermarkt das Wurzeln sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz besitzt. Die Firma ist seit kurzem Werbepartner von Knife-Blog und bisher lief der gesamte Kontakt ausschließlich über E-Mail. Die IWA ist der ideale Rahmen, die Gentlemen endlich einmal persönlich kennenzulernen.

Schweizerisch-russisch-deutsche Zusammenarbeit. Aleksandr Cheburkov eingerahmt von den „T4G Gentlemen“

Am Messestand ist auch der russische Messermacher Aleksandr Cheburkov zu Besuch, dessen Messer von „Tools for Gents“ außerhalb Russlands exklusiv vertrieben werden. Bisher hatte ich noch nie ein Messer von Aleksandr in der Hand und kann auf der IWA mehr als dreißig Messer der kleinen russischen Manufaktur begutachten. Schnell wird klar, mit Cheburkov betritt ein ernsthafter Konkurrent im Midtech-Sektor die Bühne. Viele Designs variieren ein Grundmodell durch Micarta Inlays oder Timascus Applikationen.

Material- und Verarbeitungsqualität sind untadelig; die Preisgestaltung ist fair. Vor allem im internationalen Vergleich schneiden die Messer von Cheburkov mit einem interessanten Preis-Leistungsverhältnis ab. Ein erstes Review sowie ein Interview mit Aleksandr Cheburkov folgen in Kürze auf den Blog.

Verschiedene Varianten des Modells „Tucan“ von Aleksandr Cheburkov

Italien zum Zweiten

Am Stand des italienischen Familienunternehmen Fantoni fällt mir ein Plakat ins Auge: in Zusammenarbeit mit Bill Harsey sind ein Folder und ein kleines Fixed entstanden. Beide Messer haben die von Harsey gewohnten hohen EDC-Qualitäten, wobei das Fixed §42a WaffG konform ausfällt. Der Folder ist als Framelock ausgeführt und in zwei Varianten erhältlich: die Standardvariante weist eine Klinge aus S30V auf, eine limitierte Sonderserie besitzt Klingen aus dem neuen Superstahl CPM-S125V.

Mit 3,3 % Kohlenstoffanteil,  14% Chrom und mit 12% Vanadium (!) erreicht dieser Stahl in Sachen Korrosionsträgheit und Schnitthaltigkeit echte Fabelwerte. Fast den ganzen Tag über geben sich Messerfans am Stand von Firmenchef Renzo Fantoni die Klinke in die Hand, um das Ausstellungsstück gegen Höchstgebote zu ergattern. Alle gehen leer aus, Knife-Blog leider auch. Aber auch das kleine Fixed nach dem Entwurf von Bill Harsey ist ein sehr interessantes Messer. Ein Review folgt in Kürze auf dem Blog.

USA die Zwote

Lampen sind ein Riesenthema auf der IWA 2017! Bei einigen großen Herstellern herrscht zwar buntes Treiben an üppig dimensionierten Ständen aber gleichzeitig auch technische Tristesse. Auch im Segment der LED Lampen kommen die Innovationen eher von kleinen Firmen an nahezu unscheinbaren Ständen. Gestern hat die chinesische Firma FAVOUR für Aufmerksamkeit gesorgt, heute ist es der texanische Hersteller Nightstick.

Eine zweite LED an der Seite des Reflektors macht den Unterschied

Die Firma verfolgt ein in der Branche einmaliges Konzept: Die Lampen verfügen einen ganz normalen Reflektor, der das nach vorn abgestrahlte Licht bündelt aber gleichzeitig eine zweite LED an der Außenseite des Reflektors. Diese LED strahlt Licht wahlweise nach unten oder zur Seite ab. Beide Lichtquellen können über eine sinnvolle Schalteranordnung einzeln zu- und abgeschaltet werden. Einer der Vorteile dieser Konstruktion ist, dass man ein Ziel konstant beleuchten kann, während die seitliche LED den Boden vor einem beleuchtet. Dadurch sieht man jederzeit, wohin man geht ohne die Lampe zwischen Ziel und Boden Hin und Her pendeln zu lassen.

Die kleine, seitliche LED ist außerdem gut geeignet, eine große Fläche sehr gleichmäßig auszuleuchten, während die Front-LED einen knackigen Leuchtpunkt produziert. Die Lampen von Nightstick sind in verschiedenen Materialien und Lichtstärken erhältlich. Qualität und Bedienungskomfort sind ausgezeichnet  (http://mynightstick.com).

Eine interessante Produktserie aus den USA präsentiert Nightstick

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Enforce Tac und IWA vor dem Start


Alle genannten Marken, Warenzeichen, Logos und Namen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

Bildnachweis:

Alle Bilder sind Eigentum des Autors.

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