Bei Aussagen über Messer, deren Qualität oder Praxistauglichkeit kann man sich noch so sehr um Objektivität bemühen, der subjektive Eindruck des Rezensenten wird unweigerlich in die Beurteilung mit einfließen. Fakten und Meinung sind dadurch immer in einer gewissen Weise verbunden, trotzdem soll ein Höchstmaß an Transparenz und Objektivität gewährleistet werden. Um diesem Ziel näherzukommen, hat Knife-Blog für Wertungen bei Reviews klare Kriterien und Eckpunkte definiert.

Inhalt und Übersicht

Jeder Messerfreund hat seine Erfahrungen, Affinitäten und Abneigungen und der Faktor Mensch spielt selbstverständlich auch bei Knife-Blog eine Rolle. Dennoch sollen die Reviews fair und die Ergebnisse nachvollziehbar sein. Deshalb sollen die Bewertungskriterien öffentlich bekannt und transparent sein.

Der Grundgedanke hinter dem Bewertungssystem von Knife-Blog ist, dass ein perfektes Messer 100 Punkte oder 100 Prozent erreicht. Von diesem Maximalwert werden bei konstruktiven, technischen oder praktischen Mängeln mehr oder weniger deutliche Abzüge vorgenommen.

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Die angesprochene Objektivität ist ein schwieriger Punkt.

Jeder kennt das Problem: der Wein, der einem im Urlaub wie ein Vorgeschmack auf das Paradies vorkam, schmeckt Zuhause wie ein Gewächs vom benachbarten Rangierbahnhof.

Kein Tag ist wie der Andere und daher ist eine subjektive Komponente immer mit im Spiel.

Bewusste Verfälschungen gibt es hingegen nicht! Bei Knife-Blog gibt es keine Gefälligkeitsgutachten, keine gekauften Meinungen, keine Rücksicht auf große Namen und keine Kompromisse, wenn das zu begutachtende Messer Mängel aufweist.

Das Knife-Blog Bewertungssystem

Jede Bewertung eines Messers auf Knife-Blog setzt sich aus sechs Einzelwertungen zusammen:

  1. Design, Ergonomie, Sicherheit
  2. Material / Verarbeitung
  3. Qualität des Zubehörs
  4. Handlage, Ergonomie und Sicherheit
  5. Praxistauglichkeit
  6.  Preis-Leistungs-Verhältnis
Knife-Blog: Wertungen bei Reviews

Die Bewertung des Messer befindet sich in einer übersichtlichen Grafik am Ende des Reviews und schlüsselt Pro & Contra nach sechs Kriterien auf.

Positive und negative Eigenschaften werden, sofern vorhanden, stichpunktartig neben dem Gesamtergebnis aufgelistet.

Design, Ergonomie und Sicherheit

Die ersten beiden Kriterien, Design und Ergonomie, sind bei einem Messer am schwersten zu beurteilen. Zu verschieden sind die physischen Eigenschaften der Messerfans und ihre Erwartungen an die Handhabung, als dass man allgemeingültige Regeln definieren könnte.

Obwohl letztlich die Ergonomie eines Messers über seine Gebrauchsfähigkeit entscheidet, werden Abzüge nur bei eindeutigen Einschränkungen bei der Handhabung oder bei konstruktiven Fehlern vorgenommen. Die Einschätzung der Handlage orientiert sich an Empfinden und Erfahrung des Autors und fließt in das Review ein.

Ganz anders liegt der Fall, wenn die sichere Handhabung des Messers durch das Design oder konstruktive Mängel beeinträchtigt wird. Droht ein Verletzungsrisiko durch scharfe Kanten, schlechte Verarbeitung oder eines schlecht konstruierten oder falsch eingestellten Lock, wird die Abwertung entsprechend deutlich ausfallen.

Material- und Verarbeitungsqualität

Die Bewertung eines Messers erfolgt auf Knife-Blog immer im Kontext seines Preises. Was für ein preiswertes Modell als akzeptabel gewertet wird, kann bei einem Messer der Mittel- oder Oberklasse zu Abzügen führen. Manchmal ist dies beim verwendeten Klingenstahl der Fall.

Ein gutes Beispiel sind Klingenstähle der unteren Mittelklasse, also zum Beispiel AUS-8 oder 8Cr13Mov. Die Verwendung eines solchen Stahls für ein Messer unter 60 Euro kann im Review zwar kritisch kommentiert werden, führt aber beim Gesamtergebnis nur zu einer geringfügigen Abwertung. Ganz anders bei einem Messer, für das der Käufer 150 Euro oder mehr ausgeben muss. In dieser Preiskategorie würde ein unterklassiger Stahl zu einer sehr deutlichen Abwertung führen.

Messer decken einen Preisbereich von zehn bis zu mehreren Tausend Euro ab und der Anspruch nach perfekter Verarbeitung steigt mit dem Preis. Wie beim Material gilt auch bei der Verarbeitungsqualität, dass außer bei preiswerten „Budget Knives“ jeder Fehler oder Verarbeitungsmangel zur Abwertung führt.

Dabei kann es sich um Werkzeugspuren, lockere Griffschalen, schief angesetzte Schrauben, ungleichmäßige Bearbeitung der Oberflächen, schlechten Klingengang, geringe Passgenauigkeit der verbauten Komponenten oder ähnliche Mängel handeln. Auch in diesem Punkt gilt: je teurer das Messer und desto schwerwiegender der Mangel ist, desto höher fällt der Punktabzug aus.

Praxistauglichkeit

In diesem Punkt wird der Frage nachgegangen, ob das Messer für die Aufgaben geeignet ist, die sein Hersteller oder Designer dem Messer zugedacht hat. Da die Einsatzmöglichkeiten für das Werkzeug Messer nicht zählbar sind, orientiert sich die Bewertung hauptsächlich an den für die Bauform des Messers typischen Aufgaben.

Wertungen bei Foldern: Justage und Funktion

Dieser Bereich erscheint nur bei Wertungen für Taschenmesser. Die Justage spielt eine entscheidende Rolle für die Praxistauglichkeit des Messers. Dazu gehören der Kraftaufwand, der zum Öffnen oder Entriegeln der Klinge benötigt wird, aber auch der Klingengang und die Einstellung des Detent.

Bewirbt also der Hersteller ein 425 Gramm schweres Messer als Neck Knife, wird das Gewicht bei der Praxistauglichkeit zu einer negativen Bewertung führen. Ähnliches gilt, wenn Klingen zu lang, zu kurz, zu dick, zu dünn, zu breit oder zu schmal sind, um gute Dienste beim empfohlenen Einsatzzweck zu leisten.

Wertungen bei Fixed Blades: Survial-Faktor

Nur bei Fixed Blades mit dem Charakter eines Survial-Messers wird dieses Wertungskriterium angezeigt. Dabei wird der Begriff „Survival“ sehr großzügig ausgelegt und ist nicht auf reine Survival-Messer beschränkt. Schließlich hat jedes Messer mit feststehender Klinge die Aufgabe, sämtliche Alltagsaufgaben zu bewältigen.

TUYA Knife HintergrundTUYA Knife Messer
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Wolfgangs - Hintergrund
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Klingenstahl und Schliff

Zur Verarbeitungsqualität gehört der Klingenschliff. Optimalerweise weist eine Klinge entlang der gesamten Schneide und auf beiden Seiten einen konstanten Schleifwinkel auf. Die Spitze muss sauber zugeschliffen und von perfekter Symmetrie sein. Die Qualität der Klinge wird anhand einer zehn Punkte Skala beurteilt:

  • 100 = In jeder Hinsicht perfekter Schliff und extreme Schärfe entlang der gesamten Schneide.
  • 90 = Überdurchschnittlich scharf entlang der gesamten Schneide, absolut winkelstabiler Schliff, perfekte Spitze.
  • 80 = Sehr scharf entlang der gesamten Schneide, weitgehend winkelstabiler Schliff, perfekte Spitze.
  • 70 = Klinge ungleichmäßig scharf und/oder Schliff nicht winkelstabil und/oder Spitze unsymmetrisch.
  • 60 = Schärfe der Klinge ist gerade noch ausreichend und/oder deutliche Fehler im Schliff.
  • 50 oder weniger: Der Klingenschliff ist mangelhaft oder die Schneide besitzt ungenügende Schärfe.

Die Wertung erfolgt als Zahlwert zwischen null und einhundert und geht in die Wertung mit ein bis fünf Sterne ein.

Ausstattung und Zubehör

Der Klassiker in diesem Bereich sind schlecht verarbeitete Kydex-Scheiden, die zudem oft auch noch aus zu dünnem Material gefertigt werden. Selbst bei Messern der gehobenen Preiskategorien findet man diesen Mangel häufig und wenn ein Hersteller meint, dass für den Käufer seines 500 Euro teuren Outdoor-Messers eine lausig angepasste „Karo-Einfach“ Scheide ausreichend ist, wird das Messer im Review deutliche Abwertung hinnehmen müssen.

Auch bei Lederscheiden liegt ein besonderes Augenmerk auf Passgenauigkeit und Verarbeitungsqualität. Die Sauberkeit und der gerade Verlauf aller Nähte, das verwendete Garn und die Materialqualität des Leders spielen wichtige Rollen. Sonstiges Zubehör (Schleifstäbe, Fire Starter etc.) werden nach Qualität und Funktionalität beurteilt.

Bei Taschenmessern geht in die Wertung das Vorhandensein von Taschenclip, Lanyard Hole und anderen Details ein. Speziell für Titan Framelock Folder gilt, dass sowohl ein Überdehnschutz sowie ein Stahleinsatz zum Schutz der Lock Bar vorhanden sein sollten. Beides ist heute Stand der Technik und wirkt sich auf die Langlebigkeit des Messers aus. Daher führt das Fehlen eines der beiden Merkmale schon bei preisgünstigen Messern zu einer Abwertung.

Extrema Ratio , Wertungen bei Reviews
Um eine gute Bewertung zu erhalten, muss das Messer für den angedachten Verwendungszweck geeignet sein.

Wertungen bei Reviews: Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Qualität von Material und Verarbeitung müssen in einem gesunden Verhältnis zum Preis stehen. Je höher der vom Hersteller oder Händler verlangte Preis ist, desto höher dürfen und müssen die Anforderungen an die Qualität sein. Auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis gilt: Ein und der gleiche Mangel führen bei einem hochpreisigen Messer zu einer stärkeren Abwertung als bei einem billigen Arbeitsmesser.

Werkzeugspuren können als Beispiel dienen. Hässlich und vermeidbar ärgern sie den Messerfreund, aber die negative Wirkung oberflächlicher Kratzer hat über den optischen Mangel hinaus keine Konsequenzen für die Gebrauchsfähigkeit oder Sicherheit des Messers. Ein Messer der Budget-Klasse muss in solchen Fällen eine moderate Abwertung hinnehmen, ein Messer der Mittelklasse wird spürbar abgewertet und ein Messer der preislichen Oberliga wird bei mangelnder Sorgfalt seines Herstellers massive Abwertungen hinnehmen müssen.

Grundsätzlich wird Handarbeit als positive Eigenschaft gewürdigt, sofern der Hersteller die Arbeiten nicht in Billiglohnländern vornehmen lässt. Produktionsstandorte in Billiglohnländern werden beim Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigt. Das niedrige Lohnniveau in vielen Ländern muss zwangsläufig zu niedrigeren Verkaufspreisen führen als bei Messern, die in Westeuropa oder den Vereinigten Staaten produziert werden.

Wenn ein Messer die (seltene) 100 Punkte Wertung erreicht, drückt das aus, das seine Perfektion den technischen Stand des Machbaren repräsentiert. Erhält ein Messer eine 95 Prozent Wertung, liegt es qualitativ bereits deutlich über dem Durchschnitt seiner Klasse.

Wahrhaftigkeit der Informationen

Veröffentlicht ein Hersteller falsche, irreführende oder lückenhafte Informationen zu Material oder Herstellungsprozess, kann dies, je nach Schwere des Einzelfalls, zu Abwertungen bis zu 90 Prozent führen.


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