Bester Messerstahl für Taschenmesser

Die Frage, welcher Stahl als bester Messerstahl für Taschenmesser anzusehen ist, wird häufig gestellt und fast ebenso häufig falsch beantwortet. Einen „besten Stahl“ gibt es nicht, ausgezeichnete Messerstähle dafür einige. Die Spitzengruppe liegt so eng zusammen, dass sich keine Rangfolge ableiten lässt. In diesem Vergleichstest gibt es keine Gewinner und keine Verlierer. Sechs aktuelle Stähle können derzeit um den Titel §Bester Messerstahl für Taschenmesser kämpfen.

Also keine Rankingshow à la RTL. Eine Rangfolge lässt sich schon deshalb nicht seriös erstellen, weil die Bewertung der Eigenschaften eines Stahls nicht nur von der Bauart des Messers, sondern auch von den Vorlieben und Anforderungen seines Besitzers abhängen. Härte, Schnitthaltigkeit, Zähigkeit gehören ebenso zu den Anforderungen wie die Schleifbarkeit des Stahls. Diese Kriterien lassen sich unterschiedlich gewichten. Durch das Fehlen nachvollziehbarer Wertungskriterien gibt es weder Punktetabellen noch sinnvolle Rankings, dafür aber viele Informationen zu den Eigenschaften der Stähle.

Inhalt und Übersicht

Der beste Messerstahl für Taschenmesser muss auf jeden Fall gute Allround-Eigenschaften besitzen. Höchstleistungen in einem Bereich nutzen wenig, wenn sie mit Nachteilen in einem anderen Bereich erkauft werden müssen. Dies triff auf eine Reihe von Stählen mit exotischen Legierungskonzepten zu, die einerseits Klingen mit unglaublicher Härte ermöglichen, aber andererseits spröde und schwer schleifbar sind.

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Der Messerwelt ist voll von exotischen Stählen mit ungewöhnlichen, ja geradezu atemberaubenden Legierungskonzepten. Vanax 75 von Böhler ist mit minimalem Kohlenstoffanteil, über 21 Prozent Chrom, hohen Anteilen an Vanadium (9 %) und Stickstoff (4,2 %) ein gutes Beispiel. Stickstoff statt Kohlenstoff. Auch Sandvik geht bei seinem 14C228N diesen Weg, ebenso wie Buderus beim Nitro-B, allerdings sind deren Stickstoffanteile im Vergleich zum Vanax 75 deutlich niedriger.

Noch exotischer ist Carpenters Maxamet, den Knife-Blog bereits in einem Artikel ausführlich vorgestellt hat (Maxamet Klingenstahl am Beispiel des Spyderco Native 5). Große Anteile an Wolfram (13 %), Kobalt (10 %) und Vanadium (6 %) lässt die erreichbare Härte des Stahls bis auf 69 HRC steigen. Dafür ist der Stahl ohne Diamanten kaum noch schleifbar und stellt selbst die Messerhersteller vor erhebliche Probleme bei der Fertigung.

Bester Messerstahl für EDC

Die genannten und ungenannten Exoten bleiben außen vor. Das Augenmerk liegt auf Stählen, die allgemein verfügbar sind und die eine so große Verbreitung erfahren haben, dass jenseits ihrer beworbenen Eigenschaften ausreichende praktische Erfahrungen vorliegen.

Fast alle Stähle, die heute für Messerklingen verwendet werden, wurden ursprünglich nicht für Messer, sondern für Schneidaufgaben bei der industriellen Fertigung entwickelt. Der Einsatz als Messerstahl ist also eher eine Art Zweitverwertung. So zeigt sich auch deutlich: Neues ist nicht unbedingt besser als Bewährtes.

Alle Basisinformationen zu Messerstahl und Legierungen sind ausführlich in den Artikeln „Messerstahl – ein kleines Kompendium“ und „Moderne Messerstähle im 21. Jahrhundert“ erklärt.

An einen Messerstahl für den Alltagsgebrauch gelten andere Anforderungen als einen hoch spezialisierten Schneidstahl für den industriellen Einsatz. Letztere sind für einen Einsatzzweck optimiert, müssen entweder extrem hart oder extrem schnitthaltig sein. Oder über eine Zulassung bei der Herstellung von Lebensmitteln verfügen. Messerstähle müssen – wie bereits erwähnt – vor allem ausgewogene Allround-Eigenschaften besitzen und dürfen sich in keiner Disziplin eine Schwäche leisten.

Die ausgewogenen Allround-Eigenschaften sind die Krux bei Herstellungsverfahren und Legierungskonzepten für Messerstähle. Vorteile bei einer Eigenschaft muss man sich häufig mit Nachteilen bei einer anderen Eigenschaft erkaufen. Hohe Härte geht oft mit geringer Zähigkeit einher, gute Schleifbarkeit mit geringer Schnitthaltigkeit. Somit sind weniger Extreme in einer Richtung der Schlüssel zum Erfolg, sondern die richtige Grundidee, gelungene Feinabstimmung und natürlich allerhöchste Präzision bei der Herstellung.

Wie bereits betont, die folgende Auflistung beinhaltet keine Rangfolge und die Reihenfolge der Vorstellung ist willkürlich. Die sechs besten Messerstähle für Taschenmesser sind alle herausragend. Einen echten Nachteil oder gar ein Manko besitzt keiner von Ihnen. Hinweise auf bessere Eigenschaften bei einem anderen Stahl stellt keine Einschränkungen für den täglichen Gebrauch dar, sondern ist eher jammern auf höchstem Niveau.

Böhler M390, CPM-20V und CTS-204P

Drei völlig unterschiedliche Messerstähle in einer Überschrift. Das hat einen einfachen Grund, denn technische Unterschiede gibt es zwischen M390, CPM-20V und CTS-204P nicht. Alle drei Stähle werden in einem pulvermetallurgischen Verfahren hergestellt. Hinsichtlich der Anteile der Legierungselemente variieren alle drei nur geringfügig im Nachkommabereich. Doch jeder Stahl stammt von einem anderen Hersteller und trägt daher seine eigene Bezeichnung. CPM-20V wird von Crucible Industries produziert; CTS204P wird von Carpenter Technology hergestellt.

Wenn es einen Überflieger bei den besten Messerstählen für Taschenmesser gibt, so ist es mit Sicherheit M390 Microclean von Böhler. Vor drei Jahren war der Stahl noch ein Geheimtipp für Insider und genauso selten wie teuer. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt und M390 kommt schon bei Serienmessern der 200,- Euro Klasse häufig zum Einsatz.

Der Zusatz Microclean steht für die nunmehr 3. Generation des pulvermetallurgischen M390 Stahls. Die Korngröße wurde verringert und die Verteilung der Legierungselemente wurde optimiert.

Böhler M390 im Detail

M390 / CPM-20V und CTS-204P verfügen über exzellente Allround-Eigenschaften und haben faktisch keine Schwächen. Die theoretisch erreichbare Härte beträgt 62 HRC, für die Klingen von Taschenmessern werden sie üblicherweise auf 59 oder 60 HRC gehärtet, um genügend Zähigkeit zu erhalten.

Datenblatt: Böhler M390
Datenblatt: Crucible CPM20V
Datenblatt: Carpenter CTS-204P

  • Pulvermetallurgischer Stahl
  • Korrosionsträge
  • Gut nachschleifbar
  • keine

Legierung

C Cr Mn V W Mo Si
1,9 % 20,0 % 0,3 % 4,0 % 0,6 % 1,0 % 0,4 %

Auch wenn Klingen aus M390 / CPM-20V oder CTS-204P auf höchste Schärfe gebracht werden, zeigen sie sich als schnitthaltig und neigen nicht zu Ausbrüchen an der Schneidkante.

CPM-S35VN (Crucible Steel)

Dieser Stahl ist eine Ausnahme, denn als einziger der 10 besten Messerstähle für Taschenmesser wurde er gezielt als Messerstahl entwickelt. Eine Gruppe US-amerikanischer Messermacher, darunter Chris Reeve, waren an Konzeption und Erprobung dieses Stahls beteiligt. Die Gruppe hatte ein hoch gestecktes Ziel: Der beste Messerstahl für Taschenmesser sollte entwickelt werden. S35VN löste CPM-S30V ab, der deswegen in dieser Aufzählung fehlt.

CPM-S35VN hat seit seiner Markteinführung vor rund zehn Jahren weite Verbreitung erreicht. Einige Firmen, z. B. Chris Reeve Knives und Spartan Blades, setzen ausschließlich diesen Stahl für ihre Messer ein. Keine Frage: Ein Taschenmesser mit einer Klinge aus CPM-S35VN ist niemals eine schlechte Entscheidung.

CPM-S35VN im Detail

CPM-S35VN beeindruckt mit einem ausgewogenen Verhältnis der wichtigsten Eckdaten: Härte, Schnitthaltigkeit, Zähigkeit und guter Nachschärfbarkeit. Er liegt bei der Schnitthaltigkeit im oberen Mittelfeld, bei allen anderen Kriterien in der Spitzenklasse. Klingen von Taschenmessern aus CPM-S35VN werden üblicherweise auf 58 bis 60 HRC gehärtet.

Datenblatt: CPM-S35VN

  • Pulvermetallurgischer Stahl
  • Korrosionsträge
  • Gut nachschleifbar
  • Schnitthaltigkeit

Legierung

C Cr V Mo Nb Mn
1,40 % 14,0 % 3,0 % 2.0 % 0,5 % 0 %

CPM-S35VN wird von vielen Herstellern auch für kleine bis mittelgroße Messer mit feststehender Klinge eingesetzt und hat sich auch in diesem Bereich bewährt. Das spricht für seine guten Werte bei Zähigkeit und Bruchsicherheit.

Bester Messerstahl für Taschenmesser: Periodensystem der Elemente
Der beste Messerstahl für Taschenmesser: Das Periodensystem gibt eine Übersicht über die Legierungselemente

CTS-XHP (Carpenter)

CTS-XHP bringt eine Überraschung mit. Er stammt nicht aus einer Hightech-Hexenküche. Seine Wurzeln reichen ein halbes Jahrhundert zurück. Der Stahl ist Carpenters hauseigene Weiterentwicklung des guten, alten AISI 440C. Zunächst hieß er Carpenter 440XH und wurde bereits als pulvermetallurgischer Stahl produziert.

Gegenüber AISI 440C ist der Gehalt an Silizium und Mangan geringer, dafür wurden Vanadium und Nickel in das Legierungskonzept aufgenommen. Die Legierungsanteile bei Carpenters 440XH und CTS-XHP sind bis auf die Nachkommastelle identisch.

CTS-XHP im Detail

CTS-XHP ist trotz seiner Nähe zu AISI 440C und AISI D2 ein moderner Hochleistungsstahl, der mit sehr ordentlichen Werten in allen Disziplinen aufwarten kann. Durch seinen hohen Gehalt an Chrom ist CTS-XHP besonders korrosionsträge und die Klingen lassen sich auf Hochglanz polieren. Der Stahl kann bis auf 64 HRC gehärtet werden, ohne dass nachteilige Effekte in Kauf genommen werden müssen.

Carpenter ist die einzige Firma der Messerwelt, die ihre technischen Spezifikationen nicht öffentlich macht. Es ist möglich, sich unter Preisgabe seiner persönlichen Daten ein Datenblatt zusenden zu lassen.
Carpenter CTS-XHP Webpage Carpenter 440XH Webpage

  • Pulvermetallurgischer Stahl
  • Sehr korrosionsträge
  • Hohe Härte
  • keine

Legierung

C Cr Ni V Mn Mo Si
1,60 % 16,0 % 0,35 % 0,45 % 0,50 % 0,80 0,40 %

CTS-XHP wird fast ausschließlich von US-amerikanischen Herstellern eingesetzt, unter anderem von Shooting Star Bill Koenig.

Carpenter bewirbt seinen CTS-XHP als „harten ASIS 440C“ oder als „korrosionsresistenten „AISI D2“. CTS-XHP kombiniert die Korrosionsträgheit des 440C mit der Härte von D2 Legierungen. Klingen aus CTS-XHP können bis auf 64 HRC gehärtet werden, ohne dass erhöhte Bruchgefahr besteht.

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SB1

Niolox oder SB1 wurde in Deutschland entwickelt und ist auch unter der Werkstoffnummer 1.4153.03 bekannt. Er ist der einzige nicht pulvermetallurgische Stahl in der Auflistung der besten Messerstähle für Taschenmesser, kann aber mit den modernen Hightech Stählen problemlos mithalten. Niolox ist ein Handelsname, der auf den Zusatz des Elements Niob in der Legierung abzielt (Übergangsmetall, Ordnungszahl 41).

Niolox wurde als Schneidstahl für die Lebensmittelindustrie hergestellt und gibt einen ausgezeichneten Messerstahl ab. Sein Legierungskonzept ist weltweit einmalig, wie Messermacher Jürgen Schanz betont. Die Stärke von SB-1 ist eine Kombination aus hoher Zähigkeit und ausgezeichneter Schnitthaltigkeit. Das homogene Gefüge des Stahls eignet sich für einen Feinabzug der Schneide mit feinsten Körnungen, so lassen sich Klingen aus SB1 auf extreme Schärfe bringen.

Vor kurzem wurde eine Weiterentwicklung des SB1 Stahls vorgestellt: SB1+. Praktische Erfahrungen liegen mit SB1+ bisher nicht vor, deshalb war es für die Aufnahme des neuen Stahls in diesen Artikel zu früh. Die traurige Nachricht lautet: Die Produktion von SB-1 wurde vor kurzem eingestellt. Derzeit reißen sich Messermacher um die verbliebenen Restposten. Ein Kandidat auf den Titel „der beste Messerstahl“ erhält also einen Nachfolger mit leicht verändertem Legierungskonzept.

SB1 im Detail

SB1 ist in jeder Hinsicht erstaunlich. Obwohl er „nur“ ein schmelzmetallurgischer Stahl ist, zeigt er sich jedem Vergleich mit pulvermetallurgischen Stählen gewachsen. Schneiden aus SB1 lassen sich auf die Schärfe eines Rasiermessers bringen, ohne dass die Schneidleistung schnell nachlässt. Zudem liefert er Bestwerte bei Zähigkeit und Flexibilität der Klingen.

Datenblatt Niolox: Eurotechni

  • Sehr korrosionsträge
  • Schnitthaltig auch mit fein ausgeschliffener Schneide
  • Für Folder, Fixed und Küchenmesser geeignet
  • keine

Legierung

C Cr Mo V Nb
0,8 % 12,7 % 1,1 % 0,9 % 0,7 %

Die Eigenschaften von SB-1 erlauben nicht nur die Herstellung von Klingen für Taschenmesser, sondern auch große Messer für den Survival- oder Outdoor-Einsatz können aus SB-1 hergestellt werden. Er eignet sich außerdem für große Küchenmesser, deren gut zwanzig Zentimeter lange Klingen bei einer Klingenstärke von nur zwei Millimetern jedem Kohlenstoffstahl mindestens ebenbürtig sind.

Bester Messerstahl für Taschenmesser: CPM-M4 gehört dazu
Bester Messerstahl für Taschenmesser: CPM-M4 gehört auf jeden Fall dazu

CPM-M4

Der eben erwähnte Niolox ist einer der zähsten Stähle und wird in dieser Disziplin nur von CPM-M4 geschlagen. Obwohl er nicht zu den bekanntesten Messerstählen zählt, katapultieren ihn seine Eigenschaften kraftvoll in die Gruppe der besten Messerstähle für Taschenmesser. Klingen aus CPM-M4 sind nicht nur hart und schnitthaltig, sie besitzen vor allem eine hohe Kerbschlagzähigkeit und sind dementsprechend bruchsicher.

Erstaunlicherweise ist dieser Stahl in der Messerwelt nur eine Randerscheinung geblieben. Spyderco hat eine Handvoll Modelle mit Klingen aus CPM-M4 ausgestattet (Gayle Bradley Folder, Advocate etc.). Sehr beliebt ist der Stahl jedoch im Bereich des Timbersports, wo mit hohem Krafteinsatz Hölzer, Seile oder Bambus durchtrennt werden muss. CPM-M4 erträgt diese Belastungen auch dann, wenn Messer mit großen, schweren Klingen ausgestattet werden.

CPM-M4 im Detail

Alle Eigenschaften von CPM-M4 liegen in der Spitzenklasse. Die hohe Kerbschlagzähigkeit muss man sich nicht mit Nachteilen in einem anderen Bereich erkaufen. Der Stahl lässt sich sehr fein ausschleifen, ist dennoch schnitthaltig und Schneidkanten oder ganze Klingen können auf Hochglanz poliert werden.

Datenblatt CPM-M4: Crucible Industries

  • Pulvermetallurgischer Stahl
  • Sehr hohe Kerbschlagzähigkeit
  • Für Folder und Fixed geeignet
  • leicht reduzierte Korrosionsträgheit

Legierung

C Cr W V Mo Mn S
1,42 % 4.0 % 5,50 % 4,0 % 5,25 % 0,30 % 0,06 %

Die herausragenden Merkmale am Legierungskonzept von CPM-M4 sind die hohen Anteile von Wolfram (5,6 %) und Molybdän (4,5%), wohingegen nur ein relativ geringer Anteil Chrom im Stahl enthalten ist. CPM-M4 ist auch unter der Bezeichnung „CPM Rex M4“ im Umlauf. Unterschiedliche Legierungskonzepte gibt es nicht. Klingen aus CPM-M4 werden auf 62 bis 65 HRC gehärtet und lassen sich am besten mit Diamantschleifsteinen nachschärfen.

RWL-34

Last but not least: RWL-34 als Klassiker in der Liste der besten Messerstähle. Das Legierungskonzept ist uralt, denn sein nicht pulvermetallurgischer Vorgänger ATS-34 war der Stahl der Wahl als „Custom Knife Making“ populär zu werden begann.

RWL-34 gehört zu den berühmten 14-4er Stählen, die ihren Namen durch die Legierung mit einem Prozent Kohlenstoff, 14 Prozent Chrom und vier Prozent Molybdän erhalten haben. Egal ob alt oder nicht, Messerklingen mit diesem Legierungskonzept sind auch nach heutigen Maßstäben leistungsfähig und zuverlässig. Viele Messermacher in Deutschland, aber auch Todd Begg und viele andere amerikanische Messermacher schwören nach wie vor auf diesen Stahl.

Der Name RWL-34 ist eine Hommage an den Messermacher Bob Loveless, dessen Initialen die Buchstabenfolge RWL ergeben (Robert Waldorf Loveless). Er hatte den japanischen Stahl ATS-34 für die Messerherstellung entdeckt, der zuvor nur von Kobe Steel produziert und hauptsächlich für Kugellager eingesetzt wurde. ATS-34 hat seinerzeit die Messerwelt verändert und RWL-34 bereichert sie bis heute.

RWL34 im Detail

RWL-34 belegt weder bei Zähigkeit oder Härte, noch bei Schleifbarkeit oder Schnitthaltigkeit den absoluten Spitzenplatz. Er fällt allerdings auch in keiner Disziplin deutlich hinter einen anderen der hier genannten Stähle zurück. RWL-34 ist ein exzellenter Allrounder, der sich vor nichts und niemand verstecken muss.

Datenblatt RWL-34: Damasteel

  • Pulvermetallurgischer Stahl
  • Sehr guter Allrounder
  • Sehr korrosionsträge
  • keine

Legierung

C Cr Mo V Si Mn
1,05 % 14,0 % 4,0 % 0,20 % 0,50 % 0,50 %

RWL-34 ist das Material der Wahl, wenn eine spiegelpolierte Klinge entstehen soll. Das Legierungskonzept des Stahls entspricht weitgehend dem US-amerkanischen 154CM, allerdings fertigt Hersteller Damasteel seinen RWL-34 nach moderneren Verfahren. RWL-34 ist die hellere Komponente des Damaststahls DS93x von Damasteel.

Warum fehlt mein Lieblingsstahl?

Klingenstähle, die es knapp nicht in die Aufzählung der besten Messerstähle geschafft haben, gibt es viele. Einige sind haarscharf vorbei geschrammt, zum Beispiel ZDP-189, der einst als „Wunderstahl“ gehypt wurde und nach kurzer Zeit beinahe sang- und klanglos in der Versenkung verschwand. Ohne Frage ein sehr guter Klingenstahl, aber seine Verbreitung entspricht eher der eines Exoten. Er taucht hauptsächlich bei Rockstead und einigen Spyderco Modellen (Delica, Endura) im Rahmen von Sonderserien auf. Er kommt auch unter der Bezeichnung Hitachi MC66 zum Einsatz.

Leider muss man inzwischen auch BG-42 zu den Exoten zählen, dessen Klingen sich auf unfassbare Schärfe schleifen lassen und der in dieser Disziplin einen Spitzenplatz sicher hätte.

Auch die Crucible Stähle CPM-S90V und CPM-110V liegen so knapp hinter den hier genannten Stählen, dass man keinesfalls davor zurückschrecken sollte, sich ein Taschenmesser mit einem dieser Klingenstähle zuzulegen.

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