Die Lage im Herzen Europas macht Luxemburg zu einem begehrten Ausflugsziel vor allem für Menschen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Was die wenigsten Besucher wissen: Das Waffengesetz für Messer in Luxemburg ist mindestens ebenso restriktiv wie in England oder Schottland. Vieles ist verboten, nur wenige Bauformen von Messern sind erlaubt. Wer nach Luxemburg reist, sollte die Informationen zu erlaubten und verbotenen Gegenständen gründlich lesen, denn die Strafen im „Groussherzogtum Lëtzebuerg“ können drakonisch ausfallen.

Inhalt und Übersicht (Letzte Revision: 01.2020)

Luxemburg ist ein kleines Land, genauer gesagt nach Malta das zweitkleinste Land der EU und in etwa so groß wie das Saarland. Das Großherzogtum Luxemburg ist seit der Zweiten Londoner Konferenz von 1867 ein souveräner und unabhängiger Staat. Bis dahin gehörte das heutige Staatsgebiet mehrfach wechselnd zu Frankreich, Deutschland oder den Niederlanden. Staatsform ist heute eine parlamentarische Monarchie, deren Krone innerhalb der Familie Nassau erblich ist.

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Das Waffengesetz für Messer in Luxemburg stammt in seinen wesentlichen Teilen aus dem Jahr 1983 und war zur damaligen Zeit sicherlich das schärfste Gesetz gegen Messer in ganz Europa.

2011 wurde das Waffengesetz in Luxemburg für Schusswaffen und Munition verschärft und neue Definitionen aufgenommen. Bei Messern hat sich nichts geändert (s. Links).

Die restriktive Gesetzgebung erstaunt. Im Gegensatz zu Deutschland hatte Luxemburg weder damals noch heute Probleme mit Gewaltkriminalität, Terrorismus oder Clan-Kriminalität. Das Land und seine Einwohner sind weitgehend friedfertig. Einkommen und Wohlstand der Bürger liegen meilenweit über den Werten in Deutschland. Die Renten sind hoch; der Mindestlohn liegt in Luxemburg aktuell bei 12,06 Euro.

Die Zu- und Einwanderung handhabt das Großherzogtum Luxemburg ausgesprochen restriktiv. Die „Police“ genannte Polizei (Police Grand-Ducale) wird von den Bürgern geschätzt und respektiert. Übergriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte sind in Luxemburg ebenso selten wie Fälle aufsehenerregender Schwerkriminalität. Der letzte Banküberfall in Luxemburg fand im Jahr 2005 statt.

Waffengesetz für Messer in Luxemburg

Obwohl Luxemburg keine sozialen Brennpunkte à la Duisburg-Marxloh oder Tottenham in London besitzt, scheint das Waffenrecht hinsichtlich Messer eher auf die Beherrschung von traditionellen Gewalthochburgen oder britische Gettos als auf ein modernes, friedliches Land in der Mitte Europas zugeschnitten zu sein.

In der öffentlichen Diskussion befinden sich Messer in Luxemburg derzeit nicht, aber Sportschützen, Jäger und Waffensammler standen in den letzten Jahren erheblich unter Druck. Der ehemalige grüne Minister für Justiz, Félix Braz, hatte die Absicht, praktisch jedwede Form des legalen Waffenbesitzes abzuschaffen, was im Großherzogtum sehr kontrovers aufgenommen wurde (s. Links).

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EU Symbolik oder nicht: Große Folder sind in Luxemburg verboten

Mitten im Streit um die Verschärfung des Waffengesetzes erlitt Braz im August 2019 einen schweren Herzinfarkt und schied aus der Regierung aus. Ob seine Nachfolgerin Sam Tanson die Pläne von Braz weiterverfolgen wird, ist derzeit noch nicht klar.

Im Waffengesetz von 1983 geht Luxemburg bei der Eingruppierung von Messerbauformen einen ungewöhnlichen Weg. Einerseits werden bestimmte Messertypen (z. B. Balisong) ausdrücklich erwähnt, aber eine Unterscheidung in Messer mit feststehender Klinge und Taschenmesser fehlt. Daher gelten die Beschränkungen der Klingenlänge für beide Bauformen.

Verbotene Messer und Gegenstände

In Luxemburg spricht man hinsichtlich verbotener Messer von Klingenwaffen („Armes blanches“). Auch für den Transport verbotener Messer durch Luxemburg gibt es laut Polizei keine Ausnahmegenehmigungen. Es handelt sich also nicht um Führverbote, sondern um generelle Besitzverbote.

Verbotene Messer

  • Alle Messer mit mehr als einer Schneide (Fantasiemesser, Dolche)
  • Balisong
  • Bajonette
  • Säbel und Schwerter
  • Stockdegen
  • Wurfmesser und Wurfsterne
  • Lanzen und Stichwaffen ohne Klinge
  • Automatikmesser („Springmesser“)
  • Messer (mit feststehender Klinge) mit Handschutz und einer Klingenlänge über 70 Millimeter
  • Messer mit einer Klingenlänge über 90 Millimeter,
  • Messer mit einer Klingenlänge über 70 Millimeter, wenn die Klingenhöhe unterhalb von 14 Millimetern liegt

Das luxemburgische Waffengesetz für Messer spricht hinsichtlich der Verbotseigenschaft von „federunterstützter“ Öffnung, demnach wären auch Halbautomaten vom Verbot betroffen, Flipper hingegen erlaubt. Da der in französischer Sprache abgefasste Gesetzestext die in der Messerszene gängigen Vokabeln vermeidet und an vielen Stellen nicht eindeutig formuliert ist, besteht viel Interpretationsspielraum und wenig Rechtssicherheit. Da alle Einstufungen sehr restriktiv ausgelegt werden, sollte man sicherheitshalber keine Messer mit Flipper-Öffnung mitführen.

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Balisong und Automatikmesser stehen im Großherzogtum ganz weit oben auf der Verbotsliste.

Auch wenn sie im Waffengesetz von 1983 nicht explizit erwähnt werden, alle Gegenstände mit einer versteckten Klinge (Gürtelschnallenmesser, Dog Tags etc.) werden garantiert von der Polizei beanstandet. Im Gesetz genannt sind zwar nur Stockdegen, aber darauf sollte man keinesfalls pokern.

Verbotene Gegenstände

  • Tränengasspray
  • Pfefferspray
  • Elektroschocker
  • Taser
  • Schlagringe
  • Bleigefüllte Handschuhe
  • Handschuhe mit Dornen oder Metallverstärkungen
  • Schlagstöcke aller Art
  • Nunchaku (Durch Kette oder Schnur verbundene Schlaghölzer)

Auch andere Gegenstände, die in asiatischen Kampfsportarten Verwendung finden, werden als verbotene Gegenstände betrachtet. Gefährliche Werkzeuge ebenfalls, wenn kein nachvollziehbarer Grund zum Mitführen vorliegt. Im Großherzogtum gilt eindeutig: Alles was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten!

Genehmigungspflichtige Gegenstände

  • Messer mit einer Klingenlänge > 9 cm
  • Schreckschuss- und Gaspistolen
  • Sport- und Jagdwaffen
  • Luftdruckpistolen- und Gewehre mit einer Geschossenergie > 0,5 Joule

Armbrüste sind in Luxemburg den Feuerwaffen gleichgestellt und dürfen nur mit einer behördlichen Genehmigung eingeführt werden. Dies gilt unabhängig von Größe und Leistungsfähigkeit der Armbrust.

Sportgeräte, wie Baseballschläger, Schuss- oder Luftdruckwaffen darf man nur in Behältnissen führen und muss nachweisen können, dass man aktiver Sportler und auf dem Weg zum Training, einem Wettkampf oder einer Reparaturwerkstatt ist. Beim Transport von Schusswaffen ist darauf zu achten, dass der Transportbehälter durch ein Schloss gesichert ist und keinen Aufschluss über seinen Inhalt zulässt.

Drakonische Strafen

Der Besitz einer verbotenen Waffe kann mit Geldstrafen von 251 bis 5.000 Euro und Gefängnisstrafen von acht Tagen bis zu sechs Monaten geahndet werden. Der Handel oder die Herstellung solcher Waffen kann sogar mit bis zu 250.000 Euro und fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Die Strafen beziehen sich nur auf Herstellung, Handel und Besitz. Wenn eine verbotene Waffe in bedrohender Weise verwendet oder bei einem Überfall gezeigt wird, liegt der Strafrahmen deutlich höher!

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Wer eine verbotene Waffe in einer Notwehrsituation einsetzt, wird vor Gericht in der Regel bestraft. Frauen dürfen sich nicht mit Reizgas gegen einen Vergewaltigungsversuch zur Wehr setzen. Das Gericht kann zwar von einer Strafverfolgung absehen oder mildernde Umstände anerkennen, aber das Risiko bestraft zu werden bleibt.

Statt Selbstverteidigung empfiehlt die Polizei in Luxemburg:

Utilisez des sifflets pour dissuader des agresseurs potentiels. Vous pouvez ainsi bénéficier du facteur surprise et rendre d’autres personnes attentives à votre situation de détresse.
Verwenden Sie Pfeifen, um potenzielle Angreifer abzuhalten. Sie können vom Überraschungsfaktor profitieren und andere Menschen auf Ihre Not aufmerksam machen.

Polizei Luxemburg

Erlaubte Messer in Luxemburg

Die Liste ist kurz und beschränkt sich im Wesentlichen auf die wenigen Exemplare, die nicht verboten sind. Die Besonderheit des Waffengesetzes in Luxemburg für Messer kann unversehens dazu führen, dass man mit völlig unverfänglichen Messern zum Straftäter wird. Beispiel: Laguiole. Selbst ein kurzes Laguiole (Klingenlänge unter 9 cm) kann unter das Verbot fallen, wenn die Klingenhöhe unter 14 Millimetern liegt. Eine große Zahl der Gentleman Folder und klassischen Taschenmesser sind also für die Mitnahme nach Luxemburg nicht geeignet.

Dass ein Couteaux Lagiuole oder ein Schweizer Taschenmesser keine Waffen sind, weiß natürlich jeder Beamte der Police Grand-Ducale und es ist nicht gesagt, dass es zwingend Probleme geben muss, wenn ein solches Messer in der Hosentasche steckt oder bestimmungsgemäß verwendet wird.

Messer mit feststehender Klinge, deren Griff weder die Hand oder einzelne Finger umschließt (Schlagring), die keinen Handschutz besitzen und deren Klinge maximal 90 Millimeter lang und mindestens 14 Millimeter hoch ist. Ebenso ist man mit Zweihandmessern oder Einhandmessern ohne Klingenarretierung auf der sicheren Seite, wenn die Klinge nicht länger als 90 Millimeter ist (bei mindestens 14 Millimetern Klingenhöhe).

Hinweise für Reisen nach Luxemburg

Die Notrufnummer der Polizei lautet in Luxemburg 113. Sie entspricht der 110 in Deutschland.

Luxemburg ist Sitz des Europäischen Gerichtshofs, des Rechnungshofs und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Zudem befinden sich das Generalsekretariat des Europäischen Parlaments, einige Dienststellen der Kommission und weitere EU-Institutionen in Luxemburg. Dementsprechend wird Luxemburg Stadt intensiv überwacht und gehört zu den best geschützten Orten der Welt.

Dies beinhaltet neben uniformierter Polizei vor allem Fahnder in Zivilkleidung und diskrete aber allgegenwärtige Kameraüberwachung. Wer aller Verbote zum Trotz ein Messer mitführt, muss mit Enttarnung rechnen. Die Polizisten sind darauf geschult, auf Taschenclips, Gürteltaschen und Hinweise auf Messerscheiden zu achten. In den Fußgängerzonen von Luxemburg Stadt sind Polizisten häufig auf Mountainbikes (einer US-Nobelmarke) unterwegs.

Luxemburg, Oberstadt

Im “ Groussherzogtum Lëtzebuerg“ vereinen sich Historie und Moderne mit politischer Macht und jeder Menge Geld. Aus der Sicht des Messerfans ist das Land jedoch eine Wüste.

Auch rund um die bekannte Rockhal in Esch-sur-Alzette, einer Veranstaltungshalle für Pop- und Rockkonzerte, ist mit diskreter aber intensiver Überwachung und verdachtsunabhängigen Kontrollen zu rechnen. Neben gefährlichen Gegenständen sind vor allem Drogen im Visier der Fahnder.

Die Kriminalitätsrate in Luxemburg ist gering; das Großherzogtum gehört zu den sichersten Ländern der Welt. Die Bevölkerung ist im Vergleich zu Deutschland wohlhabend, was Taschendiebe aus aller Welt anlockt. In den Fußgängerzonen, Einkaufsmeilen und im Umfeld der größeren Bahnhöfe ist daher erhöhte Vorsicht geboten.

Luxemburg betreibt eine sehr restriktive Zuwanderungspolitik und geht rigoros gegen Menschenhändler, Schlepper und Asylmissbrauch vor. Daher sollte man im Land keinesfalls Anhalter mitnehmen. Sollte bei einer Kontrolle illegale Einreise oder andere Vergehen gegen das Aufenthaltsrecht der Anhalter festgestellt werden, kann der Fahrzeugbesitzer als Schleuser oder Schlepper bestraft werden.


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