Neck Knife Vergleichstest 2021 - Skelettierte Neckies

Neck Knife Vergleichstest 2021 – Fünf skelettierte Neck Knives

Ein Neck Knife ohne Griffschalen – das ist Messer pur. Beschränkung auf das Wesentliche ohne Deko und Ballast. Knife-Blog hat fünf Neck Knives mit völlig unterschiedlichen Konzepten für den Vergleichstest 2021 ausgewählt und zeigt, dass dieser sehr rudimentäre Messertyp trotz seiner Einfachheit höchst unterschiedliche Gestaltungsansätze zulässt. Die Spanne reicht vom kleinen Neckie, dass selbst unter Sommerkleidung nicht auffällt bis zum Tactical-Backup und vom grazilen Slicer bis zum brachialen Tanto.

Inhalt und Übersicht

Die Unterschiedlichkeit steht dem direkten Vergleich der Neck Knives entgegen. Obwohl alle Messer skelettierte Neckies sind und die gleiche Grundkonstruktion aufweisen, haben ihre Entwickler jeweils unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten vor Augen gehabt. Dadurch ist ein Vergleich nach dem Muster „Besser-Schlechter“ nicht sinnvoll. Statt Äpfel mit Birnen zu vergleichen, geht es um die Vorstellung der unterschiedlichen Konzepte.

Im Detail geht es um die verwendeten Materialien und deren Qualität sowie um die Stimmigkeit des Gesamtkonzepts. Nicht nur das Messer selbst, auch Scheide und Tragekomfort entscheiden über die Praxistauglichkeit eines Neck Knife.

Nur wenn das Zusammenspiel aller Komponenten funktioniert, taugt das Neck Knife für den Alltag. Das ist nicht immer so und anstatt als EDC gute Dienste zu leisten, fristen viele Neckies deshalb ihr Dasein in Schubladen oder Vitrinen.

Natürlich zählt am Ende auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie Qualität und Vollständigkeit des Zubehörs.

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Die Zufriedenheit mit einem Neck Knife beruht nur zum Teil auf seiner Konstruktion und seiner Qualität – ganz wesentlich ist die Wahl des richtigen Messers für den gedachten Verwendungszweck. Für ein Einsatzgebiet kann ein Neck Knife brillant sein und im Nächsten versagen. Daher gibt Knife-Blog zu jedem Messer eine subjektive Empfehlung, für welchen Einsatzzweck jedes Messer am besten geeignet erscheint.

Neck Knife Vergleichstest 2021

Wer den Begriff Neck Knife googelt, findet bei Wikipedia diese Definition: „Ein Neck Knife (englisch für „Hals-Messer“) ist ein kleines Messer mit feststehender Klinge, das an einem Lederriemchen (o. ä.) um den Hals getragen wird.“

Das ist nur bedingt richtig, denn am Lederriemchen, der Kette oder einem einfachen Stück Paracord hängt – außer bei der Dame auf dem Titelbild – zunächst die Scheide des Messers. Der Griff des in der Scheide steckenden Messers weist bei dieser Trageweise nach unten und bei Bedarf zieht man das Messer ebenfalls nach unten aus der Scheide. Damit sind wir schon beim traditionell größten Problem der Neck Knives: ihrem Zubehör.

Manchmal fehlen Kette oder Riemen zum Tragen des Messers, manchmal sind die Scheiden von lausiger Qualität oder nicht praxistauglich konstruiert. Dünne Kettchen, die beim Tragen des Messers in die Haut schneiden und beim Ziehen des Messers prompt reißen, sind leider keine Seltenheit. Manche Halsketten sehen aus, als würden sie vom Spülmechanismus der Bahnhofstoilette stammen. So etwas hängt sich kein Messerfan um den Hals und er wendet sich mit Grausen an die Konkurrenz.

Deshalb liegt ein Augenmerk beim Neck Knife Vergleichstest 2021 auch auf der Frage, wie ansehnlich, bequem, praktisch und vor allem wie zuverlässig das Zubehör des jeweiligen Messers ist.

Egal ob man ein Neck Knife als leichtes EDC oder als Tactical-Backup einsetzt, beide Verwendungsmöglichkeiten erfordern, das Messer bei Bedarf mit einem Griff einsatzbereit in der Hand halten zu können. Also zieht man kräftig am Griff, um es aus der Scheide zu befreien. Unter Stresseinfluss oft etwas kräftiger als unbedingt nötig wäre, aber genau das muss der Konstrukteur eines Neck Knife einkalkulieren. Zu solide darf eine Halskette zum Tragen eines Neck Knife allerdings auch nicht sein, schließlich soll ein Angreifer kein kostenloses Drosselwerkzeug vorfinden. Paracord ist daher zwiespältig und sollte – wenn man sich dafür entscheidet – nur mit einem magnetischen Clip geschlossen und nie verknotet werden.

Im Test wurde jedes Messer dreißig Mal aus der um den Hals getragenen Scheide gezogen, um Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der mitgelieferten Tragevorrichtung zu prüfen. Zudem wurde mit einer Federwaage die benötigte Kraft zum Ziehen des Messers aus seiner Scheide gemessen.

Die Kraft zum Ziehen wird dabei in Kilogramm statt in Newton angegeben. Lehrer, Oberlehrer und Physikprofessoren mögen nachsehen, dass statt der technisch korrekten aber wenig anschaulichen Einheit Newton (1N = 1 kg x m / s2) die Werte in Kilogramm ausgewiesen sind. Die Angabe „1,5 kg“ bedeutet, dass ebendieses Gewicht das Messer gerade nach unten ziehen muss, um es aus der um den Hals baumelnden Scheide zu lösen.

Wen es interessiert: Auf der Erde hat ein Kilogramm eine durchschnittliche Gewichtskraft von 9,81 Newton, ein Newton Gewichtskraft wird von etwa 102 Gramm verursacht. Kilogramm ist die kohärente SI-Einheit der Masse, Newton ist die kohärente SI-Einheit der Kraft.

Real Steel Marlin

Das Neck Knife „Marlin“ der chinesischen Firma Real Steel besitzt die Proportionen eines typischen kleinen Messers mit feststehender Klinge. Keine ausgefallene Sonderform, keine Gimmicks, keine abgedrehte Pseudo-Philosophie. Ein bodenständiges Messer, das kompromisslos auf Alltagstauglichkeit getrimmt ist. Designer des Marlin ist der in Deutschland nicht sehr bekannte Messermacher Ostab Hel aus Polen.

Geliefert wird das Real Steel Marlin in der von dieser Firma bekannten grauen Pappschachtel mit einer Scheide aus 1,1 Millimeter dünnem Kydex. Das klingt unterdimensioniert und die Scheide lotet ohne Frage die Grenze des Machbaren aus, dennoch hat sie sich im Test als ausreichend stabil und praxistauglich erwiesen.

Neck Knife Vergleichstest 2021 - Real Steel Marlin

Die Leichtbauweise macht sich beim Gewicht von Messer und Scheide bemerkbar. Einschließlich einem knappen Meter Paracord als Halskette wiegt die Kombination nur gut 60 Gramm.

Außer einem Poliertuch liegt dem Messer kein weiteres Zubehör bei. Wer es um den Hals tragen möchte, muss Kette, Lederriemen oder Paracord selbst beschaffen. Zwei durch Metallösen verstärkte Löcher am Ende der Kydex-Scheide sind groß genug, um einen stabilen Lederriemen oder doppelt gelegtes Paracord aufzunehmen.

Das Marlin von Real Steel ist das preisgünstigste Messer im Neck Knife Vergleichstest 2021 und kostet im deutschen Online-Fachhandel deutlich unter dreißig Euro. Dafür muss man mit dem Klingenstahl 8Cr14MoV vorliebnehmen, der in China von Ahonest Changjiang produziert wird. Der Stahl ist die chinesische Variante des alten Aichi AUS-8 (ähnlich 440 B) und ist den Messerstählen einfacher Qualität zuzurechnen.

Real Steel versieht das Marlin mit einer Griffwicklung aus Paracord, die in einem Lanyard mündet. Wie bei allen Neck Knives erleichtert der Lanyard auch beim Marlin das Ziehen des Messers, obwohl dessen Griff 86 Millimeter aus der Scheide herausragt und sich schon deshalb sicher greifen lässt. Auch im Gebrauch bietet der Griff viel Platz für die Finger und das Messer punktet mit guter Handlage.

Die Klinge des Marlin ist gestreckt und entspricht der klassischen Drop Point Form. Im Bereich von Griff und Klingenrücken beträgt die Stärke des Stahls drei Millimeter. Die Schneide besitzt einen Flachschliff über das gesamte Klingenblatt und verjüngt sich in Richtung Spitze.

Die Kydex-Scheide ist erfreulich gut angepasst. Das Messer besitzt kaum Spiel und klappert nicht. Die Kraft zum Ziehen ist mit nur 0,8 kg die Geringste bei allen Modellen im Test. Das ist wenig. Sehr wenig oder anders gesagt: Das Marlin flutscht fast von selbst aus seiner Kydex-Scheide. Trotzdem sitzt es beim Tragen sicher.

Real Steel Marlin – Technische Daten

  • Länge Klinge / Gesamt: 62 mm / 162 mm
  • Klingenstärke: 3,1 mm
  • Gewicht ohne / mit Scheide: 41 g / 54 g (ohne Kette oder Trageband)
  • Kraft zum Ziehen des Messers: 0,8 kg
  • Zubehör: Kydex-Scheide, Poliertuch
  • Preis im dt. Onlinehandel: ca. 27,- Euro

Bezugsquellen: Messer & Co / Böker

Positiv

  • Gute EDC- Eigenschaften
  • Messer sehr gut verarbeitet
  • Kydex-Scheide ordentlich verarbeitet
  • Langer Griff
  • Klingenschliff
  • Messer unter Kleidung tragbar
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • Keine Kette oder Trageriemen.
  • Die Kydex funktioniert, wird aber nicht ewig halten.
  • Klingenstahl nur untere Mittelklasse
  • Gute Handlage nur mit Paracord Wicklung.
  • Scheide nicht an Teklok montierbar.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Real Steel Marlin ist ausgezeichnet! Mehr Neck Knife für weniger Geld ist kaum zu bekommen, auch wenn der einfache Klingenstahl einige Wermutstropfen beisteuert. In der Summe ist das Real Steel Marlin aber ein brauchbares Neckie mit guten Allroundeigenschaften im Alltagsgebrauch. Wer auf spacige Formen verzichten kann, sollte dieses Messer in die engere Auswahl nehmen.

MKM Micro 2 naked

Im Gegensatz zum klassisch-bodenständigen Neck Knife von Real Steel fahren die Maniago Knife Makers (MKM) bei Materialien und Design ordentlich auf. Das MKM Micro wurde von keinem Geringeren als Jesper Voxnaes gezeichnet. Zudem bringt das italienische Neck Knife einen pulvermetallurgischen Klingenstahl und eine innovativ konstruierte Lederscheide mit.

Ein kleines Neck Knife komplett aus Böhler M390! Endlich wachen die ersten Hersteller auf und ersparen uns an ihren Neck Knives Messerstähle, die auch für Taschenmesser oder Fixed Blades nicht mehr zeitgemäß wären.

Neck Knife MKM Micro 2
MKM Micro 2 mit Lederscheide

Auch bei der Lederscheide hat sich MKM für eine moderne Variante entschieden. Eine Lasche – ebenfalls aus Leder – hält das Neck Knife sicher an seinem Platz, auch wenn das Messer am mitgelieferten Lederband um den Hals getragen wird. An der Vorderseite der Scheide schließt die Lasche aber nicht mittels eines Druckknopfes, sondern mittels eines kräftigen Magneten aus Neodym (Neodym-Eisen-Bor). Dadurch lässt sich das Micro 2 aus der Scheide ziehen, ohne dass man an der Lasche herumfingern muss. Zieht man am Messergriff, weicht die Lederlasche zur Seite.

Das klingt nach einem Gimmick mit fragwürdiger Alltagstauglichkeit, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich gut und zuverlässig. Um das Neck Knife zu ziehen, wird eine Zugkraft von etwa 1,75 kg benötigt. Dieser Wert ist durchaus nicht höher als bei vielen Neck Knives mit Kydex-Scheide, verlangt aber nach einem stabilen Trageriemen. Paracord oder eine dünne Kette schneiden bei dieser Zugkraft bereits unangenehm in die Haut, das von MKM mitgelieferte Lederband erfüllt die Aufgabe besser. Ideal ist es durch seine Kanten auch nicht, ein stabiles, rundes Lederband oder geflochtenes Paracord könnten brauchbare Lösungen sein.

Nach dem Ziehen des Messers lässt der Neodym-Magnet die Lederlasche wieder zuschnappen und das bietet einen weiteren Vorteil. Möchte man während der Arbeit das Messer kurz aus der Hand legen, kann man es außen an die Scheide halten. Der Magnet ist stark genug, um das MKM Neckie dort sicher festzuhalten, bis man es wieder zur Hand nimmt.

Das Micro 2 gehört mit 110 Millimeter Gesamtlänge und 49 Millimeter geschliffener Schneide zu den kleinen Neck Knives. Es ist ein Zweifingermesser, das beim Schneiden zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger verkeilt wird. Trotz der geringen Größe können sich Haptik und Ergonomie sehen lassen. Die Materialstärke beträgt 4 Millimeter und die umlaufenden Kanten sind abgerundet.

MKM Micro 2 – Technische Daten

  • Länge Klinge / Gesamt: 50 mm / 110 mm
  • Klingenstärke: 4 mm
  • Gewicht ohne / mit Scheide: 30 g / 64 g (ohne Kette oder Trageband)
  • Kraft zum Ziehen des Messers: 1,75 kg
  • Zubehör: Lederscheide, Trageriemen
  • Preis im dt. Onlinehandel: ca. 80,- Euro

Bezugsquellen: Altonaer Silberwerkstatt / Böker

Positiv

  • Gute EDC- Eigenschaften
  • Messer sehr gut verarbeitet
  • Lederscheide sehr gut verarbeitet
  • Akzeptable Handlage
  • Sehr guter Klingenstahl
  • Messer unter Kleidung tragbar
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • Die stabile Lederscheide trägt auf und kann unter leichter Bekleidung sichtbar sein.
  • Scheide liegt leicht verdreht, wenn sie um den Hals getragen wird.
  • Der mitgelieferte Lederriemen kann als Drosselwerkzeug dienen, wenn er verknotet wird.

Das MKM Micro 2 ist hinsichtlich Qualität und Praxistauglichkeit eine positive Überraschung. Als Micro 1 ist es statt mit einer Klinge im Insingo-Stil auch mit einer Drop Point Klinge erhältlich. Ohne Frage gehört dieses Messer zu den besten kleinen Neck Knives, die je bei Knife-Blog im Test waren. Der Klingenstahl Böhler M390 hebt das Micro 2 zusätzlich aus der Masse heraus. Wer ein kleines, universell einsetzbares Neck Knife sucht und sich mit der ungewöhnlichen Lederscheide anfreunden kann, bekommt für knapp 80 Euro reellen Gegenwert.

Böker Plus Skelergo Backup

Die Verwendung „Backup“ kommt bereits im Namen des Messers vor. Als Backup soll das skelettierte Neck Knife mit American Tanto Klinge seinem Besitzer zur Seite stehen, wenn kein anderes Werkzeug mehr zur Verfügung steht. Für diese Aufgabe ist das Neck Knife mit seiner 85 Millimeter langen und vier Millimeter starken Klinge gut gerüstet. Als Klingenstahl begegnet uns der inzwischen ziemlich selten gewordene AISI 440C – ein Mittelklassestahl mit dem man bei einem günstigen Neckie leben kann.

Bis vor fünf, sechs Jahren gehörte AISI 440C zur Oberklasse der Messerstähle und wurde häufig für große und kleine Messer mit feststehender Klinge eingesetzt. Schlechter ist der Stahl seitdem nicht geworden, aber die heute in reicher Auswahl verfügbaren pulvermetallurgischen Stähle haben AISI 440C längst den Rang abgelaufen.

Für einen Preis unter 50 Euro bringt das Böker Skelergo Backup wertiges Zubehör mit. Neben einer ordentlich verarbeiteten Kydex-Scheide liegt auch ein Teklok in der schwarzen Böker Plus Box. Eine Kette oder ein Trageriemen fehlt leider. Designer des Böker Plus Skelergo Backup ist der Australier Peter Fegan, der für seine skelettierten Messer und Tools bekannt ist. Er hat für Böker zahlreiche Messer und Tomahawks designet und auch Fox Knives und RMJ finden sich auf der Kundenliste von Peter Fegans Designmanufaktur.

Eine tiefe Fingermulde hinter der Klinge, ein Jimping an der Griffunterseite und der Fingerring am Ende des Griffs ermöglichen, das Skelergo wahlweise Forward oder Reverse einzusetzen. Beides funktioniert gleich gut.

Im Normalgriff liegt der Ringfinger im Fingerloch, der Mittelfinger am unteren Jimping, der Zeigefinger in der Fingermulde und der Daumen auf dem Jimping des Klingenrückens. Effektiver lässt sich ein Neck Knife in der Hand nicht verkeilen.

Nur die Klinge des Messers und ein Viertel der Fingermulde befinden sich innerhalb der Kydex-Scheide, sodass das Skelergo gut und sicher zu greifen ist.

Neck Knife: Böker Plus Skelergo Backup

Das Skelergo boxt mit einem Gewicht von 70 Gramm ohne Scheide und Tragriemen bereits im Mittelgewicht. Mit Kydex-Scheide und Paracord baumeln rund 100 Gramm am Hals. Das Gewicht wirkt aber selbst nach Stunden nicht unangenehm, da Messer und Scheide flach auf der Brust liegen. Die Kydex-Scheide mit eingestecktem Messer ist gerade einmal 7,7 Millimeter dick und trägt selbst unter einem T-Shirt kaum auf.

Böker Plus Skelergo Backup – Technische Daten

  • Länge Klinge / Gesamt: 85 mm / 153 mm
  • Klingenstärke: 4 mm
  • Gewicht ohne / mit Scheide: 72 g / 92 g (ohne Kette oder Trageband)
  • Kraft zum Ziehen des Messers: 1,35 kg
  • Zubehör: Kydex-Scheide, Teklok
  • Preis im dt. Onlinehandel: ca. 50,- Euro

Bezugsquellen: Joe’s Messershop / Messermaxx / Böker

Positiv

  • Sehr stabiles Neck Knife
  • Messer sehr gut verarbeitet
  • Kydex-Scheide sehr gut verarbeitet
  • Akzeptable Handlage
  • Forward- und Reverse-Griff möglich
  • Messer unter Kleidung tragbar
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • Keine Halskette oder Trageriemen im Lieferumfang.

Die Entscheidung für ein Backup-Messer beinhaltet die Entscheidung, es immer am Mann oder der Frau haben zu wollen. 24/7, unauffällig, griffbereit. Das Skelergo Backup von Peter Fegan und Böker wurde für diesen Job erdacht. Das Skelergo ist klein und leicht genug, um es diskret tragen zu können und groß und stabil genug, um im Fall des Falles nützlich zu sein. Etwas Besseres kann man über ein Backup-Messer kaum sagen. Für EDC-Aufgaben ist es dagegen nur bedingt geeignet.

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Fred Perrin „Le Bowie“

Fans von Einsatzmessern ist Fred Perrin kein Unbekannter. Der ehemalige Kommandosoldat hat sich als Designer den Ruf erarbeitet, kleine aber sehr effektive Backup-Messer zu entwickeln. Einige Messer bringt er unter eigenem Namen und seinem Signet auf den Markt, andere sind in Zusammenarbeit mit Bastinelli, Spyderco oder Michael Janich entstanden. Viele Messer von Fred Perrin besitzen ebenso markante wie spektakuläre Designs, sein Modell „Le Bowie“ wirkt in der Formgebung dagegen schon fast ein wenig brav.

Der Name „Le Bowie“ ist Programm, wie die gedrungene Bowie-Klinge mit dem leichten Recurve der Schneide zeigt. Das hohe Klingenblatt und die lange Schneide holen aus den zur Verfügung stehenden 65 Millimeter Klingenlänge das Maximale heraus. Jedem Detail des Messers merkt man die Erfahrung von Fred Perrin mit diesem Messertyp an, das „Le Bowie“ ist ein effektives Backup-Messer und besitzt trotzdem solide EDC-Eigenschaften.

Neck Knife Fred Perrin "Le Bowie"

Highlight an diesem Neck Knife sind seine ergonomischen Qualitäten. Das „Le Bowie“ schmiegt sich geradezu in die Hand. Es sitzt bei Handschuhgröße 9.5 wie angegossen. Die Finger finden am knapp acht Zentimeter langen Griff Platz und die ausgeprägte Fingermulde sorgt für eine stabile Handlage des Messers.

Mit einer Gesamtlänge von 150 Millimeter gehört „Le Bowie“ zu den mittelgroßen Neck Knives, aber mit nur 46 Gramm eher zu den Leichtgewichten. Dafür ist die Materialstärke von Klinge und Griff mit 2,8 Millimeter verantwortlich. Entsprechend bequem ist das Messer als Neckie zu tragen. Man merkt es kaum. Nach dem Anlegen hat man nach wenigen Minuten vergessen, dass ein Neck Knife am Hals baumelt. Dazu trägt auch die sieben Millimeter flache Kydex-Scheide bei, die an der mitgelieferten Kugelkette hängt.

Fred Perrin „Le Bowie“ – Technische Daten

  • Länge Klinge / Gesamt: 65 mm / 150 mm
  • Klingenstärke: 2,8 mm
  • Gewicht ohne / mit Scheide: 46 g / 60 g (ohne Kette oder Trageband)
  • Kraft zum Ziehen des Messers: 1,95 kg
  • Zubehör: Kydex-Scheide, Kugelkette
  • Preis im dt. Onlinehandel: ca. 65,- Euro

Bezugsquellen: Joe’s Messershop / Böker

Positiv

  • Universelles Neck Knife
  • Messer sehr gut verarbeitet
  • Kydex-Scheide gut verarbeitet
  • Ausgezeichnete Handlage
  • Forward- und Reverse-Griff möglich
  • Messer unter Kleidung tragbar
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • Die Schneide mit dem leichten Recurve erschwert präzises Nachschleifen der Klinge.
  • Obwohl die Scheide gut verarbeitet ist, klappert das Messer vernehmlich.

Als Klingenstahl begegnet uns ein weiteres Mal der bereits beschriebene AISI 440C. Gut, aber 2021 nicht mehr die ideale Wahl. Ein paar Euro Aufpreis für einen pulvermetallurgischen Stahl wären zu verschmerzen und CPM-20V, M390 oder K390 würden diesem Messer das Krönchen aufsetzen.

Als Backup-Messer mit voller Tauglichkeit als EDC ist das „Le Bowie“ die eierlegende Wollmilchsau unter den Neck Knives. Größer als das MKM, ergonomisch besser als das Real Steel, dafür aber als Backup-Messer bei Weitem nicht so kompromisslos wie die Modelle Skelergo und Gitfo.

Böker Plus Gitfo

Gitfo?! Wer denkt sich denn so etwas aus? Ein Blick ins Urban Dictionary liefert die Antwort: „Get it the fuck on“… Ein erster Hinweis auf amerikanische Wurzeln. Der Designer ist DJ Urbanovsky aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. Er entwirft und fertigt Messer, Äxte, Tools, Schwerter und stellt hauptsächlich Customs her. Seine Firma American Kami möchte die Tradition nepalesischer Messermacher fortführen, die mit einfachsten Mitteln sehr effektive Werkzeuge geschaffen haben.

DJ Urbanovsky hat eine klare Philosophie: Messer müssen simpel und effektiv sein! Und sein Neck Knife soll benutzt werden: „I don’t build safe queens, I build users. I want you to go out and cut stuff!“

Neck Knife Böker plus Gitfo

Die Klinge vereint eine Insingo-Schneide mit einer optisch dominanten Swedge. Typisch für DJ Urbanovsky ist der Verzicht auf ein Ricasso und eine auf der gesamten Länge geschliffenen Schneide. Der Flachschliff nimmt mehr als zwei Drittel der Klingenhöhe ein. Zum dritten Mal begegnet uns AISI 440C als Klingenstahl. Zum Lieferumfang des Gitfo gehört eine solide und sauber ausgeformte Kydex-Scheide und eine leichte Kugelkette, die für ein Messer dieser Größe ein wenig unterdimensioniert wirkt.

Das Gitfo wirkt dolchartig, besitzt aber nur eine geschliffene Schneide und kollidiert daher nicht mit dem deutschen Waffengesetz. Mit 76 Millimeter ist die Schneide länger als bei den meisten anderen Neck Knives. Die Gesamtlänge von 175 Millimeter und die Klingenstärke von 4,7 Millimeter sind stattliche Werte und so zählt das Gitfo zu den großen Neck Knives. Dennoch bringt das Messer nur 68 Gramm auf die Waage.

Klingen im Insingo-Stil garantieren ordentliche EDC Eigenschaften und eignen sich für viele Schneidearbeiten. Das Gitfo ist keine Ausnahme. Trotz seiner ungewöhnlichen Griffgestaltung und seinem „Tactical Outfit“ zeigt sich das Gitfo im Alltag universell einsetzbar. Auch wenn die Optik wenig sozialverträglich und das Messer im Büro deplatziert ist, eignet es sich auch als Brotzeitmesser. Seine Domäne ist aber die des klassischen Backup-Messers als letzte Verteidigungslinie.

Böker plus Gitfo – Technische Daten

  • Länge Klinge / Gesamt: 65 mm / 175 mm
  • Klingenstärke: 4,7 mm
  • Gewicht ohne / mit Scheide: 68 g / 87 g (ohne Kette oder Trageband)
  • Kraft zum Ziehen des Messers: 1,35 kg
  • Zubehör: Kydex-Scheide, Kugelkette
  • Preis im dt. Onlinehandel: ca. 65,- Euro

Bezugsquellen: Joe’s Messershop / Messerworld / Böker

Positiv

  • Perfektes Backup-Knife
  • Messer sehr gut verarbeitet
  • Kydex-Scheide sehr gut verarbeitet
  • Ergonomisch besser als es aussieht!
  • Forward- und Reverse-Griff möglich
  • Messer unter Kleidung tragbar
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • Die Kugelkette erscheint für dieses Neck Knife leicht unterdimensioniert, hat aber den Praxistest problemlos überstanden.

Drei der vorgestellten Neck Knives lassen einen Einsatz im Reverse Grip zu – keines so perfekt wie das Gitfo. Dieses Messer ist im Reverse Grip förmlich zu Hause. Das Fingerloch am Griffende hat einen Durchmesser von 27,7 Millimeter und ist für den Daumen gedacht. Im Reverse Grip liegt das Gitfo wie festgewachsen in der Hand. Im Forward Grip dient es als EDC. Die Kydex-Scheide ist gelungen. Obwohl die Kraft zum Ziehen des Messers mit 1,35 kg ziemlich gering ist, sitzt das Messer straff genug, um nicht durch Klappergeräusche Aufmerksamkeit zu erregen.

Wer ein kompromissloses Backup-Messer sucht, das mit alltäglichen EDC-Aufgaben nicht überfordert ist und wer das martialische Aussehen dieses Neckies mag, kommt am Gitfo nicht vorbei.

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Titelbild: Vorlage/Hintergrund iStock.com:amoklv, Composition: Knife-Blog