Egal ob ein Messer groß oder klein ist, egal ob es sich um ein Küchenmesser oder ein EDC handelt – irgendwann zollt jede Messerklinge der Beanspruchung Tribut und die Schärfe lässt nach. Wer nicht über eine eigene Werkstatt samt Bandschleifer verfügt, muss entweder ein Schärfgerät anschaffen oder einen Fachmann beauftragen. Ein Messer aus freier Hand auf optimale Schärfe zu bringen ist allerdings nicht einfach und wer dabei Fehler macht, kann eine Klinge in wenigen Sekunden ruinieren. Mit dem elektrischen Messerschärfer Combo Knife Sharpener von Work Sharp können auch Laien ordentliche Ergebnisse erzielen.

Inhalt und Übersicht

Der Markt ist voll von verschiedenen Schärfsystemen und Philosophien, die Spanne reicht vom traditionellen Wasserstein bis zum professionellen Bandschleifer. Dazwischen liegen Schärfsysteme wie Lansky Sharpener oder Wicked Edge, bei denen an einer Führung befestigte Schleifsteine an der Klinge entlanggezogen werden. Ein Sonderfall stellt der Messerschärfer Combo Knife Sharpener von Work Sharp dar, bei dem das Messer mittels einer Führung an einem rotierenden Schleifband vorbeigeführt wird.

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Wie so oft ist die scheinbar einfachste Methode in der Praxis aber die Schwierigste.

Das Schleifen eines Messers aus der freien Hand auf einem Wasserstein benötigt neben Erfahrung auch viel Übung und motorische Fähigkeiten.

Professionelle Schleifgeräte liefern natürlich gute Ergebnisse, kosten allerdings mehrere Hundert Euro.

So gut professionelle Bandschleifer auch sein mögen, für den gelegentlichen, privaten Gebrauch sind sie denkbar unwirtschaftlich. Wer nur ab und zu sein EDC oder einige Küchenmesser auf Schärfe bringen möchte, sollte ein bedienungsfreundliches System wählen, das möglichst nur wenig Raum zur Fehlbedienung lässt. Fehlbedienungen eines technischen Gerätes sind nie ausgeschlossen und auch der Work Sharp Combo Knife Sharpener bildet in diesem Punkt keine Ausnahme, wie sich zeigen wird.

Der Combo Knife Sharpener

Solche Schärfsysteme werden von der im amerikanischen Bundesstaat Oregon angesiedelten Firma „Work Sharp“ hergestellt. Der Name ist Programm; Work Sharp ist auf die Entwicklung von Schleifgeräten für Messer und Werkzeuge aller Art spezialisiert. Die Einstiegsklasse für Messerfans bildet das Modell „Work Sharp Combo Knife Shapener“ (WSCMB-1), das für rund 70 Euro im Internet angeboten wird.

Der Grundgedanke hinter der Basisversion des Schleifgeräts von Work Sharp ist, konstruktionsbedingt einen festen Schleifwinkel für alle Klingen vorzugeben. Der liegt unveränderbar bei 25° Grad, was Messerprofis nicht zufriedenstellen wird, aber letztlich einen brauchbaren Kompromiss für Messer aller Art darstellt.

In einem kompakten und erfreulich robusten Plastikgehäuse wird das Schleifband von einem Elektromotor angetrieben. Die Stromversorgung erfolgt durch ein Steckernetzteil; an der Rückseite lässt sich das Gerät ein- und ausschalten. Zum Betrieb sind keine langwierigen Vorbereitungen notwendig, der Combo Knife Sharpener ist sofort einsatzbereit und erfordert keine Justage oder Einstellungsarbeiten.

Das Schleifband des Work Sharp Schleifgeräts ist von der linken und der rechten Gehäuseseite zugänglich. Auf der linken Seite wird die rechte Seite der Klinge geschliffen, auf der rechten Seite entsprechend die linke Seite der Klinge. Dadurch muss der Combo Knife Sharpener nicht gedreht werden und trotzdem ist der Winkel für den Anschliff auf beiden Seiten der Klinge gleich.

Bedienung des Work Sharp Combo Knife Sharpener

Inbetriebnahme und Schleifvorgang sind einfach, die Tücken des kleinen Bandschleifers liegen im Detail.

Neben jedem Schleifband befindet sich ein Anschlag, der dafür sorgt, dass der Schleifwinkel solange gleich bleibt, wie das Klingenblatt plan an dieser Fläche anliegt. Der eigentliche Schleifvorgang ist simpel: Messer am Anschlag ausrichten und die gesamte Schneide gleichmäßig am Schleifband entlangführen.

Das klingt einfach, ist aber trotzdem fehleranfällig. Wer die Messerklinge am Anschlag verkantet und während des Vorbeiziehens verdreht, erzeugt entweder einen ungleichmäßigen oder einen balligen Anschliff,

Work Sharp Combo Knife Sharpener - Schleifvorgang

Beim Schleifen wird die Klinge abwechselnd links und rechts am rotierenden Schleifband vorbeigeführt.

Auch wenn es einfach aussieht, der Schleifvorgang benötigt Konzentration und etwas Übung.

Die Schleifbänder können mit wenigen Handgriffen ausgewechselt werden und sind beim Hersteller oder über den Zubehörhandel bestellbar. Die Bandbreite der Schleifbänder reicht von einer grundschlifftauglichen 80er Körnung bis zum Feinpolieren mit einem 6000er Schleifband.

Messer schleifen mit dem Combo Knife Sharpener

Der Vorgang des Schleifens ist simpel. Messer an der seitlichen Anschlagplatte ausrichten und vom Ricasso zu Spitze über das rotierende Schleifband ziehen. Dabei ist es nicht notwendig Druck auf die Schneide auszuüben, stattdessen reicht es, das Messer am Schleifband aufliegen zu lassen und in einer gleichmäßigen Bewegung daran entlangzuziehen.

Diesen Vorgang wiederholt man abwechselnd links und rechts, also die linke Klingenseite am rechten Schleifband vorbeiführen, anschließend die rechte Klingenseite am linken Schleifband. Je nach Zustand der Klinge können bereits einige Züge zum Nachschärfen völlig ausreichen. Ist die Schneide unsymmetrisch oder stark mitgenommen kann man mit dem Work Sharp auch einen Grundschliff vornehmen.

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Nach dem Schärfen wird die Klinge auf dem Keramikstein abgezogen, wobei die Schneidkante geglättet und dadurch der Anschliff optimiert wird. Auch hier ist die Einhaltung des richtigen Winkels entscheidend für den Erfolg. Oberhalb und unterhalb des Keramiksteins befinden sich wieder zwei Anschlagplatten, zu denen die Klinge vor dem Abziehen parallel ausgerichtet sein muss. Also Klinge je nach Bewegungsrichtung auf den oberen oder unteren Anschlag ausrichten und die gesamte Schneide mit einer gleichmäßigen Bewegung am Keramikstein abziehen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte der Winkel des Messers während dieser Bewegung möglichst unverändert bleiben.

Der Combo Knife Sharpener in der Praxis

Ein elektrisches Messer-Schleifset für unter 70 Euro, da stellt sich sofort die Frage nach dem Gebrauchswert in der Praxis. Als ich den Combo Knife Sharpener von Work Sharp zum ersten Mal sah, war ich zugegebenermaßen ziemlich skeptisch. Vorsichtig und misstrauisch habe ich den ersten Versuch mit einem alten Küchenmesser gemacht, dessen stumpfe und arg malträtierte Klinge nur durch einen Grundschliff zu retten war. Anfangs benötigt es Aufmerksamkeit und ein wenig Übung, die Klinge immer im richtigen Winkel anzusetzen und im Kontakt zur Anschlagplatte zu führen, doch mit etwas Übung gelingt es schließlich problemlos.

Etwa dreißig Mal musste die Klinge am Schleifband vorbeigeführt werden, um einen brauchbaren Grundschliff zu erzeugen. Meine anfänglichen Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: Schon der erste Versuch war erfolgreich. Der Grundschliff war symmetrisch, entlang der gesamten Klinge bis zur Spitze winkelstabil und die Schneide ist sehr scharf. Auch bei anderen Messern waren die Ergebnisse durchaus zufriedenstellend.

Nach dem Schleifen kann man die Klinge auf dem kleinen Keramikstein abziehen.

Die Konstruktion des Combo Knife Sharpener von Work Sharp ist einfach aber wirkungsvoll und bringt gegenüber anderen Schleifsystemen einige Vorteile mit. Die Klingenlänge des zu schleifenden Messers spielt beispielsweise keine Rolle, theoretisch ließe sich mit dem Combo Knife Sharpener sogar ein Katana schleifen. Der Schleifwinkel bleibt vom Ricasso bis zur Spitze absolut gleich, auch in diesem Punkt zeigt sich das Gerät von Work Sharp vielen teureren Lösungen überlegen.

Fehlbedienung ist möglich!

Die Bedienung ist einfach und relativ schnell erlernbar, aber ganz ohne handwerkliche Fähigkeiten geht es nicht. Klingen mittlerer Länge (12 bis 24 Zentimeter) , wie man sie bei Küchenmessern findet, lassen sich mit dem Work Sharp Combo Knife Sharpener besser schleifen als die kurze Klinge eines keinen Taschenmessers. Vor allem bei Taschenmesser, die wie Schweizer Offiziersmesser einen breiten Griff besitzen, ist es schwer, die Klinge sauber am Schleifband anzusetzen.

Das anderes Manko des Combo Knife Sharpeners ist der unveränderliche Schleifwinkel, in diesem Punkt muss der Anwender zugunsten der fast narrensicheren Bedienung einen Kompromiss hinnehmen. Schleiffehler durch Verkanten der Klinge sind aber trotzdem möglich. Auch beim Schleifen der Klingenspitze ist Vorsicht geboten: Passt man die Bewegung des Messers nicht exakt dem Verlauf der Schneide vor der Klingenspitze an, droht das Verrunden der Spitze.

Combo Knife Sharpener – Fazit

Der Combo Knife Sharpener von Work Sharp ist eine praktikable Lösung zum Schleifen von Messern. Das Konzept funktioniert, die technische Umsetzung ist gelungen und die Bedienungsfreundlichkeit ist hoch. Die Profis unter den Messerfans werden eine Möglichkeit zum Verstellen des Schleifwinkels vermissen, alle Laien bewahrt der fest vorgegebene Schleifwinkel vor Fehlern.

Ohne handwerkliche Fähigkeiten und einen teuren Maschinenpark lassen sich mit dem Combo Knife Sharpener sehr ordentliche Ergebnisse produzieren, vor allem beim schnellen Nachschleifen von Küchenmessern erweist sich das Gerät als nützlich.

Da keinerlei Einstellarbeiten nötig und möglich sind, eignet sich das Gerät auch für Laien. Zum Preis von rund 70 Euro erhält man ein robustes und durchdachtes Gerät mit hohem Nutzfaktor. Wunderdinge darf man für diesen Preis allerdings nicht erwarten und wer seine teuren Folder selbst auf Schärfe bringen möchte, ist mit der technisch aufwendigeren (und natürlich teureren) Ken Onion Version des Work Sharp besser beraten.


BKT Desert
BKT Marshland
BKT Snow
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