TUYA Knife 2023 -Triple Review

Die besten Taschenmesser von TUYA KNIFE 2023

Drei Messer in einem Review, allesamt Folder und alle von einem Hersteller. Doch die Taschenmesser sind grundverschieden. Das Slip-Joint Tortuga 2, der Frontflipper Wrath und das klassische Einhandmesser Envy V4 werben um die Gunst der Kunden. Titan ist beim Meisterschafts-Triple gesetzt. Mit den Klingenstählen S35VN und S90V und mit einer neu entwickelten Klingenbeschichtung spielt TUYA Knife um die Tabellenspitze mit. Jedes dieser Messer hat den Anspruch, in den qualitativen Spitzenbereich seiner Klasse vorzustoßen und bei Design und Handling neue Maßstäbe zu setzen.

Alle drei Taschenmesser gehören zur Titan-Serie von Tuya Knife und Titan ist auch das verbindende Element bei der Gestaltung der Messer. Abgesehen davon könnten die Unterschiede kaum größer sein, denn es kommen nicht nur drei Öffnungstechniken, sondern auch drei verschiedene Griffgestaltungen zum Einsatz, wobei jedes Design einer eigenständigen Philosophie folgt.

Tuya Knife

TUYA Knife gehört zur zweiten Generation chinesischer Messerhersteller, die einige Jahre nach Reate, Real Steel und WE Knife auf dem globalen Markt erschienen. Vom ersten Tag an hat TUYA Knife keinen Zweifel an seinem Anspruch aufkommen lassen, nicht nur der Qualitätsoberklasse angehören zu wollen, sondern dort sogar die Grenzen nach oben zu verschieben.

Mit diesem ambitionierten Plan sind in den letzten Jahren einige Messerhersteller angetreten und die ersten Mitbewerber sind bereits an den selbst gesteckten Zielen gescheitert. TUYA Knife gehört nicht zu den Gescheiterten. Stattdessen legt die Firma regelmäßig nach und hat sich nicht nur bei den europäischen Messerfans in Europa einen guten Ruf erkämpft, sondern auch den Eintritt in den hart umkämpften amerikanischen Markt geschafft.

An dieser Stelle hätte man sich selbstzufrieden im Sessel zurücklehnen und auf dem Lob der Rezensenten und YouTuber ausruhen können. Doch statt dem Müßiggang zu frönen, stellt TUYA Knife beim Wrath eine neue Klingenbeschichtung vor, renoviert sein Erfolgsmodell „Envy“ mit einer überarbeiteten Version. Als einer der ersten Hersteller stützt TUYA einen der Messertrends 2024: Inlays aus Carbon, das mit Kupfer oder Aluminium durchwobenen ist und das eine ebenso edle wie spannende Optik bietet.

TUYA Knife – Tortuga V2

Mit dem Tortuga in der Version 2 führt TUYA Knives die Kooperation mit YouTuber Andy Thiel („1878 Knife Design“) fort und stellt ein weiteres als Slip-Joint konzipiertes Taschenmesser vor. Urvater ist das TUYA Blackbeard, das Knife-Blog seinerzeit vorgestellt hatte, obwohl das Modell ursprünglich nur für die Mitglieder einer Facebook-Gruppe vorgesehen war. Doch das Messer stieß in Deutschland auf großes Interesse und auch jenseits der sozialen Medien fanden sich Käufer. Die Stückzahl des Blackbeard war limitiert, sodass die Entwicklung des ersten Tortuga als Nachfolger auf der Hand lag.

Das Tortuga V2 teilt viele Charakteristika und Eigenschaften mit seinem Vorgänger und ist eher als Modellvariante, denn als Weiterentwicklung zu sehen. Als Klingenstahl kommt weiterhin der pulvermetallurgische CPM-S35VN zum Einsatz. Zwar wird dieser Stahl nicht mehr produziert und wurde durch CPM-S45VN ersetzt, dessen Leistungsdaten jedoch erstaunlich bescheiden ausfallen. Der „alte“ Stahl ist also kein Manko, sondern die richtige Entscheidung! S35VN gehört nach wie vor zu den besten Klingenstählen für Taschenmesser.

TUYA Knife 2023 - Tortuga 2 Micarta
Tortuga V2 mit Griff aus grünem Micarta und S35VN Klingenstahl

In der Grundidee bleibt das Tortuga V2 seinen Vorgängern treu und ist gleichzeitig ein eigenständiges Messer. Die Legalität des in Deutschland nicht vom Führverbot betroffenen Slip-Joint kombiniert Andy Thiel geschickt mit einem Hauch verruchtem Piratenmythos, der sich am deutlichsten in der Damast-Variante mit Griffschalen aus Papierdamast zeigt. Kein Wunder also, dass diese kleine Sonderauflage in kürzester Zeit vergriffen war. Aktuell ist das Tortuga V2 mit Griffschalen aus grünem oder braunem Micarta erhältlich.

Sowohl die Griffschalen aus Micarta als auch das Bolster wurden als Designmerkmal bei der Neuauflage des Tortuga vom Vorgängermodell übernommen. Statt Kohlefaser besteht das Bolster nun aber aus Titan und mit diesem Material kommt das Bolster seiner (ursprünglichen) Aufgabe als Verstärkung der Klingenachse wieder näher. Auch optisch gewinnt das Tortuga V2, im Gegensatz zur Kombination aus Carbon und Micarta wirkt das Design nun wie aus einem Guss.

Das Tortuga V2 ist ein lupenreines Zweihandmesser und würde selbst mit einer Klingenverriegelung nicht unter das Führverbot für Einhandmesser mit Klingenverriegelung fallen. Greift man den Klingenrücken mit zwei Fingern, lässt sich die Klinge mit vertretbarem Kraftaufwand anheben. Das funktioniert im vorderen und hinteren Klingendrittel gleichermaßen gut, wobei sich die zur Klingenspitze weisende Swedge als etwas rutschig erweist.

Im hinteren Drittel der Klinge verläuft eine schmale Nut, deren Design einerseits als moderne Form des Nagelhaus fungiert und andererseits die martialische Blutrinne eines Piratenmessers rekapituliert. Dieser kleine designtechnische Kunstgriff verleiht der Klinge des Tortuga V2 eine moderne Erscheinung, ohne das Anheben der Klinge zu erschweren.

In der Klingenform meint man auf den ersten Blick eine typische Spear-Point-Form zu erkennen, doch die deutlich oberhalb der Längsachse liegende Klingenspitze ist signifikant für eine Drop-Point-Klinge, sodass die Klingenform des Tortuga eine Mischung beider Grundformen darstellt.

Die Klingenstärke von nur 2,3 Millimetern legt die Verwendung des Messers auf leichte Schneidearbeiten im Alltag fest. Die Schärfe des Anschliffs ist hoch, TUYA Knife reizt die Möglichkeiten des PM-Stahls aus. Der schnitthaltige Klingenstahl erlaubt feines Ausschleifen der Schneide, was in Kombination mit der schmalen Bauweise die Schärfe der Klinge subjektiv nochmals höher erscheinen lässt.

Tortuga V2 – Technische Daten

  • Bauform: Slip-Joint mit Titanrahmen
  • Klingenlänge: 81 mm
  • Klingenstärke: 2,48 mm
  • Klingenstahl: CPM-S35VN
  • Länge geöffnet: 185 mm
  • Länge geschlossen: 104 mm
  • Griffmaterial: Micarta
  • Ausstattung: Drahtbügel Taschenclip
  • Gewicht: 81 g
  • Preis: 219,- €

Nimmt man eine durchschnittlich große Männerhand als Maßstab, ist das Tortuga V2 ein Drei-Finger-Messer. Damit für Zeige-, Mittel- und Ringfinger ausreichend Platz zur Verfügung steht, platziert man den kleinen Finger am besten hinter dem Griff. Dort dient er als eine Art Endanschlag und verhindert das Durchrutschen des Griffs, wenn Druck auf die Klingenspitze ausgeübt wird.

Ergonomisch ist der Griff gelungen und das Tortuga liegt sicher und bequem in der Hand. Für den Daumen steht viel Platz oberhalb der Klingenachse zur Verfügung, ein Jimping ist nicht vorhanden und wird auf dem breiten Bolster auch nicht vermisst. Dennoch gibt es einen Kritikpunkt: An der Unterseite sind die inneren Kanten des Titanrahmens nicht mit einer Fase versehen oder abgerundet, sondern rechtwinklig gefräst und wirken unangenehm scharfkantig. Da der Griff ansonsten durch runde Formen geprägt ist und alle anderen Kanten abgerundet sind, will die scharfe Innenkante nicht recht zum Tortuga V2 passen.

Das Tortuga hinterlässt einen wertigen Eindruck, punktet als gelungene Kombination aus Alltagsmesser und Gentleman Folder. Gemessen am Gewicht von gerade einmal 82 Gramm hat man viel Messer und viel Klinge am Hosenbund. Die S35VN-Klinge macht das Tortuga 2 zum EDC-tauglichen Schneidwerkzeug und Polizeikontrollen braucht man nicht zu fürchten.

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TUYA Knife – Wrath

Dass TUYA Knife sich nicht nur auf Gentleman Folder versteht, sondern auch Messer mit „tactical Touch“ kann, demonstriert das Modell Wrath. In Kürze wird dieses Messer in zahlreichen Varianten auf dem deutschen Markt in limitierter Auflage erscheinen. Lange wird das TUYA Wrath nicht um die Gunst der Kunden buhlen müssen, der Sticker „Soeben eingetroffen“ wird schnell durch das Schild „Ausverkauft“ abgelöst werden.

Ein taktisches Messer ist das TUYA Wrath nicht, stattdessen hat Designer Dave Warren ein typisches EDC gezeichnet und spielt dabei geschickt mit taktischen Stilelementen. Nicht falsch verstehen, das Wrath ist kein Blender und nicht auf „tacticool“ getrimmt. Dave Warren hat das Wrath am Geschmack der amerikanischen Messerfreunde orientiert, da wundert es nicht, dass der Umriss dem Ur‑Sebenza ähnelt und das Dekor des Titangriffs jedem Strider Custom zur Ehre gereichen würde.

TUYA Knife 2023 - Wrath black blade
TUYA Wrath mit Diamond Pattern und DLC-beschichteter Klinge aus CPM-S90V

Die Klinge des Wrath wird aus dem Werkzeugstahl CPM-S90V von Crucible Steel gefertigt. Wie nahezu alle PM-Stähle der ersten Generation besitzt S90V hohe Anteile von Chrom (14 %) in Kombination mit Übergangsmetallen als Carbidbildner. Im Fall von S90V sind das satte neun Prozent Vanadium und eine Prise Molybdän. Auch der Kohlenstoffanteil ist bei S90V mit 2,3 Prozent üppig bemessen. Obwohl dieser Stahl bereits 25 Jahre auf dem Buckel hat, erreicht er mit einer Härte von 58-59 HRC ordentliche Leistungseigenschaften bei Schnitthaltigkeit, Abriebfestigkeit und Korrosionsträgheit.

Die Klinge des TUYA Wrath besitzt nahezu lupenreine Drop-Point-Gene, die zwei unterschiedliche Anschliffe kombiniert. Während die Klingenspitze und der gebogene Abschnitt der Schneide mit einem Flachschliff versehen sind, sorgt der anschließende Hohlschliff für gute Schneidleistungen beim Einsatz der gesamten Klinge. Dieser Anschliff ist als „Nightmare-Grind“ bekannt geworden, denn jeder kleine Fehler beim Schleifen verwandelt die Klinge unweigerlich in Metallschrott.

Das TUYA Wrath ist ein Frontflipper – und zwar ein richtig Guter! Es bedarf keiner langwierigen Suche nach dem richtigen Winkel oder großem Krafteinsatz, um die Klinge ins Lock zu flippen.

Der Kicker ragt gut erreichbar oberhalb der Klingenachse heraus und ein leichter Impuls genügt zum Öffnen der Klinge. Im Bereich Frontflipper spielt das TUYA Wrath in der Champions League!

Möchte man das Wrath möglichst geräuschlos und unauffällig öffnen, lässt sich die Klinge per „Thumb Stud“ (Daumenpin) anheben. Das ist einerseits eine alltagstaugliche Option, andererseits spoilern die Daumenpins die Optik der Klinge ein wenig.

Betrachtet man das Wrath als EDC, wären die Daumenpins vielleicht verzichtbar gewesen. Bei einem „tactical Folder“, dessen Klinge man auch in einer turbulenten Situation sicher öffnen können muss, macht die Zusatzausstattung mit Daumenpins jedoch Sinn.

TUYA Wrath – Technische Daten

  • Bauform: Frontflipper mit Titanrahmen
  • Klingenlänge: 86 mm
  • Klingenstärke: 3,12 mm
  • Klingenstahl: CPM-S90V
  • Länge geöffnet: 195 mm
  • Länge geschlossen: 115 mm
  • Griffmaterial: Titan
  • Ausstattung: Taschenclip aus Titan
  • Gewicht: 111 g
  • Preis: noch nicht bekannt

Wer neben seinem Taschenmesser gewohnheitsmäßig einen Kubotan führt, kann letzteren getrost einmotten, sofern das Wrath in der Tasche steckt. Mit dem geschlossenen Messer in der Faust (Klingenwurzel in Richtung Fingergelenke), steht der Kicker am Handballen prominent heraus, während der Daumen am Griffende eine breite, bequeme und sichere Auflage findet.

Eine Modellvariante des Wrath stellt eine neue Klingenbeschichtung vor. Es handelt sich um eine Variante der DLC-Beschichtung, die bei TUYA Knife entwickelt wurde. DLC-Beschichtungen werden aufgrund ihrer Oberflächenhärte auch als diamantähnliche Beschichtung bezeichnet („Diamond like Carbon“). Es handelt sich um Nanokompositbeschichtungen, am gebräuchlichsten sind die physikalische Dampfabscheidung (PVD) und die plasmaunterstützte chemische Dampfabscheidung (PACVD).

Auf welcher der beiden Techniken die neue Beschichtung von TUYA Knife beruht, verrät der Hersteller bis jetzt nicht, vermutlich um eine laufende Patentanmeldung nicht zu gefährden. Lange hat die Technikabteilung von TUYA am Herstellungsverfahren getüftelt und ist sich sicher, dass es keine härtere und abriebfestere Klingenbeschichtung für Messerklingen gibt. Selbst mit einer auf 60 HRC gehärteten Klingenspitze soll sich die Beschichtung nicht beschädigen lassen. Die ersten Ergebnisse im Praxistest sind positiv und vielversprechend, doch für ein abschließendes Urteil ist es noch zu früh.

TUYA Wrath - Griffvarianten

Bei der Gestaltung der Griffschalen taucht die Bezeichnung „Frag Pattern“ auf, der Strider Fans vertraut ist. Damit ist ein tief ins Titan der Griffschale eingefrästes Muster gemeint, das aus gleichförmigen Quadraten oder Rauten besteht. TUYA Knife stellt gleich drei verschiedene Muster für das Wrath zur Auswahl: Frag Pattern (Quadrate), Seigaiha (Rundbögen) und Diamond Pattern (Rauten).

Das Wrath ist der Slicer, der Schneidteufel dieses Trios. Die Klinge ist 3,1 Millimeter stark, wirkt durch die weit nach hinten gezogene Swedge und die Facettierung der Klinge aber schmaler und leichter, als sie tatsächlich ist. Im Bereich des Hohlschliffs nutzt TUYA Knife die Fähigkeiten des S90V-Stahls und schleift die Schneide dünn aus. So wird beim Schneiden kaum Material „weggeschoben“, wodurch die Klinge noch schärfer wirkt als sie ohnehin schon ist.

Erfreulich ist, dass Dave Warren dem Wrath einen individuell gestalteten Taschenclip aus Titan spendiert hat, der farblich auf die jeweiligen Griffschalen abgestimmt ist.

Das Wrath war in den USA in Rekordzeit ausverkauft und wird Anfang 2024 in sehr begrenzter Auflage in den deutschen Onlineshops auftauchen. Der Preis steht bislang nicht fest, dürfte aber nahe der 300-Euro-Marke angesiedelt sein.

TUYA Envy V4

Noch einmal Dave Warren, noch einmal CPM-S90V. Aus seiner Neigung zu diesem Klingenstahl macht Designer Dave Warren kein Hehl. Die Eckpunkte dieses Stahls wurden bereits beim Modell Wrath erwähnt. Auch die Klinge des Envy V4 ist auf 58 – 59 HRC gehärtet und besitzt die markante „Insingo-Form“ mit Flachschliff.

Envy V4, das klingt nach der vierten Evolutionsstufe eines Taschenmessers, das große Ähnlichkeit mit seinen „Vorfahren“ besitzt, doch das „V4“ führt in die Irre. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Messer nicht um eine Modifikationsstufe, eher um ein eigenständiges Modell mit markanten Unterschieden zu seinen Vorgängern.

Envy 2 von TUYA Knife

Wenn das Tortuga V2 das eleganteste Messer dieses Trios und das Wrath der beste Slicer ist, dann ist das Envy V4 der beste Allrounder. Ein EDC wie es im Buche steht und ein Messer, dem man nicht alle Fähigkeiten auf den ersten Blick ansieht.

Wie bereits beim TUYA Wrath hat Dave Warren auch das Envy V4 mit den Eigenschaften eines Kubotan ausgestattet. Diesmal dient die vordere Kante unterhalb der Klingenachse als Punkt, auf den die Kraft konzentriert wird.

Öffnen lässt sich die Klinge des Envy V4 mit dem Daumen. Der Detent hält die Klinge relativ straff, sodass ein wenig Kraft und Übung notwendig ist. Einfacher ist, die Klinge mit Daumen und Mittelfinger anzuheben und mit dem Daumen ins Lock zu schieben. Die Lockbar des Framelock ist mit einem justier- und auswechselbaren Stahleinsatz versehen.

TUYA Envy V4 – Technische Daten

  • Bauform: Einhandmesser mit Titanrahmen
  • Klingenlänge: 83 mm
  • Klingenstärke: 3,20 mm
  • Klingenstahl: CPM-S90V
  • Länge geöffnet: 198 mm
  • Länge geschlossen: 117 mm
  • Griffmaterial: Titan mit beidseitigen Inlays
  • Ausstattung: Taschenclip aus Titan
  • Gewicht: 109 g
  • Preis: 279,- €

Die Klinge des Envy 4 ist kugelgelagert und läuft dementsprechend leichtgängig und geschmeidig. Auch ansonsten hat Dave Warren das Messer mit Hinblick auf gute Ergonomie gezeichnet. Der Griff stellt eine nutzbare Länge von rund 8,5 Zentimetern zur Verfügung, das reicht für die vier Finger einer durchschnittlich großen Männerhand.

Der Griff des Envy V4 ist leicht bauchig und füllt die Hand gut aus. Die Handlage ist sehr bequem und sicher. Die innere Kante an der Unterseite beider Griffschalen ist mit einer umlaufenden Fase versehen, sodass keine scharfe Kante die angenehme Handlage beeinträchtigt.

Im Alltag brilliert die Klinge durch ihre universelle Nutzbarkeit. Dabei hilft, dass sie werksseitig einen perfekten Anschliff erhalten hat. Egal, ob das Envy V4 als Schnitzmesser, als Boxcutter oder für die Brotzeit unterwegs eingesetzt wird, Messer und Klingenstahl zeigen sich jeder Aufgabe gewachsen.

In beiden Griffschalen befinden sich großflächige Inlays aus Carbon, das je nach Version mit Kupfer- oder Aluminiumfäden durchzogen ist. Beim Schleifen der Griffschalen treten die Metallstrukturen glänzend hervor und verleihen dem Envy V4 eine individuelle Note. Die Oberflächen der Inlays sind dabei so gut geglättet, dass die Strukturen nicht tastbar sind.

Tastbar hingegen ist der Übergang vom Titan der Griffschalen zu den Inlays, denn die ragen ein paar Millimeterbruchteile heraus. Nicht so weit, dass es direkt ins Auge fällt, auch merkt man beim Gebrauch des Messers nichts, bei genauerem Hinsehen oder mit dem Fingernagel lässt sich jedoch ein stufiger Übergang feststellen. Der Höhenunterschied ist dabei umlaufend so identisch, dass die Frage, ob es ein Feature oder ein Fehler ist, nicht ohne Weiteres beantwortet werden kann.

Erst das Mikroskop zeigt, dass eines der Inlays am unteren und oberen Rand weiter aus dem Titan heraussteht als in der Griffmitte. Schlamperei oder Absicht? Eindeutig Absicht, denn die Präzision bei Einpassung und Höhenkonstanz lassen keinen Raum für Schlamperei. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass dieses spezielle Carbon aufgrund des Metallanteils nicht in einer Ebene mit den Griffschalen verschliffen werden kann, da die Metallpartikel ansonsten die Oberfläche des Titans zerkratzen oder sich sogar in der Oberfläche festsetzen würden.

Das Envy V4 ist wahlweise mit Inlays aus Kupfer oder Aluminium erhältlich. Weitere Modellvarianten gibt es nicht und preislich macht die Farbwahl keinen Unterschied. Insgesamt hat sich das TUYA Envy V4 als ausgezeichnetes EDC erwiesen, das mit guter Ergonomie und hochwertigen Materialien einen reellen Gegenwert zum Preis bietet.

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