Messer- und Waffengesetze in den EU-Ländern 2019

Wer Messer mit auf eine Reise nimmt, sollte Messer- und Waffengesetze des Ziellandes kennen. Die Reisesaison steht vor der Tür und viele Deutsche werden in den kommenden Monaten ihren Sommerurlaub in Ländern der EU verbringen und Messer mitführen. Sei es als Angler, Camper, Wanderer oder einfach nur aus Gewohnheit. Das deutsche Waffenrecht ist vielen Messerfreunden mittlerweile gut vertraut aber wie sieht es im Urlaubsland aus? Knife-Blog hat in den letzten Monaten die Bestimmungen vieler Länder auf den neuesten Stand gebracht. Hier eine Übersicht…

Wir haben seit Monaten ein gesamteuropäisches Problem: Islamistische Attentäter haben schwere Terroranschläge in Belgien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien verübt und weitere Anschläge angekündigt. Einige Täter haben Schusswaffen eingesetzt, andere, wie kürzlich in London, haben mit einfachen Küchenmessern getötet. Europaweit befinden sich die Sicherheitskräfte im Alarmzustand und deren Blickwinkel auf Messer hat sich durch die Attacken der Islamisten deutlich verschärft. Die Rechtslage für Messer- und Waffengesetze ändert sich daher laufend. Während wir „Messer-Freaks“ unsere Messer als Werkzeuge tragen, werden selbst Gentleman Folder bei Sicherheitsorganen und Teilen der Bevölkerung nun verstärkt als Waffen wahrgenommen.

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Keine Frage, durch den Terror ist das Klima für Messerfans rauer geworden. Viele zusätzliche Kontrollen, etwa in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder bei Großveranstaltungen, sind hinzugekommen. In vielen Ländern werden die Polizeibehörden vom Militär oder, wie beispielsweise in Frankreich, von Sondereinheiten zur Terrorbekämpfung unterstützt. Die erhöhte Wachsamkeit sowie die verstärkte Präsenz der Sicherheitskräfte ist nicht ohne Einfluss auf die Situation friedlicher, nicht krimineller Messerfans geblieben. Heute kann man in fast jedem Land mit einem nach dortigen Bestimmungen legalen Messer Schwierigkeiten bekommen. In der angespannten Sicherheitslage gehen Sicherheitskräften schnell die Nerven durch.

Messer- und Waffengesetze in Europa

Die im Folgenden für die einzelnen Urlaubsländer aufgeführten rechtlichen Bestimmungen geben zwar die tatsächliche Gesetzeslage wieder, aber man kann sich nicht darauf verlassen, dass jeder Polizeibeamte oder Soldat diese Bestimmungen in der nötigen Detailtiefe kennt. Aus Unwissenheit oder reinem Übereifer werden Messer oft pauschalisiert als verboten betrachtet.

Schon in Deutschland ist es für einen Bürger extrem schwierig, sich gegen die rechtswidrige Sicherstellung eines Messers zur Wehr zu setzen. In einem Land, das man als Tourist besucht und dessen Sprache man vielleicht nicht perfekt beherrscht, sind die Chancen auf Verteidigung seiner Rechte nochmals deutlich geringer.

Im Moment kann man die europäischen Länder hinsichtlich der Schärfe des Vorgehens gegen rechtmäßig getragene Messer in vier Gruppen einteilen:

Messer- und Waffengesetze in Europa
Die unterschiedliche Rechtslage in den Ländern der EU kann Reisende schnell mit dem Gesetz in Konflikt bringen

Bevor wir auf die Waffengesetze und Rechtsvorschriften hinsichtlich Messern schauen, hier einige allgemeine Vorsichtsregeln für das Tragen von Messern. Diese sind weitgehend länderunabhängig.

  • Nehmen Sie keine Kampfmesser oder „tacticoolen“ Messer mit, auch wenn diese Messer aufgrund ihrer Bauform in Deutschland erlaubnisfrei zu tragen sind.
  • Befolgen Sie das „Gray man“ Prinzip, das heißt: lenken Sie keine Aufmerksamkeit auf sich. Versuchen Sie aufgrund von Kleidung und Aussehen nicht aus der „Urlaubermenge“ herauszustechen.  Dazu gehört, Messer nicht sichtbar zu tragen und keine Rucksäcke in militärischem Stil (z. B. Molle comp. Equipment) mitzuführen. Drastisches Beispiel: Wer mit Camouflage Hose und Taliban Bart zwei Strider Fixed Tip-Up am Gürtel trägt und einen prall gefüllten, schwarzen Gearslinger auf dem Buckel hat, wird selbst die trübste Tasse unter allen Sicherheitsbeamten in Alarmstimmung versetzen.
  • Nehmen Sie bevorzugt Messer mit, die in der jeweiligen Urlaubsregion als Werkzeug bekannt sind. Paradebeispiel ist ein Laguiole Messer für den Frankreich Urlaub. Auch ein klassisches „LeThiers“ ist geeignet, wenn die Klinge nicht arretiert werden kann. Aus diesem Grund könnte in Frankreich bereits ein Opinel zum Problem werden, auch wenn jeder Bauer auf dem Land so ein Ding in der Tasche hat. Schweizer Messer gehen eigentlich überall, doch Vorsicht: einige Modelle besitzen eine Klingenarretierung, was in vielen Ländern eine Verbotseigenschaft darstellt (Gruppe 1: Extrem problematisch). Zweihandmesser in klassischer Optik (Modell „Opas Taschenmesser“) werden nur selten beanstandet.
  • Gehen Sie immer davon aus, dass Sie beobachtet werden. Straßen und Plätze vor allem in Innenstadtbereichen und im Umfeld von Touristenzielen werden durchgängig von Kameras überwacht. Zudem mischt sich zivil gekleidetes Sicherheitspersonal unter die Touristenströme, um aus der Nähe zu beobachten und Gesprächsfetzen aufzuschnappen. Werden Sie dabei beobachtet, wie Sie ein Messer vom Rucksack in die Hosentasche oder unter das Hemd wandern lassen, lernen Sie das Urlaubsland vermutlich noch genauer kennen…
  • Denken Sie voraus! Verbuddeln Sie ihre Messer tief in der Kleidung oder ersatzweise im Schuh, wenn Kontrollen absehbar sind. Oft werden Taschen und Rucksäcke akribisch untersucht, während eine hinten in den Gürtel geschobene 9 Millimeter übersehen wird.
  • Viele Sicherheitskräfte sind schlecht ausgebildet, noch schlechter bezahlt und genießen möglicherweise ihre „Wichtigkeit“ oder Weisungsbefugnis. Lassen Sie sich nicht provozieren, bleiben Sie freundlich und entspannt. Ansonsten lösen Sie bei Polizei oder Sicherheitspersonal einen „dem Kerl werd‘ ich es zeigen“ Reflex aus. Kontraproduktiv – denken Sie an das „Gray man“ Prinzip…

Messer und Waffengesetze der EU-Länder im Detail

Ein Klick auf das Land zeigt eine Kurzfassung der Bestimmungen oder zeigt einen Link zur einem ausführlichen Artikel mit dem Messer- und Waffengesetz des Landes. Die Farbe der Überschrift gibt einen ersten Eindruck und reicht von rot (Totalverbot) bis grün (liberale Gesetzgebung)

Belgien

Grundsätzlich ist nichts erlaubt, einige Messer sind nur nicht ausdrücklich verboten. Da das Gesetz sehr schwammig ist, haben die Behörden weiten Ermessensspielraum.

Genaugenommen sind Balisong, Fallmesser und Vollautomaten nicht verboten aber: Um ein Messer bei sich zu führen, müssen sie einen „glaubwürdigen“ und nachvollziehbaren Grund vorweisen können. Ähnlich der Regelung in deutschen Waffengesetz „…das Tragen des Messer einem allgemein anerkannten Zweck dient…“). Können sie das nicht, ist das Tragen des Messers illegal. Trotzdem: alles im Bereich Zweihandmesser, Gentleman Folder etc. sollte keinen Ärger bereiten.

Verbotene Messer: Wurfmesser, Wurfsterne, Bajonette, Messer mit zweiseitig geschliffener Klinge und alle Messer die in anderen Gegenständen verborgen sind (z.B. Stockdegen) oder einen anderen Gegenstand vortäuschen.

Dänemark

Zu dem dänischen Messer- und Waffengesetz ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Dänemark

Finnland

Praxis im Land: Finnland ist in Sachen Messer ziemlich entspannt. In Städten, öffentlichen Verkehrsmitteln und vor allem bei Veranstaltungen sollte das Messer im Hotel bleiben. Bei Outdoor-Aktivitäten (Tauchen, Angeln, Wandern etc.) ist das zweckgebundene Tragen von Messern akzeptiert.

Verbotene Messer: Balisong, Springmesser, Fallmesser, Bajonette

Nehmen sie typische Anglermesser, Jagdmesser, oder edle EDC’s mit und verzichten sie auf Kampfmesser oder große „Tactical Folder“.

Frankreich

Zum französischen Messer und Waffengesetz ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Frankreich

Griechenland

Zum griechischen Messer und Waffengesetz ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Griechenland

Großbritannien

Zum Messer- und Waffenrecht in Großbritannien ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Großbritannien

Italien

Zum Messer- und Waffenrecht in Italien ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Italien

Kroatien

Die Gesetzeslage in Kroatien ist widersprüchlich und undurchsichtig. Einerseits ist alles erlaubt und gleichzeitig ist alles verboten.

Beispiel: Automatikmesser sind nicht verboten. Verboten sind aber alle Gegenstände, die konstruktionsbedingt dazu geeignet sind, einen Menschen zu verletzen. Die Beurteilung ob ein Messer in diese Kategorie fällt liegt beim jeweiligen Behördenvertreter, Staatsanwalt und Richter.

Zweihandmesser und Gentleman Folder sind im Normalfall kein Problem. Bei Outdoor-Aktivitäten nur Messer mitnehmen, die für diese Aktivität typisch sind: Anglermesser, Brotzeitmesser, Tauchermesser usw. Lassen Sie Messer mit großen Klingen, martialischem Aussehen oder militärischer Optik („Tactical Knives“) unbedingt zu Hause.

Litauen

Verboten sind quasi nur das klassische italienische Stilett, Automatikmesser mit Klingen über 8,5 cm und Dolche. Das entspricht im wesentlichen der früheren deutschen Gesetzgebung. Messer, die bei Outdoor-Aktivitäten mitgeführt werden tolerieren die Ordnungshüter in Litauen.

Alle Messer mit Öffnungsautomatik wenn die Klinge länger als 8,5 cm ist oder die Höhe der Klinge an der breitesten Stelle kleiner als 14 Prozent der Klingenlänge ist. Verboten sind außerdem Messer mit zweiseitig geschliffener Klinge.

Balisong sind nicht verboten ABER die Frage der Öffnungsautomatik ist bei diesem Messertyp in Litauen strittig. Da die Klinge der meisten Schmetterlinge länger als 8,5 cm und die Klingenhöhe bei manchen Klingenformen (z. B. Spear Point) die erforderliche Klingenhöhe nicht erreicht, sollte man vorsichtig sein.

Luxemburg

Klappmesser mit einer Klinge bis zu 9 cm Länge ohne Klingenarretierung, ohne Parierelement und mit einer Klingenhöhe von mindestens 14 Prozent der Klingenlänge sind erlaubt.

Die Kontrollen in Luxemburg sind gründlich, das Auge des Gesetzes ist in Luxemburg (Stadt) fast überall. Wegen der hohen Zahl von EU-Vertretern, Geschäftsleuten und ausländischen Besuchern ist die Stadt gut mit Kameras überwacht. Polizisten auf Mountainbikes sind – wenn nötig – schnell zur Stelle und verstehen keinen Spaß.

Alle Messer mit Öffnungsautomatik, Bajonette, Dolche, Wurfmesser, Balisong und alle Gegenstände mit mehr als einer Schneide (z.B. Wurfsterne aber auch das Spyderco Dyad). Außerdem sind alle Klappmesser mit Klingenarretierung verboten bei denen Klinge länger als 7 cm ist und die ein Parierelement besitzen.

Niederlande

Zum Messer und Waffenrecht in den Niederlanden ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in den Niederlanden

Norwegen

In allen Städten ist das Tragen von Messern grundsätzlich verboten. Messer dürfen nicht zugriffsbereit im Auto liegen. Bei Outdoor-Aktivitäten wird das Mitführen eines für den jeweiligen Zweck üblichen Messers geduldet.

Verbotene Messer: Folder mit Öffnungshilfe, Balisong, Messer mit zweischneidigen Klingen.

Auf Kampfmesser oder Messer mit martialisch-militärischer Optik sollte man bei Reisen nach Norwegen besser verzichten.

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Österreich

Zum Messer und Waffenrecht in Österreich ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Österreich

Polen

In Polen dürfen alle Arten von Messern getragen werden. Balisong, Vollautomaten, Fallmesser und Stilett inbegriffen.

In den Großstädten ist das Tragen von Messern nicht verboten aber man sollte dezent auftreten und nicht mit einem „Zombie-Killer“ im Gürtel rumlaufen. Allerdings ist in Polen seit einiger Zeit zu beobachten, das die Gesetze hinsichtlich des Tragens von Messern zunehmend liberaler ausgelegt werden.

Verboten sind alle Gegenstände, die über ihre Eigenschaft als Waffe hinwegtäuschen, dazu gehören Stockdegen, Gürtelschnallenmesser, Kreditkartenmesser und Messer oder Klingen, die in anderen Gegenständen versteckt sind.

Portugal

Gehört das Messer nicht zu einer verbotenen Kategorie und ist die Klinge nicht länger als 10 cm, gibt es im Normalfall keine Probleme.

Wie in anderen Ländern auch, sollte man auf öffentliche Veranstaltungen lieber kein Messer mitnehmen. Größere Messer bei Outdoor Aktivitäten werden geduldet.

Verbotene Messer: Alle Messer mit Öffnungsautomatik, Halbautomaten, Wurfmesser, Balisong, Wurfsterne und Messer mit feststehender Klinge, die über ein Parierelement verfügen. Verboten sind außerdem Gegenstände mit getarnten Klingen, also wieder einmal der klassische Stockdegen.

Schweden

Zum Messer und Waffenrecht in Schweden ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Schweden

Schweiz

Zum Messer und Waffenrecht in der Schweiz ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in der Schweiz

Slowenien

Bei Outdoor-Aktivitäten werden die typischen Messer geduldet. Taschenmesser, auch Einhandmesser mit arretierbarer Klinge sind nicht verboten, der Ermessensspielraum der Polizei ist aber sehr groß.

Messer mit Öffnungsautomatik, Stoßdolche, Wurfmesser, alle Messer mit zweischneidiger Klinge und Messer, die einen anderen Gegenstand vortäuschen sind in Slowenien verboten. Touristen sollte diese Messer auch nicht in verschlossenen Behältnissen mitführen.

Spanien

Zum Messer und Waffenrecht in Spanien ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Spanien

Tschechische Republik

Zum Messer und Waffenrecht in der Tschechischen Republik ist auf Knife-Blog ein ausführlicher Artikel erschienen:
Messerrecht und Waffengesetze in Tschechien

Ungarn

Erfahrungsgemäß uneinheitlich, die Waffengesetze zu Messern sind sehr restriktiv aber auch konfus formuliert. In Großstädten ist es gänzlich verboten, ein Messer bei sich zu tragen.

Das steht zwar so nicht im Gesetz aber sie dürfen weder in öffentlichen Verkehrsmitteln noch auf öffentlichen Plätzen ein Messer führen. Auf dem Land sind die Behörden entspannter. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Auslegung der Vorschriften im Land, sollte man auf die Mitnahme eines Messers außer beim Angeln, Wandern oder Camping verzichten.

Alle Messer mit Öffnungsautomatik sowie alle Messer mit einer Klingenlänge über 8 cm sind verboten.

Die Türkei habe ich in der aktuellen Aufstellung nicht mehr berücksichtigt, da sich zurzeit keine halbwegs belastbaren Aussagen zur Anwendung der bestehenden Gesetze machen lassen. Das Vorgehen von Polizei, Militär und Zoll erscheint in vielen Fällen willkürlich und ist nicht vorhersehbar; das Rechtssystem unterliegt starker politischer Einflussnahme.

Messer und Waffengesetze in Europa – Fazit

Die Messer- oder Waffengesetze habe sich seit dem ersten Knife-Blog Artikel zu diesem Thema 2015 kaum verändert. Trotzdem ist nichts mehr, wie es war. Der Terror hat sowohl die Sichtweise auf Messer wie auch eine deutliche Zunahme der Kontrollen bewirkt.

Mehrere deutsche Innenministerien haben die Polizei ihres Bundeslandes angewiesen, regelrecht Jagd auf Messer und Multitools zu machen und mit aller Härte durchzugreifen. Dies wird umgesetzt, mal innerhalb der Rechtsvorschriften, manchmal aber auch willkürlich am Gesetz vorbei, indem erst einmal sichergestellt und sinngemäß gesagt wird: „Sie können ja versuchen, sich das Messer per Widerspruch / Gerichtsverfahren wiederzuholen„.

Messer- und Waffengesetze sind in jedem europäischen Land unterschiedlich
Damit Sie Ihren Urlaub nicht hier verbringen müssen…

Deutschland ist kein Einzelfall. Auch in einigen anderen Ländern Europas ist die Lage nicht besser. Man kann sich in vielen Ländern nicht mehr darauf verlassen, dass man wegen des Mitführens eines legalen Messers nicht doch belangt wird. Polizei oder Zoll schaffen einfach Fakten, denen man im Nachhinein nur mühevoll und kostenträchtig mit einem Anwalt begegnen kann. Meldungen über rechtswidrige Beschlagnahmungen von Messern haben Knife-Blog in den letzten Monaten aus Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden erreicht.

Diese Vorfälle relativieren die Darstellung der Waffengesetze in diesem Artikel ein Stück weit. Trotzdem sollte dieser Artikel helfen, nicht unwissentlich gegen bestehende Gesetze zu verstoßen und sich damit einer vermeidbaren Strafverfolgung auszusetzen.

Völlig unklar ist die Rechtslage bei kleinen Äxten und Tomahawks. In vielen Ländern fallen sie mit Sicherheit unter das Verbot „gefährlicher Gegenstände“ ohne explizit erwähnt zu werden. Dabei wird die Einordnung als sinnvolles Zubehör bei Wanderungen und Camping oder als Waffe im Stadtgebiet letztlich nur von der persönlichen Wertung des kontrollierenden Polizisten abhängen. Auch gängige Multi-Tools können in Dänemark oder Großbritannien zum Problem werden, wenn sie über mindestens eine arretierbare Klinge verfügen.

Wie ein roter Faden zieht sich der „nachvollziehbare Grund“ zum Tragen eines Messers durch die Gesetze der europäischen Länder. Deshalb macht es Sinn, nicht nur eine glaubwürdige Antwort parat zu haben, sondern auch die entsprechenden Vokabeln in der Landessprache zu beherrschen.

Von Reisen nach Großbritannien und Irland ist abzuraten, wenn man nicht auf das gewohnte Messer in der Hosentasche verzichten möchte.

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Links zum Waffenrecht bei Reisen und den Ländern der EU

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