Norwegen! Das Land der Fjorde, Flüsse und atemberaubender Nordlichter ist ein Sehnsuchtsort für viele Naturliebhaber. Doch wer zum Angeln nach Norwegen reist, eine Städtetour macht oder entlang des Polarkreises wandern möchte, muss sich mit den restriktiven Vorschriften für den Besitz und das Führen von Messern vertraut machen. Das norwegische Waffengesetz ist in vielen Punkten eindeutig, an manchen Stellen sind die Definitionen aber so vage, dass Touristen unversehens in die Falle tappen können.

Inhalt und Übersicht

Norwegen ist ein reiches Land und ein Cleveres noch dazu. Um Euro und EU haben die Norweger einen Bogen gemacht und sich mit der Mitgliedschaft zu NATO, OECD und EFTA die Rosinen aus dem westeuropäischen Kuchen gepickt. So besitzt Norwegen eine weitgehend nationale Gesetzgebung und äußert restriktive Bestimmungen gegen Zuwanderung. Norwegen schiebt Flüchtlinge rigoros ab und geht auch in vielen weiteren Bereichen einen anderen Weg als die Länder der Europäischen Union.

Nach Fläche ist Norwegen eines der größten Länder Europas, aber mit nur 5,4 Millionen Einwohnern ausgesprochen dünn besiedelt.

Ein Großteil der Bevölkerung lebt im Süden des Landes, wobei der Ballungsraum rund um die Hauptstadt Oslo der am dichtesten besiedelte Landesteil ist.
Nach Pro-Kopf-Einkommen und dem durchschnittlichen Privatvermögen ist Norwegen das drittreichste Land der Welt.

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Vieles in Norwegen unterscheidet sich vom Rest Europas. Das Bildungssystem ist effektiv, Englisch ist ein Pflichtfach für alle Kinder und bei der PISA-Studie hängen die norwegischen Kinder die deutschen Schüler regelmäßig ab. Auch beim Gesundheitssystem und der Altersvorsorge liegt Norwegen deutlich über den Standards der EU. Weit weniger unterschiedlich ist die Gesetzgebung im Hinblick auf Messer. Das norwegische Waffengesetz dreht sich zu 99,9 Prozent um Schusswaffen und Munition.

Messer und verbotene Gegenstände werden nur im §9 erwähnt und der ist in einigen wenigen Punkten klar verständlich, in weiten Teilen jedoch so allgemein gehalten, dass Missverständnisse vorprogrammiert sind.

Das Waffengesetz in Norwegen erlaubt unter anderem Outdoor-Messer

Beschaulich, friedlich und immer etwas pittoresk: Stavanger in Norwegen

Waffenrecht Norwegen für Messer

Das Problem mit den Bestimmungen in Norwegen ist, dass der Erwerb oder Besitz viele Gegenstände verboten ist, obwohl diese Gegenstände nirgendwo erwähnt werden. Dies ergibt sich aus einer watteweichen Formulierung im vorhin erwähnten §9 des Waffengesetzes von Norwegen. Diese Formulierung lautet sinngemäß übersetzt: „Verboten sind alle gefährlichen Gegenstände, die zweckmäßig erscheinen, Gewalt auszuüben.“

Daraus ergibt sich, dass im Zweifelsfall ein „gefährlicher“ Gegenstand als verboten betrachtet wird, auch wenn er nicht als solcher im Gesetz genannt ist. Die Polizei und – falls eine Verhaftung erfolgt – das Gericht entscheiden, ob ein Rechtsverstoß vorliegt. Dadurch entsteht die Situation, dass alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, mit dem Risiko behaftet ist, verboten zu sein.

Verbotene Gegenstände in Norwegen

Da das Land wie erwähnt kein Mitgliedsstaat der Europäischen Union ist, haben eventuelle EU-weite Erlaubnisse in Norwegen keine Gültigkeit!

  • Gas- und Schreckschusspistolen
  • Elektroschockgeräte
  • Taser
  • Reizgassprühgeräte aller Art
  • Schlagstöcke, Tonfa und Stahlruten
  • Schlagringe
  • Nunchaku (durch Seile oder Ketten verbundene Hölzer)
  • Wurfsterne
  • Hand- und Fußkrallen
  • Armbrüste
Waffengesetz in Norwegen - Reizgas ist verboten
Reizgas zur Selbstverteidigung ist in Norwegen auch für Frauen verboten

Ebenso werden im Gesetz „Kampfhandschuhe“ und „Karatestöcke“ genannt. Was auch immer mit diesen Definitionen gemeint sein mag, verboten sind diese Gegenstände auf jeden Fall.

Verbotene Messer in Norwegen

Das Waffengesetz in Norwegen verfügt kein Trageverbot, sondern für alle verbotenen Messer ein ausnahmsloses Besitzverbot. Das heißt, bereits Herstellung oder Import eines verbotenen Messers stellt eine Straftat dar.

  • Springmesser (Voll- und Halbautomaten)
  • Balisong
  • Dolche
  • Bajonette
  • Stilette (Klinge tritt per Federkraft seitlich aus).

Jetzt beginnen die Probleme. Der Begriff des „Springmessers“ ist nicht präzise definiert und geht daher über die Bauart der Vollautomaten hinaus. In der Praxis gleicht in Norwegen die Bedeutung des Begriffs „Springmesser“ der US-amerikanischen Definition „Switchblade“. Also fallen neben Vollautomaten auch Assisted Opener und Flipper dem Verbot zum Opfer.

Nach dem Waffengesetz in Norwegen sind Stoßdolche weder verboten noch erlaubt

Nach dem Waffengesetz in Norwegen sind Stoßdolche mit einer Schneide nicht explizit verboten, aber nicht erlaubt und deshalb irgendwie doch verboten…

Ebenfalls erwähnt das Waffengesetz in Norwegen weder Fall- noch Faustmesser. Bei Fallmessern tritt die Klinge ohne Federkraft nach Betätigen eines Entriegelungshebels durch ihr Eigengewicht aus. Faustmesser besitzen eine quer zum Griff angeordnete Klinge und dürfen in Deutschland nur von Jägern besessen werden.

Erlaubte Messer in Norwegen

Wie in Schweden und einigen anderen Ländern muss man auch in Norwegen zwischen der Situation in Städten und auf dem Land unterscheiden. Großstädte gibt es in Norwegen nicht. Mit ca. 630.000 Einwohnern ist Oslo die größte Stadt des Landes, es folgen Bergen, Trondheim und Stavanger deren Größe etwa Wiesbaden, Mainz und Ingolstadt entspricht.

Die scharfe Überwachung und Anwendung der Messerverbote findet maßgeblich in stätischen Bereichen statt, während auf dem Land und vor allem außerhalb der Zivilisation kaum Beanstandungen zu befürchten sind. Wer in Norwegen wandert oder fischen geht, kann alle benötigten Messer mit feststehender Klinge mitführen, ohne eine Obergrenze bei der Klingenlänge beachten zu müssen.

Taschenmesser mit Zweihandöffnung stellen weder im stätischen Umfeld noch in freier Natur ein Problem dar, egal ob es sich um Schweizer Taschenmesser oder edle Gentleman Folder handelt.

Multitools stellen kein Problem dar, selbst wenn die Klinge einhändig zu öffnen und arretierbar ist.

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Auch die in Deutschland vom Führverbot betroffenen Einhandmesser, also Taschenmesser mit Einhandöffnung und Klingenverriegelung, sind in Norwegen nicht verboten. Und genau hier zeigt sich das eingangs erwähnte „Erlaubt-Verboten-Problem“ von seiner hässlichen Seite. Einhandmesser unterliegen keinem Verbot, unabhängig von Klingenlänge, Verriegelungssystem oder der optischen Gestaltung des Messers.

In vielen Fällen sind Einhandmesser bei Kontrollen nicht beanstandet worden, in anderen Fällen wurden die Messer beschlagnahmt und empfindliche Geldstrafen verhängt. Der kontrollierende Polizei- oder Zollbeamte kann frei entscheiden, ob das Messer für ihn ein gefährlicher Gegenstand ist oder nicht. Die Angaben von Reisenden über die Reaktionen der norwegischen Beamten auf Einhandmesser sind sehr unterschiedlich und reichen von „Schönes Messer, gute Reise“ bis zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1.250 Euro.

Hinweise für Reisende nach Norwegen

Norwegen ist ein sicheres Reiseland mit niedriger Kriminalitätsrate. Die norwegische Polizei ist bekannt dafür, bei Gewaltverbrechen massiv einzuschreiten, und die Gerichte belegen die Täter mit empfindlichen Strafen. Kriminelle Migranten werden nach kurzem Rechtsweg des Landes verwiesen. Die aus den deutschen Innenstädten bekannten Zusammenrottungen junger Männer, die sich gegenüber Passanten aggressiv und gewalttätig zeigen, gibt es in Norwegen nicht.

Der Genuss von Alkohol ist in der Öffentlichkeit verboten. Der Verkauf von alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt über 4,75 Prozent erfolgt ausschließlich in den „Vinmonopolet“ Geschäften. Die Promillegrenze für Autofahrer liegt in Norwegen bei 0,2 Promille, bereits eine leichte Überschreitung hat ein Bußgeld von umgerechnet 520,- Euro zur Folge.

Waffengesetz Norwegen, Hafen in Oslo

Hafen in Oslo:
Kreuzfahrttouristen müssen damit rechnen, vor und nach dem Stadtgang von Polizei und Zoll kontrolliert zu werden.

Dafür sind Taschendiebstähle ein vergleichsweise häufiges Delikt. Die norwegische Polizei rät zu besonderer Aufmerksamkeit im Umfeld von Bahnhöfen und in Fußgängerzonen. In den letzten drei Jahren ist die Drogen- und Beschaffungskriminalität in Norwegen überdurchschnittlich angestiegen. An Brennpunkten muss mit Razzien und Personenkontrollen gerechnet werden. Ein bei einer solchen Gelegenheit aufgefundenes, nicht legales Messer würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Strafverfahren führen.

Bei der Einreise nach Norwegen muss man mit gründlichen Kontrollen rechnen, da Norwegen nicht der EU angehört und somit nicht zum Schengen-Raum zählt. Die Zollvorschriften sind umfangreich, die Kontrollen strikt und die Strafen können im Verhältnis zu Deutschland sehr hoch ausfallen.

Vor allem Alkohol und Zigaretten sind im Fokus der Zöllner. Die Einfuhrmengen sind nicht ungewöhnlich niedrig, aber nichtsdestoweniger mit einigen Stolperfallen gespickt. Eingeführt werden dürfen 200 Zigaretten, aber Zigarren oder Tabak nur bis zu einem Gesamtgewicht von 250 Gramm. Auch Zigarettenpapier unterliegt einer Einfuhrbeschränkung: nur 200 Blatt sind erlaubt! Die Altersgrenze für Zollwaren liegt nicht bei 18, sondern bei 20 Jahren. Die norwegischen Zollvorschriften sind am Ende des Artikels verlinkt.

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